Ljubomir Kraus (* 23. August 1893 in Zagvozd; † 11. Mai 1918 in Pola) war ein kroatischer Angehöriger der k.u.k. Kriegsmarine, zuletzt mit dem Dienstgrad eines MarsgastenZweithöchster der Dienstgrade der k.u.k. Kriegsmarine für Mannschaften und Niedere Unteroffiziere, gleichgestellt dem Quartiermeister, Telegraphengast, Oberheizer usw. M.V.M., der als Deserteur hingerichtet wurde.

Leben Über die Kindheit und Jugend von Kraus ist wenig bekannt. Er war römisch-katholisch, ledig, von Beruf Mechaniker, und trat 1911 in die k.u.k. Kriegsmarine ein.

Geplante Desertion Nach gefährlichen Einsätzen im Ersten Weltkrieg schmiedete eine Gruppe aus vor allem tschechischen Soldaten den Plan, SM Torpedoboot 80 zu kapern und mit diesem in italienisch kontrolliertes Seegebiet überzulaufen, um sich dort der italienischen Marine zu ergeben. mini|Grab in Pola Noch vor der Desertion wurde das Vorhaben aufgedeckt. Die Mitglieder der Gruppe wurden vor ein auf SMS Radetzky einberufenes Militärgericht gestellt. Gemeinsam mit František Koucký wurde Kraus zum Tod durch Erschießen verurteilt.

Die Urteile wurden am 11. Mai 1918 vollstreckt.

Der Hinrichtung wohnte Miklós Horthy bei, der die anwesenden Soldaten streng ermahnte, man müsse diese Verräter loswerden, so wie ein Arzt ein verfaultes Glied aus einem kranken menschlichen Körper entfernt.

Nachwirkung Seine Hinrichtung erregte in kroatischen Kreisen weitreichend Aufsehen. Gemeinsam mit František Koucký wurde er nach dem Krieg in einem von tschechoslowakischer Seite geplanten Grab auf dem k.u.k. Marinefriedhof Pola beigesetzt. Das Grab trägt in italienischer und tschechischer Sprache die Inschrift:

„Sie lehnten sich gegen Österreich-Ungarn auf und hielten heldenhaft am Widerstand fest. Sie wurden am 11. Mai 1918 in Pula erschossen.“

Nach der Machtergreifung der Sozialisten in Jugoslawien wurde in Split die heutige Zlodrina Poljana nach ihm benannt (Ulica Ljubomira Krausa), der Name wurde aber in den 90er Jahren wieder geändert.Josip Lasić (2017). (PDF). Doktorska disertacija. Zagreb: Filozofski fakultet Sveučilišta u Zagrebu.o. A. [Ž.Š.Ž.] (2015). „Preimenovane ulice i trgovi u Splitu: Balkanska, Prvoboraca, AVNOJ-eva, Braće Santini...“. In: Dalmatinski portal, 26. August 2015.

Auszeichnungen

Erinnerungskreuz 1912/13 Karl-Truppenkreuz

Literatur

Bernard Stulli (1959). "Prilozi građi za historiju 1918-e u Istri i Trstu". In: Vjesnik historijskih arhiva u Rijeci i Pazinu. Band 5. Rijeka: Državni arhiv u Rijeci (Staatsarchiv Rijeka). S. 461–507. Miroslav Oliverius (1998). „František Koucký (1894–1918). K 80. výročí popravy námořníka z Hnidous“. In: Slánský obzor. No. 5. S. 60–61. PDF Richard Georg Plaschka (2000). Avantgarde des Widerstands: Modellfälle militärischer Auflehnung im 19. und 20. Jahrhundert. Wien: Böhlau. S. 257. ISBN 978-3-205-98390-3.

Weblinks

Einzelnachweise

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