mini|alternativtext=Veitskirche Die evangelische Veitkirche im Crailsheimer Ortsteil Tiefenbach ist ein Kirchengebäude, das der Evangelischen Kirchengemeinde Tiefenbach-Triensbach-Lobenhausen als Pfarrkirche dient. Die Kirchengemeinde gehört zum Kirchenbezirk Crailsheim-Blaufelden der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
Baugeschichte Ein Sakralbau stand wohl schon im Spätmittelalter im heutigen Ort Tiefenbach; 1414 wird die Kirche erstmals erwähnt. Auf der Tiefenbacher Gemarkung war die heutige Veitkirche wohl nicht die einzige Kirche; eine Kapelle zum Heiligen Kreuz ist für das 15. Jahrhundert bezeugt. 1522 wurde Tiefenbach evangelisch.
Aus dieser Zeit stammt auch der Chorturm der heutigen Kirche. Das Veitspatrozinium ist erstmals für 1496 bezeugt. Nach vereinzelten Bauaktivitäten im 16. Jahrhundert, die teilweise auch aufgrund von Blitzeinschlägen notwendig waren, erhielt die Kirche im Jahre 1707 ihre heutige Breite; der an der Südseite der Kirche befindliche Grundstein bezeugt dieses Jahr, während die an der Sakristei angebrachte Jahreszahl 1756 nicht eindeutig einem Ereignis zuzuordnen ist.
Im Jahre 1719 wurde Tiefenbach zu einer eigenen Pfarrei erhoben; zuvor waren Geistliche der Crailsheimer Johanneskirche für Ort und Kirche zuständig.
Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts befand sich der Friedhof des Dorfes um die Kirche herum, bis im Oktober 1903 die erste Beisetzung auf dem neuen, heute noch genutzten Friedhof in den Oberen Grundgärten erfolgte. Die Kirchhofmauer aus dem Jahre 1619 ist erhalten.
1933 und 1934 wurden das Kircheninnere sowie das Dach von Schiff und Turm erneuert; die Kirche erhielt eine neue Turmfahne und wurde mit einer Heizung ausgestattet. Während des Zweiten Weltkriegs mussten zwei Glocken abgegeben werden, deren Verbleib bis heute unklar ist.
Ihre heutige Gestalt erhielt die Kirche in der Nachkriegszeit: Nachdem 1957 das Kirchendach erneut saniert und 1960 ein neuer Glockenstuhl eingebaut wurde, erfolgte in den Jahren 1968 und 1969 eine grundlegende Sanierung, bei der die Kirche nach Westen verlängert und die Seitenemporen entfernt wurden. Dabei erhielt die Kirche auch ihre neuen Prinzipalstücke aus Crailsheimer Muschelkalk sowie die hohe, zeltartige Decke aus Fichtenbrettern.
Baubeschreibung Es handelt sich um eine Chorturmkirche. Der heute als Altarraum genutzte Chor hat ein spätgotisches Sternrippengewölbe. An den im Osten stehenden Turm mit Knickhelm und einer Höhe von 28 Metern schließt sich ein einschiffiges Langhaus an. Dieses verfügt über ein hölzern verkleidetes Zeltdach.
Ausstattung Prinzipalstücke Altar, Kanzel und Taufstein sind im Zuge der Renovierung der 1960er Jahre in die Kirche eingezogen. Der Taufstein erhielt die Inschrift „Ein Herr, ein Glaube eine Taufe“ . Der alte Taufstein steht heute im Kirchhof.
Fenster Die Kirche ist seit 1969 mit zwei Glasgemälden von Adolf Valentin Saile ausgestattet.Ehrenfried Kluckert, Axel Zimmermann (Bearb.): Adolf V. Saile - Städtische Galerie Filderstadt, Kleines Kunst-Kabinett Bernhausen; vom 13.10.1985 - 6.11.1985. (Hrsg.) Städtische Galerie Filderstadt; Band 1: Ausstellungskatalog, Band 2: Werkverzeichnis; Filderstadt 1985 - Werkverzeichnis Nr. 1a/68/6. Das Chorfenster zeigt vor dem Hintergrund eines als Weinstock und Lebensbaum gestalteten Kreuzes einen Pantokrator in der Mandorla sowie die Symbole der vier Evangelisten, das kleine andere Fenster den Namenspatron, den Heiligen Veit, im Kessel seines Martyriums und mit erhobenen Palmzweigen als Sinnbildern des Lebens und des Sieges. Beide Fenster wurden vom Künstler in seiner Stuttgarter Glaswerkstatt V. Saile gefertigt.
Orgel Die Orgel wurde von Konrad Koch erbaut.Plakette an der Orgel. Sie verfügt über 16 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Disposition lautet wie folgt: I Hauptwerk C–Rohrpommer 8′Prinzipal 4′Gemshorn 4′Hohlflöte 2′Mixtur V–VITremulant (nur via Pedal ansteuerbar)II Schwellwerk C–Gedackt 8′Rohrgedackt 4′Prinzipal 2′Terznone ′+ ′Scharfzimbel VHolzkrummhorn 8′Tremulant (nur via Pedal ansteuerbar)Pedalwerk C–Subbass 16′Prinzipalbass 8′Rohrpfeife 4′Glöckleinton 2′+1′Trompete 8′Tremulant (nur via Pedal ansteuerbar)
Koppeln: II/I, I/P, II/P Sonstiges: Die Betglocke kann von der Orgel aus angesteuert werden (für das Läuten beim Vaterunser).
Glocken Das Dreiergeläut mit elektrischem Läutewerk besteht entsprechend den landeskirchlichen Vorgaben aus der Betglocke, der Kreuz- und Zeichenglocke und der Taufglocke.
Nutzung Die Kirche wird von der Evangelischen Kirchengemeinde Tiefenbach-Triensbach-Lobenhausen für Gottesdienste und Kasualien genutzt.
Literatur Gertrud und Johannes Biermann: Kirchenführer des Evangelischen Kirchenbezirks Crailsheim. (Hrsg.) Evangelischer Kirchenbezirk Crailsheim, 2003.
Weblinks
Tiefenbach auf Landeskunde entdecken online - leo-bw
Anmerkungen
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