Carl Moser von Filseck (* 12. September 1869 in Stuttgart; † 20. September 1949 in Göppingen) war ein württembergischer Ministerialbeamter und Gesandter.

Leben

Familie Carl Moser von Filseck entstammte dem württembergischen Adelsgeschlecht Moser von Filseck. Er war das einzige Kind aus der Ehe des württembergischen Ministerialbeamten Rudolf Moser von Filseck (1840–1909) mit Klara von Etzel (1848–1921; Tochter des Eisenbahnbauingenieurs Karl von Etzel).

Er war ab 1897 verheiratet mit Hilda, geb. Clason (* 22. Juli 1872; † 3. Dezember 1950). Aus der Ehe gingen eine Tochter und zwei Söhne hervor.

Werdegang Carl Moser von Filseck verbrachte seine Kindheit in seiner Heimatstadt Stuttgart und in Berlin, wo sein Vater einige Jahre stellvertretender Bevollmächtigter Württembergs beim Bundesrat war. In Berlin erhielt er Privatunterricht, nach Rückkehr der Familie nach Stuttgart besuchte er dort das Eberhard-Ludwigs-Gymnasium. Nach Abschluss der Schule unternahm die Familie im Winter 1887/88 eine dreimonatige Bildungsreise nach Italien, die über Bologna, Florenz und Rom bis Neapel führte. Nach einem Sommersemester an der Universität Genf zur Verbesserung seiner Französischkenntnisse, trat er im Herbst 1888 als Einjährig-Freiwilliger in das 1. Württembergische Ulanen-Regiment (König Karl) Nr. 19 in Stuttgart ein.

Anschließend studierte Carl Moser von Filseck Rechtswissenschaft in Leipzig, Berlin und Tübingen. Er war ab 1889 Mitglied der Studentenverbindung Canitz-Gesellschaft Leipzig.Canitzgesellschaft e.V. (Hrsg.): 150 Jahre Canitzgesellschaft 1875 bis 2025. Eigenverlag, Berlin 2025, S. 250, Nr. 166. Er legte 1894 das erste und 1897 das zweite juristische Staatsexamen ab. Daraufhin trat er in das württembergische Außenministerium ein. Dort wurde in den folgenden Jahren zum Ministerialassessor, Kammerjunker, Kanzleidirektor, Wirklichen Legationsrat und königlichen Kammerherrn ernannt. 1905 wurde er für die drei Sommermonate zur Vertretung des württembergischen Gesandten nach Berlin entsandt.

1906 wurde Carl Moser von Filseck zum württembergischen Gesandten in Bayern mit Sitz in München ernannt. Als solcher war er bis 1918 auch beim Großherzogtum Baden und beim Großherzogtum Hessen nebenakkreditiert. Die nach der Novemberrevolution eingesetzte republikanische Regierung in Stuttgart nahm von einer zunächst geplanten Abschaffung der Gesandtschaft in München später wieder Abstand und beließ Carl Moser von Filseck weiter im Amt. Zu dieser Entscheidung dürften das Bedürfnis der bald bürgerlich-konservativ regierten süddeutschen Länder nach Zusammenhalt gegenüber dem sozialdemokratisch regierten Preußen und die Abwehr zentralistischer Bestrebungen der Reichsregierung wesentlich beigetragen haben. Erst im Juni 1931 setzte der württembergische Landtag die Abschaffung der Münchner Gesandtschaft endgültig auf den 1. April 1933 fest. Carl Moser von Filseck trat damit in den Ruhestand.

Im Ruhestand zog er mit seiner Frau wieder nach Stuttgart. Das gemeinsame Haus wurde am 12. September 1944 bei einem Luftangriff auf Stuttgart ausgebombt. Daraufhin zog das Paar nach Göppingen, wo Carl Moser von Filseck im September 1949 wenige Tage nach seinem 80. Geburtstag verstarb. Sein Grab auf dem Stuttgarter Pragfriedhof ist erhalten. Er war Rechtsritter des Johanniterordens.

Literatur Franz Maier: Carl Moser von Filseck, in: Württembergische Biographien, 2, 2011, S. 192.

Weblinks Carl Moser von Filseck auf LEO-BW

Einzelnachweise

Kategorie:Verwaltungsjurist Kategorie:Wirklicher Legationsrat Kategorie:Kammerherr (Württemberg) Kategorie:Württembergischer Diplomat Kategorie:Gesandter in Bayern Kategorie:Gesandter in Baden Kategorie:Gesandter in Hessen-Darmstadt Kategorie:Person (Stuttgart) Kategorie:Absolvent der Eberhard Karls Universität Tübingen Kategorie:Rechtsritter (Johanniterorden) Kategorie:Korporierter (Studentenverbindung) Kategorie:Adliger Kategorie:Württemberger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1869 Kategorie:Gestorben 1949 Kategorie:Mann