Roy Joseph Deferrari (* 1. Juni 1890 in Stoneham, Mass.; † 24. August 1969) war ein US-amerikanischer Patrologe und Generalsekretär der Catholic University of America.

Wissenschaftliches Lebenswerk Er wurde von der Princeton University promoviert. Von seiner 1916 veröffentlichten Doktorarbeit über Lukian sagte der Rezensent Samuel Chabert: „ce début promet beaucoup“. Deferraris literarisches und wissenschaftliches Lebenswerk war schließlich immens, ein bleibendes Vermächtnis in der Patristik und der klassischen Literatur. Im Laufe seines Lebens war er Autor oder Mit-Autor von 98 Büchern. Mehr als hundert Artikel in wissenschaftlichen Fachzeitschriften wurden veröffentlicht. Er gründete den Studiengang Patristik an der Catholic University of America und war unmittelbar an der Erstellung der ersten 80 Bände beteiligt. Er war als redaktioneller Leiter der Reihe „The Fathers of the Church: A New Translation“ tätig. Er übersetzte bedeutende Texte, darunter eine maßgebliche vierbändige Übersetzung der „Briefe des heiligen Basilius“. Er leitete die Erstellung umfassender Konkordanzen für frühchristliche Autoren.

Zusätzlich zu seiner ungewöhnlich produktiven Tätigkeit als Übersetzer antiker Texte widmete er sich der Universitätsverwaltung und galt in diesen Kreisen als federführend für Reflexion und Reform. Er gab in den 1950er Jahren eine Reihe von Aufsatzsammlungen heraus, die sich dem Thema widmeten.

Rezeption Sein 1948 mit Sr. Inviolata Barry veröffentlichtes Werk, A Lexicon of St. Thomas Aquinas, Based on the Summa Theologica and Selected Passages of his Other Work, wurde von einem Rezensenten als „epochal“ beschrieben.Anton C. Pegis: Review of A Lexicon of St. Thomas Aquinas, Based on the Summa Theologica and Selected Passages of His Other Works by Roy J. Deferrari, Mary Inviolata Barry. Speculum 25.2 (1950), S. 261–268. Es hatte seit 1895 – damals Ludwig Schützens Thomas-Lexikon – kein vergleichbares Werk gegeben. Deferrari und Barry veröffentlichten 1956 das Complete Index of the Summa Theologica of St. Thomas Aquinas, basierend auf eineinhalb Millionen Karteikarten. Es hat, nach Rezensentin Sofia Vanni Rovighi, „eine immense Arbeit erfordert“ und „Thomas-von-Aquin-Forschern gewiss einen kostbaren Dienst“ erwiesen.S. Vanni Rovighi, Rivista di Filosofia Neo-Scolastica 49.5/6 (1957), S. 550.

Glanville Downey nannte seine Orsinus-Übersetzung von 1964 „careful and accurate, and it reproduces the style of the original effectively.“

Die Zeitschrift Catholic Historical Review verzeichnete Deferraris Aufsatz über „Classical Investigation“ (1926) als ein „Noteworthy Article.“

Werke (in Auswahl) A First Latin Book for Catholic Schools (Washington, D.C., The Catholic Education Press, 1921). Basil: Letters. Volume I (1926). A Concordance of Prudentius (1932). A Concordance of Ovid (1939). A Concordance of Statius (1943). (mit M. Inviolata Barry und Ignatius McGuiness) A Lexicon of St. Thomas Aquinas (1948). A Latin-English Dictionary of St. Thomas Aquinas (1960).

Memoiren mit Bibliographie Roy J. Deferrari, Memoirs of the Catholic University of America 1918–1960 (Boston, 1962), mit Literaturverzeichnis in Band 4, S. 441–444.

Literatur A Layman in Catholic Education, His Life and Times (Boston, 1966). A. L. Gabriel et al., Speculum 45 (1970) 519.

Weblinks

Eintrag im Database of Classical Scholars (mit Porträt).

Einzelnachweise

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