Moritz Rudolf Stiefler (* 21. Mai 1881 in Königsberg (Preußen); † 25. September 1954 in Krems) war ein deutscher Architekt.
Leben und Wirken Rudolf Stiefler war ein Sohn des Kaufmanns und Töpfers Robert Stiefler und dessen Ehefrau Auguste, geb. Zieger.Standesamt Stettin III, Heiratsregister-Eintrag Nr. 141 vom 10. April 1909; eingesehen auf ancestry.de am 4. August 2026. Im Jahr 1909 heiratete er Alice Gertrud Ottilie Dittmann aus Stettin. Das Paar bekam drei Kinder, Leonore (geboren 1911), Werner (1913) und Ulrich Karl (1915).
Stiefler kam 1906 von Königsberg nach Cottbus und begründete dort 1924 das „Büro für Architektur und Kunstgewerbe“, das er später gemeinschaftlich mit Ernst Könecke als „Stiefler & Könecke“ führte. Sie waren verantwortliche Architekten für einige Industriebauten, für die Erweiterung der Kaufhäuser Bodanski und Schocken sowie die Kreissparkasse Cottbus-Land. Er bezeichnete sich als Schüler des Architekten Erich Mendelsohn, der in den 1920er Jahren Filialen des Kaufhauses Schocken in Nürnberg und Stuttgart errichtete.
Stiefler war stilistisch ein Vertreter des Neuen Bauens. Er lehnte aber einen Internationalen Stil ab. Er war der Auffassung, die traditionelle Bauhandwerkstradition des 19. Jahrhunderts solle sich im 20. Jahrhundert hin zu einer Zweckmäßigkeit und Sachlichkeit verändern. In der Architektur solle sich der Fortschritt in Technik und Produktion spiegeln, aber nur mit einer national-kulturellen Eigenart würde er zu einer Qualität in der Architektur führen. Der Erste Weltkrieg hätte eine bedeutende Zäsur gebracht. Danach sei ein neuer Baustil entstanden, der den deutschen Patriotismus genauso spiegeln würde, wie den industriellen Fortschritt. Nach 1933 blieb Stiefler in Deutschland.
1937 wurde das Architekturbüro bei einem Luftangriff zerstört. Stieflers Frau starb 1948. Der Sohn Ulrich Karl gründete nach dem 2. Weltkrieg einen Betrieb für Galvanik in Krems an der Donau. Rudolf Stiefler zog 1952 zu seinem Sohn nach Österreich. Er starb am 25. September 1954 im Alter von 73 Jahren in Krems.
Bauten (Auswahl)
mini|Tuchfabrik, Ostrower Wohnpark 7 Turbinenhaus, Peitz, 1924 (Denkmalschutz) Buca Klinkerwerke auf Werk Cabel, Cabel 1924–1926 Erweiterungsbau des Kaufhauses Schocken am Schlosskirchplatz, Cottbus, 1925 (Denkmalschutz) Umbau des Kaufhauses Bodanski in der Spremberger Straße, Cottbus, vor 1931 Fabrikgebäude der Tuchfabrik Hasselbach & Westerkamp im Ostrower Wohnpark 7, Cottbus, 1925/26 (Denkmalschutz) Buca Säule, Dritte deutsche Ziegelausstellung, Berlin, 1927 Erweiterungsbau des Städtischen Krankenhauses, Thiemstraße 111, Cottbus, vor 1931 Ladenausbau Firma Georg Alex, vor 1931 Wohn- und Bürogebäude Engelmann und Stephan, vor 1931 Villa Butting, Crossen an der Oder, vor 1931, kriegszerstört Bibliothek im Haus Rehn, Peitz, vor 1931 Glasfabrik Weißwasser, Weißwasser, vor 1931 Verkaufshäuschen und Brunnen Bahnhof Calau, Calau, vor 1931 Molkerei, straßenseitiger Erweiterungsbau, August-Bebel-Straße 16, Peitz, 1933–1934 (Denkmalschutz) Neues Gebäude Sparkasse Bahnhofstraße / Ecke Kaiserstraße, Cottbus, 1936 Wohnbebauung, Dresdener Straße 22 bis 57, Hermann-Löns-Straße 14 bis 16, Gallinchener Straße 11, 12, Cottbus, 1937–1939 (Denkmalschutz)
Literatur Lars Scharnholz: Kaufhaus Schocken Cottbus, Diekmann, Leipzig 2000, ISBN 978-3-9807225-0-6, S. 25–34, 77, 78.
Weblinks
Einzelnachweise
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