Fluxus-Zug (Fluxus Zug. Das mobile Museum Vostell. 7 Environments über Liebe, Tod, Arbeit) war ein als mobiles Museum konzipiertes Kunstprojekt von Wolf Vostell aus dem Jahr 1981. Der Fluxus-Zug fuhr vom 1. Mai bis zum 29. September 1981 16 Bahnhöfe in 16 Städten in Nordrhein-Westfalen an. Der Fluxus-Zug bestand aus neun begehbaren Containern, in denen sieben Environments ausgestellt waren.Vostell. Fluxus-Zug. Das mobile Museum. 7 Environments über Liebe Tod Arbeit. Berlin 1981.Wolf Vostell. Retrospektive 92. Edition Braus, Heidelberg 1992, ISBN 3-925520-44-9.

Hintergrund Vostell griff sein Konzept einer idealen Akademie auf, das er 1969 in einem Interview mit Friedrich Wolfram Heubach in der Zeitschrift Interfunktionen entworfen hatte und das der Katalog des Fluxus-Zugs wiedergibt. Vostell verstand den Fluxus-Zug als mobile Kulturarbeit und als Öffnung des traditionellen Museums. Der Fluxus-Zug fuhr von Stadt zu Stadt und sollte sich während des Aufenthalts in die jeweilige Kunst- und Kulturszene einfügen. Die Ankunft in den Bahnhöfen wurde mit einer Eröffnung und einer Pressekonferenz begleitet. Konzipiert war der Fluxus-Zug als lebende Kunstschule, in der das Publikum mit dem Künstler in Dialog treten konnte. Der Fluxus-Zug bestand aus neun Containern, zwei von der Deutschen Bundesbahn und sieben von der Spedition Contrans, die auf Flachwagen transportiert wurden.

Das Publikum betrat den Fluxus-Zug durch einen Videothek- und Kommunikationswagen mit Informationsmaterial zu Vostells Werk. Finanziert wurde das Projekt vom Land Nordrhein-Westfalen unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Johannes Rau. An der Organisation war auch das Museum am Ostwall in Dortmund beteiligt. Der Fluxus-Zug war in jeder Stadt fünf Tage öffentlich an den Bahnsteigen zugänglich. Stationen waren Dortmund, Aachen, Mülheim, Hamm, Bochum, Wuppertal, Köln, Remscheid, Oberhausen, Essen, Düsseldorf, Münster, Leverkusen, Duisburg, Gelsenkirchen und Bonn. Über das Projekt berichtete die regionale Tagespresse, darunter die Rheinische Post und die Neue Ruhr Zeitung. Einzelne Environments wurden später gesondert gezeigt. Zum Projekt erschien der Katalog Vostell. Fluxus-Zug. Das mobile Museum. Das Grußwort schrieb Ministerpräsident Johannes Rau. Weitere Beiträge stammen von Wilhelm Salber, Georg F. Schwarzbauer und Jürgen Schilling.Medien Kunst Netz: Wolf Vostell »Fluxus Zug« medienkunstnetz.de, 1981.Deutschlandfunk Kultur: Wolf Vostell. Meine Kunst ist der ewige Widerstand gegen den Tod. 2007.Vostell, Wolf – Fluxus Zug Fondazione Bonotto, 1981.

Environments Die Engel. Die Engel oder meine süße Augenweide. Die Flüsse. Die Flüsse oder jeder Mensch ist ein Kunstwerk. Die Tänze. Die Tänze oder die Menschenrechte sind Kunstwerke. Die Winde. Die Winde oder die Medien. Die Steine. Die Steine oder die Herkunft des Menschen. Die Wolken. Die Wolken oder der eiserne Vorhang. Die Feuer. Die Feuer oder meine Kämme sind aus Zucker.

Literatur Vostell. Fluxus-Zug. Das mobile Museum. 7 Environments über Liebe Tod Arbeit. Berlin 1981. Wolf Vostell. Das Plastische Werk 1953–1987. Mult(H)ipla, Mailand 1987. Wolf Vostell. Retrospektive 92. Edition Braus, Heidelberg 1992, ISBN 3-925520-44-9. Wolf Vostell. Meine Kunst ist der ewige Widerstand gegen den Tod. Rheinisches Landesmuseum Bonn 2007, ISBN 978-3-9811834-0-5.

Siehe auch Liste der Environments, Installationen und Skulpturen von Wolf Vostell

Weblinks Video: Wolf Vostell, Fluxus-Zug, 1981 Medien Kunst Netz: Wolf Vostell, Fluxus-Zug, 1981

Einzelnachweise

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