Simon Klotz (* 30. September 1776 in Mannheim; † 26. März 1824 in München) war ein deutscher Lithograph, Porträtmaler, Zeichner und Hochschullehrer. Er gehörte zu den frühen Vertretern der Lithographie in Deutschland und wirkte als Professor der Theorie der bildenden Künste an der Universität Landshut.

Leben Simon Petrus Klotz entstammte einer weitverzweigten Künstlerfamilie. Er war ein Sohn des Hof- und Theatermalers Mathias Klotz (1748–1821) und dessen Ehefrau Louise Klotz, geborene Ritter, einer Miniaturmalerin. Zu seinen Brüdern gehörten der Miniatur- und Hofmaler Caspar Klotz (1774–1847) sowie der Maler und Bühnenbildner Joseph Klotz (1785–1830).

Den ersten Zeichen- und Malunterricht erhielt Klotz von seinem Vater. Anschließend studierte er bei dem Münchner Hofmaler Johann Jakob Dorner dem Älteren. Bereits in jungen Jahren unternahm er Studienreisen nach Wien, Dresden und Berlin, wo er mit den künstlerischen Strömungen der Frühromantik in Berührung kam. In den Jahren 1804 und 1805 bereiste er Italien, insbesondere Rom, dessen antike Architektur und Landschaften sein späteres Werk nachhaltig prägten.

1804 wurde Klotz zum Professor der Theorie der bildenden Künste an der Universität Landshut berufen. Neben seiner Lehrtätigkeit widmete er sich der Landschafts-, Porträt- und Historienmalerei sowie der damals noch jungen Technik der Lithographie. Er gehörte zu den ersten Münchner Künstlern, die die von Alois Senefelder entwickelte Flachdrucktechnik künstlerisch einsetzten.

Am Ende seines Lebens lebte und arbeitete Simon Klotz wieder in München, wo er 1824 im Alter von 47 Jahren starb.

Grabstätte mini|Grab von Simon Klotz auf dem Alten Südlichen Friedhof in München

Die Grabstätte von Simon Klotz befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 15 – Reihe 13 – Platz 50) .

Stammbaumliste Simon Klotz im Stammbaum der Künstlerfamilie Klotz:

Werk Simon Klotz zählt zu den bedeutenden Vertretern des romantisch geprägten Klassizismus in München um 1800. Seine Landschaften verbinden idealisierte Naturdarstellungen mit antiken Ruinen und mythologischen Motiven. Daneben schuf er Porträts, Zeichnungen und architektonische Ansichten.

Besondere Bedeutung kommt seinem lithographischen Werk zu. Seine frühen Steindrucke gehören zu den Inkunabeln der Lithographie und dokumentieren die Anfänge dieser Drucktechnik in Bayern. Zu seinen bekanntesten Blättern zählen Darstellungen italienischer Ruinen, darunter die Ruinen von Aqua Claudia (1806), sowie Ansichten aus Salzburg, Böhmen und Oberitalien.

Zahlreiche Zeichnungen und Druckgraphiken befinden sich heute unter anderem in der Albertina in Wien, der National Gallery of Art in Washington sowie in öffentlichen und privaten Sammlungen.

Obwohl Klotz zu Lebzeiten hohes Ansehen genoss und als Professor wirkte, geriet sein Werk im späteren 19. Jahrhundert weitgehend in Vergessenheit. Erst die neuere kunsthistorische Forschung würdigt ihn wieder als wichtigen Vertreter der frühen deutschen Romantik und als Pionier der Lithographie.

Bildergalerie Eine Auswahl von Werken von Simon Klotz im Lenbachhaus in München:

Literatur Georg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon. Band 7. München 1839. Indexeintrag: Deutsche Biographie Klotz, Simon

Maren Gröning, Marie Luise Sternath: Die deutschen und Schweizer Zeichnungen des späten 18. Jahrhunderts. Katalog der Albertina, Wien 1997.

Weblinks

Indexeintrag: Deutsche Biographie Klotz, Simon Petrus

Einzelnachweise

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