Die Franken war ein Trossschiff der deutschen Kriegsmarine. Sie kam als fünfte Einheit der Troßschiff-12000t-Bauserie, wie die Dithmarschen-Klasse auch genannt wurde, in den Dienst der Kriegsmarine. Die anderen Schiffe der Klasse waren Dithmarschen, Altmark, Westerwald und Ermland.
Das Wrack der Franken stellt ein großes Umweltrisiko für die Region rund um die Halbinsel Hel und die Danziger Bucht dar.
Baugeschichte Am 17. Dezember 1937 wurde die Franken bei den Deutschen Werken in Kiel auf Kiel gelegt und lief am 8. Juni 1939 vom Stapel. Ursprünglich war ihre Indienststellung für den Herbst 1941 geplant, aber durch den Kriegsausbruch wurde sie ohne Priorität nur langsam weitergebaut. Im Juli 1942 wurde die Franken zur Burmeister & Wain’s Maskin & Skibsbyggeri in Kopenhagen geschleppt und dort fertiggestellt. Sie wurde am 17. März 1942 in Dienst gestellt.
Schiffbeschreibung Die Franken war mit 10.848 BRT vermessen. Das Schiff war 178,25 m lang und 22,1 m breit. Der maximale Tiefgang betrug 10,2 m. Die Besatzung bestand aus 94 bis 208 Mann.
Versorgungskapazität Die Versorgungskapazität der Franken betrug etwa 9400 t Treibstoff, 21 t Schmierstoffe, 195 t Frischwasser sowie 153 t Speisewasser, 790 t Proviant, 208 t sonstige Versorgungsgüter und 972 t Munition.
Ausrüstung Drahtseilwerfer Seebeölungsgeräte für Schiffe und U-Boote Abgabeeinrichtungen für Nass- und Trockengüter 1 Bordflugzeug Heinkel He 114 (geplant)
Antriebsanlage Die Antriebsanlage bestand aus vier MAN-Neunzylinder-Dieselmotoren mit jeweils 6000 PS. Diese ermöglichten dem Schiff einen Höchstgeschwindigkeit von 20,75 kn. Die maximale Fahrstrecke bei 15,5 kn Marschgeschwindigkeit betrug 12800 sm.
Einsatzgeschichte und Versenkung Nach ihrer Indienststellung kam die Franken in der Ostsee zum Einsatz. In der Endphase des Krieges war das Schiff als Teil der Kampfgruppe Thiele in der Danziger Bucht im Hafen von Gdingen oder auf der Halbinsel Hela stationiert. Heftige Kämpfe und die teilweise Einnahme der Häfen von Gdingen und Danzig durch sowjetische Truppen unterbanden die Versorgung der Schlachtschiffe Lützow und Admiral Scheer sowie des Kreuzers Prinz Eugen. Die Bedeutung des Versorgungsschiffs Franken war so stark gewachsen, dass nach dessen Versenkung am 8. April 1945 alle Schlachtschiffe und der Kreuzer aus der Danziger Bucht in die westliche Ostsee verlegt wurden, wo sie an der Schlacht um Kolberg teilnahmen. Während der letzten Phase der Kämpfe im Gebiet der Dreistadt und Ostpreußens versorgte die Franken die Schiffe zweier Marineverbände; zu diesen gehörten der Kreuzer Prinz Eugen, die Torpedoboote Panther, T1, T 5, T 12 und T 35, die Minensuchboote M 15, M 18 und M 29, die Tanker Breitgrund und GÖ 15 sowie das Vorpostenboot V 1706 (Rau XII).
Versenkung Am 8. April lag die Franken auf der Reede von Hela am Ankerplatz G. Am Morgen startetem mehrere Dutzend sowjetische Flugzeuge (vom Typ Boston, Il-2 und Pe-2) einen massiven Angriff, der für die Franken, die lediglich von dem schwach bewaffneten Zerstörer Z 43 geschützt wurde, verhängnisvoll endete. Gegen 11:38 Uhr wurde das Schiff im Bugbereich von zahlreichen Bomben und wahrscheinlich auch Torpedos getroffen; diese verursachten schwere Schäden sowie einen gewaltigen Brand am Bug. Unter Deck kam es zu zahlreichen Munitionsexplosionen. Das Schiff sackte schnell mit dem Bug ab und begann zu sinken. Die Flammen griffen auf das Heck über, und dichter schwarzer Rauch hüllte das Deck ein. Wenige Minuten nach dem Angriff brach das Schiff vor der Back (wo Munition und Öltanks untergebracht waren) auseinander. Die gesamte Besatzung auf der Brücke und an den Buggeschützen kam ums Leben. Der Befehl zum Verlassen des Schiffes wurde umgehend erteilt. Die überlebenden Besatzungsmitglieder retteten sich in die Boote auf der Steuerbordseite; auf der Backbordseite verhinderte die Lage des Schiffes den Einsatz der Rettungsboote. Die meisten der 200 geretteten Besatzungsmitglieder, darunter auch Verwundete, wurden von Schnellbooten und U-Jagd-Booten übernommen und zum Zerstörer Z 43 gebracht. Die Z 43 verblieb bis zum Untergang der Franken vor Ort. Durch anhaltende Luftangriffe der sowjetischen Maschinen sank das Schiff schließlich um 12:22 Uhr, etwa 40 Minuten nach Beginn des Angriffs, auf den Meeresgrund . 48 Besatzungsmitglieder kam auf der Franken und im Wasser ums Leben.
Augenzeugenbericht Heinz Schön lässt in seinem Buch das Besatzungsmitglied und Augenzeugen der Versenkung, den Steuermanngefreiten Erhard Krybus, zu Wort kommen
Kapitäne Kapitänleutnant Hans Gröschel bis März 1942 Korvettenkapitän Walther von Zatorski März 1942 bis Mai 1942 unbekannt Mai 1942 bis Dezember 1942 Korvettenkapitän Heinrich Kempf von Dezember 1942 bis März 1943 Kapitänleutnant Friedrich Schwarze von März 1943 bis September 1943 Korvettenkapitän Franz Krapohl von September 1943 bis April 1945, er ging mit dem Schiff unter
Wrack Die exakte Position des Wracks war lange unbekannt und wurde erst in den 1980ern genauer bestimmt. Als das Schiff sank, brach es auseinander, das Heck, etwa 40 m lang, trieb noch bis etwa 12:22h und versank etwa 420 m entfernt vom restlichen Rumpf, der etwa 130 m lang ist und die Öltanks beinhaltet. Es liegt in einer Tiefe von 60 m bis 67 m in der Mitte der Danziger Bucht in unmittelbarer Nähe eines Natura-2000-Gebietes. Es wird vermutet, dass etwa 2700 t Öl mit dem Schiff untergingen, von dem sich noch 2000 t im Wrack befinden könnten. Im April 2018 wurde eine Untersuchung mit Sonar, Tauchern und ROVs durchgeführt, um das Risiko des Wracks und eines potentiellen Ölaustritts besser einschätzen zu können. Die Untersuchung ergab, dass fünf Tanks (die etwa die Hälfte des Gesamtvolumens an Öl beinhalten könnten) verschlossen waren. Die Sedimentuntersuchungen ergaben sehr hohe Konzentrationen von Mineralöl und die Grenzwerte für polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe und polychlorierte Biphenyle wurden teilweise um das Zweihundertfache (PAKs) bis zum Tausendfachen (Mineralöl) überschritten. Leben ist in der Umgebung des Wracks unmöglich.
Fußnoten
Kategorie:Militärschiff (Kriegsmarine) Kategorie:Militärschiff (Deutsche Werke) Kategorie:Schiffswrack Kategorie:Schiffsverlust im Zweiten Weltkrieg Kategorie:Schiffsverlust 1945