mini|Henri de Toulouse-Lautrec: Porträt von Admiral Paul Viaud Der Admiral Viaud (Originaltitel „L’Admiral Viaud“, auch „Paul Viaud in einer Admiralstracht“) ist ein Gemälde von Henri de Toulouse-Lautrec von 1901. Es befindet sich im Museu de Arte Assis Chateaubriand (MAC), Campina Grande, Brasilien.
Hintergrund Das Gemälde zeigt Toulouse-Lautrecs Freund Paul Viaud, der Admiral war und ihm 1899 auf Bitte von Toulouse-Lautrecs Mutter Adèle erlaubte, einige Zeit auf seiner Yacht zu verbringen. Toulouse-Lautrec war kurz zuvor aus einer psychiatrischen Anstalt in Neuilly entlassen worden, und seine Mutter hoffte, dies würde ihren Sohn vor einem erneuten Rückfall in den Alkoholismus bewahren. Zeit seines Lebens interessierte sich Toulouse-Lautrec vor allem für Porträts. Eines seiner ersten Werke war ein Porträt seines Vaters zu Pferd, sein letztes dieses Porträt seines Freundes Paul Viaud als Admiral.
Rezeption mini|Henri de Toulouse-Lautrec: Porträt des Octave Raquin (1901), Museu de Arte de São Paulo Das Bild wurde u. a. 1902 posthum in einer RetrospektiveToulouse-Lautrecs gezeigt, blieb aber im Schatten seiner berühmteren Werke wie „Moulin Rouge: La Goulue“ oder „Au Salon de la Rue des Moulins“. Kunsthistoriker wie Anne Distel oder Philippe Jullian betonen, dassToulouse-Lautrecs Porträts keine bloßen Abbildungen, sondern psychologische Dokumente sind. „L’Admiral Vead“ steht dabei für seine Fähigkeit, Charaktere in ihrer ganzen Ambivalenz darzustellen. Nach Ansicht von Ettore Camesasca (Museu de Arte de São Paulo) hat das Gemälde eine besondere Bedeutung wegen der es charakterisierenden weiten Oberfläche, anstelle der beiToulouse-Lautrec noch 1899 bis 1900 vorherrschende Schraffuren, wie im Porträt des Octave Raquin. Es sei möglich, dass die offensichtliche Einzigartigkeit auf einer Unterbrechung während der Ausführung beruht oder vielleicht in der Bestimmung des Werks zu suchen ist. Sicher sei, so der Autor, dass es bei zahlreichen Malern wie Matisse bis Dufy belegen lässt.Ettore Camesasca: Schätze des Museums Sao Paulo − Von Courbet bis Picasso. Ausstellungskatalog, Kunsthalle Mannheim, 1988, S. 218 ff.
Provenienz Camesasca vermutet Toulouse-Lautrecs elterliches Schloss Malromé als ersten Aufenthaltsort des Gemäldes; es war im Besitz von Toulouse-Lautrecs Mutter und gelangte dann in die Sammlung von Raymond Adolphe Séré de Rivières.
Einzelnachweise
Kategorie:Gemälde (20. Jahrhundert) Kategorie:Kunstwerk des Impressionismus Kategorie:Henri de Toulouse-Lautrec Kategorie:Marinemalerei