Jürgen Berger (* 27. Dezember 1954 in Kenzingen; † 31. Juli 2026 in Heidelberg) war ein deutscher Theaterkritiker und -autor.

Leben Berger wuchs in Bötzingen auf. Er studierte Germanistik und Politologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und schloss das Studium mit dem Staatsexamen ab. Daraufhin schrieb er zunächst als freier Theater- und Literaturkritiker für die lokale Wochenzeitung Communale und ab 1989 für weitere Medien wie die Schwäbische Zeitung, die taz, die Süddeutsche Zeitung, Die Woche oder Theater heute.

Ab 2003 wirkte er regelmäßig als Jurymitglied des Mülheimer Dramatikpreises, des Berliner Theatertreffens, des Else-Lasker-Schüler-Stückepreises und des Osnabrücker Dramatiker:innenpreises. 2015 kuratierte er das Festival Offene Welt in Ludwigshafen, 2017, 2020 und 2024, als Mitinitiator, das iberoamerikanische Theaterfestival ¡Adelante! in Heidelberg und 2018 das südkoreanische Programm beim Heidelberger Stückemarkt. Ab 2006 leitete er Workshops zur Theaterkritik und Dramaturgie neuer deutschsprachiger Stücke in Deutschland, Asien und Südamerika. Von 2006 bis 2016 unterrichtete er Kulturjournalismus und Theaterkritik an der Philosophischen Fakultät der Universität Mannheim. Ab 2016 hatte er einen Lehrauftrag zu Geschichte der Regie an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg in Ludwigsburg inne.

Ab Ende der 2000er-Jahre war er auch als Theaterautor aktiv. Sein erster Theatertext, Elsa, kam 2008 am Espacio Callejón in Buenos Aires heraus, mit Gastspielen am Württembergischen Staatstheater Stuttgart und am Maxim Gorki Theater in Berlin. 2010 folgte die Uraufführung der argentinisch-deutschen Performance Ifwuala am Maxim Gorki Theater, 2011 das Stückt Tomorrow, maybe. Über-leben in Diktaturen am Theater Aachen, 2016 das Tanztheaterstück Happy Hunting Ground im Democrazy Theatre Studio in Bangkok und am Badischen Staatstheater Karlsruhe, 2017 das Musiktheater Alzheim am Stadttheater Bern, für das er das Libretto verfasste, und 2018 das brasilianisch-deutsche Theaterprojekt Fremde Heimat in Porto Alegre und am Staatstheater Karlsruhe. Zuletzt entstanden am Residenztheater in München wurden drei Projekte Bergers: Die südkoreanisch-deutsche Koproduktion Borderline (2020/21), die deutsch-thailändische Dokufiktion I Don't Care (2022/23) und zuletzt 2025 das Auftragswerk Was ich vergessen habe.

Berger starb Ende Juli 2026 nach langer schwerer Krankheit im Alter von 71 Jahren.

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Einzelnachweise

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