Magistratgården (deutsch Der Magistratshof) ist ein Gebäude aus dem Jahr 1647 an der Dronningens gate 11 in der norwegischen Hauptstadt Oslo.

Lage Das Gebäude liegt im Stadtviertel Kvadraturen in der Verwaltungseinheit Sentrum. Die Adresse ist Dronningens gate 11. Der Magistratsgården grenzt an den Garmanngården, der von 1734 bis 1843 als Rathaus der Stadt Kristiania (heute Oslo) diente.

Geschichte Der Magistratgården wurde im Jahr 1647 fertiggestellt. Bauherr war der Kaufmann Helge Bertelsen.

Im Jahr 1843 wurde das Gebäude vom Staat aufgekauft und an die Kommune vermietet. Die Kommune verwendete die Räumlichkeiten für die oberste Stadtverwaltung (Magistrat). Dadurch erhielt das Gebäude seinen heutigen Namen. Das Seiten- und Hintergebäude wurde zur Entlastung des nebenan gelegenen Rathauses als Gefängnis verwendet.

Im Jahr 1870 zog der Magistrat in die Møllergata und das Gebäude wurde an den Großhändler Øwre verkauft. Dieser handelte dort mit Getreide und Fisch. Von 1871 bis 1879 war zudem die Deichmanske bibliotek eingemietet. Im Jahr 1927 wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt.

Die Stadt Oslo übernahm das Gebäude 1945 mit der Auflage, dass es Institutionen mit beispielsweise kulturellem oder gesellschaftlichem Wirkungsbereich beherbergen sollte. Im Gebäude befinden sich Büros der Fortidsminneforeningen.

Gebäude Das gemauerte Gebäude hat zwei Stockwerke, ein Kellergewölbe und ein steiles Satteldach. Die Bauweise des Daches ist typisch für die damalige Zeit und die Vorgaben, die unter Christian IV. galten. Es handelt sich um ein klassizistisches Gebäude. Vorbild waren die niederländische Spätrenaissance und Barock. Die Mauer zur Straße hin wurde mit Klinkern gebaut, die verputzt und gestrichen wurden. Auf der Gebäuderückseite ist die Fachwerkbauweise sichtbar.

Die ursprüngliche Fassadengestaltung ist nicht vollständig dokumentiert. Wahrscheinlich waren die Fenster kleiner und es gab einen zur Straße ausgerichteten Quergiebel, der gegen Ende des 18. Jahrhunderts entfernt wurde. Zudem war wohl ein Seitenflügel in Fachwerkbauweise mit Ziegelausfachung vorhanden. Dokumentiert ist ein früheres Nebengebäude mit Lagerräumen, Stall und Speicher.

Die Kreuzsprossenfenster auf der Vorderseite wurden bei einem Umbau im Jahr 1870 verbaut. Die Fenster im Rokoko-Stil auf der Gebäuderückseite wurden im 18. Jahrhundert verbaut. Seit 1754 befinden sich über der Eingangstür das Wappen und ein Monogramm des damaligen Eigentümers Morten Leuch Eliesen und seiner Ehefrau Dorothea Monsen.

Im Inneren des Gebäudes finden sich Elemente aus unterschiedlichen Epochen. Es sind Stuckdecken aus dem 17. Jahrhundert, Rokoko-Elemente aus den 1760er-Jahren und eine starke Prägung durch die Umbaumaßnahmen im 19. Jahrhundert vorhanden.

Weblinks

Magistratgården im Oslo byleksikon (norwegisch) Magistratgården in der Riksantikvaren-Datenbank (norwegisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Bauwerk in Oslo Kategorie:Kulturdenkmal in Oslo Kategorie:Klassizistisches Bauwerk in Norwegen Kategorie:Erbaut in den 1640er Jahren