mini|Arve Arvesen, Zeichnung von Edvard Munch, 1920 Arve Arvesen (geb. 12. September 1869 in Hamar; gest. 17. Januar 1951 in Bergen) war ein norwegischer Geiger, Musiklehrer und Musikdirektor.
Leben Arvesen wurde in Hamar geboren, sein Vater war der Journalist Olaus Arvesen, der später die erste Volkshochschule Norwegens gründete. Arve studierte bereits als Jugendlicher in Leipzig bei Gudbrand Bøhn, dann in Paris bei Martin Marsick und in Brüssel bei Eugène Ysaÿe und gab 1891 sein musikalisches Debüt in Kristiania, dem heutigen Oslo. Sowohl in Leipzig als auch Paris war Arvesen mit dem Komponisten Frederick Delius befreundet, verließ jedoch die „norwegische Kolonie“ in Paris, nachdem er 1891 durch unbedachte Bemerkungen einen Skandal zwischen dem Ehepaar Oda und Christian Krohg und Bjørnstjerne Bjørnson und dessen Frau Karoline ausgelöst hatte.Andrew J. Boyle: Delius and Norway. Boydell Press, 2017, S. 72 (englisch)
Anschließend wurde er zunächst in Finnland Konzertmeister in Helsinki (bis 1897) und in Turku (bis 1899), bevor er bis 1902 als Konzertmeister in Bergen das „Harmonien“ (heute das Philharmonische Orchester Bergen) übernahm und dort die Malerin Agnes Arvesen (geb. Sandberg) heiratete. 1905 kehrte er zurück nach Oslo und arbeitete dort lange Jahre als Musiklehrer. In dieser Zeit widmete er sich auch der Förderung norwegischer Kammermusik und gründete 1917 das Streichquartett „Kammermusikvereinigung“ (Kammermusikkforeningen) sowie das Arvesen-Trio (1921), das in Norwegen, Schweden und Dänemark auftrat.Rune J. Andersen: Arve Arvesen im Store norske leksikon, 2024 (norwegisch) Eine enge Freundschaft verband ihn mit dem Pianisten und Komponisten Alf Hurum, mit dem er zahlreiche Konzerte spielte.Rune J. Andersen: Alf Hurum – Liv og verker. Institut für Musikwissenschaft, Universität Oslo, 2021, S. 100 ISBN 978-82-692874-0-0 Zudem nahm er mehrere 78er-Schellackplatten für Grammophon mit Violinen-Soli auf.Arve Arvesen bei steinkaker.no
Von 1928 bis 1951 leitete er das von Torgrim Castberg 1905 gegründete Musikkonservatorium in Bergen als dessen Nachfolger. Unter seiner Leitung bot das Konservatorium vor allem musikalische Erziehung für Kinder und Jugendliche an und entwickelte erste Examen für Organisten und Musiklehrer, um die Ausbildung professioneller Musiker zu fördern. Die begabtesten Schüler wurden als Solisten im „Harmonien“-Orchester eingesetzt.History of the Grieg Academy. Fakultät für Kunst, Musik und Design (KMD) der Universität Bergen (englisch)
Auszeichnungen Verdienstmedaille des Königs in Gold (1924) Ehrenmitglied der Norwegischen Tonkünstlergesellschaft (Norsk Tonekunstnersamfund)
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Geiger Kategorie:Träger der Verdienstmedaille des Königs in Gold Kategorie:Norweger Kategorie:Geboren 1869 Kategorie:Gestorben 1951 Kategorie:Mann