Qing chun 18×2 tong wang you ni de lü cheng () ist ein 2024 erschienener taiwanisch-japanischer nostalgischer Liebesfilm des japanischen Regisseurs Michihito Fujii. Darin begibt sich der kürzlich entlassene Spielentwickler Jimmy (Greg Hsu) auf eine Reise durch Japan, um seine erste Liebe Ami (Kaya Kiyohara) wiederzutreffen. Diese hatte er mit 18 Jahren kennengelernt, während sie als Rucksacktouristin durch Taiwan reiste.

Die Geschichte basiert auf einem Blogbeitrag des Videospieleentwicklers und Autors Jimmy Lai aus dem Jahr 2014.

Handlung Jimmy, 36 Jahre alt und der Gründer einer Videospielfirma, wird nach einem Wutanfall in einem Meeting entlassen. Er reist zurück seinen Eltern nach Tainan und findet in seinem Kinderzimmer alte Postkarten von seiner aus Japan stammenden Bekannten Ami. Nachdem er noch eine letzte Dienstreise in Tokio beendet hat, begibt er sich auf eine zunächst ziellose Bahnreise durch Japan.

2006, im Alter von 18 Jahren, steht Jimmy kurz vor Beginn eines Studiums in Taipeh. Er arbeitet in einer Karaokebar des japanischen Besitzers Shimada und seiner Familie. Dort sucht Ami, eine japanische Rucksacktouristin die kaum Mandarin spricht, nach einer Stelle, weil sie ihren Geldbeutel verloren hat und Geld für ihre weiteren Reisen braucht. Sie wird eingestellt und lebt fortan in einem etwas heruntergekommenen Gästezimmer der Karaokebar. Jimmy, der gerade versucht, Japanisch zu lernen, und Ami kommen über ein gemeinsames Interesse an der Mangaserie Slam Dunk ins Gespräch.

In der Gegenwart erreicht Jimmy den Yuigahama Strand und besucht einige weitere Orte, an denen Slam Dunk spielt. Abends trifft er auf den ebenfalls aus Tainan stammenden Liu, der vor Ort ein Izakaya betreibt. Jimmy erzählt ihm von Ami und er schlägt ihm vor, zu ihrem Heimatort Tadami in der Präfektur Fukushima zu fahren, der allerdings in der entgegengesetzten Richtung liegt. Jimmy beschließt, dass er zu lange Umwege gemacht habe und es endlich an der Zeit sei, dorthin aufzubrechen.

Zurück im Jahr 2006 läuft die Karaokebar dank der charismatischen Ami wesentlich besser, weswegen Shimada und seine Familie sie und Jimmy zu einem gemeinsamen Abendessen einladen. Dort erzählt Ami, dass es ihr Traum ist, die ganze Welt zu bereisen, Menschen kennenzulernen und diese Momente in Zeichnungen festzuhalten. Von einem Aussichtspunkt überblicken Jimmy und Ami das nächtliche Tainan und er versucht vorsichtig, sich Ami anzunähern. Während ihrer Unterhaltung verneint Jimmy Amis Frage, ob er vergeben sei, sie weicht der Gegenfrage aber aus und fragt ihn stattdessen, was sein Traum im Leben sei. Er antwortet, dass er nach einer Verletzung seinen Traum als Basketballspieler aufgeben musste und nun nicht sicher sei, was er im Leben erreichen möchte.

Sowohl Jimmy als auch Ami werden zu einem immer festeren Teil der Karaokefamilie. Während Ami ein altes, verblichenes Wandgemälde mit einem neuen übermalt, lernt Jimmy eifrig Japanisch, um besser mit Ami sprechen zu können. Diese lässt sich von Jimmy ein wenig Mandarin beibringen.

In der Gegenwart trifft Jimmy auf den energetischen Koji, der zum ersten Mal auf Reisen ist. Die beiden kommen ins Gespräch und freunden sich an, während der Zug das verschneite, ländliche Fukushima erreicht. Für Jimmy ist der Anblick etwas ganz besonderes und die beiden steigen an der nächsten Station zusammen aus.

Zurück in Taiwan kommt Ami mit dem Wandgemälde gut voran, aber einige Jugendliche malen im Versuch, sie zu beeindrucken, gegen ihren Willen auf der Wand Dinge hinzu. Jimmy schreitet ein und es kommt zu einer Prügelei. Beim anschließenden Mittagessen wird Ami nach ihrem bevorzugten Typ gefragt. Sie antwortet, es müsse jemand aktives sein, der vier Jahre älter ist – Jimmy ist vier Jahre jünger als sie und seit seiner Verletzung zwangsweise nicht mehr so aktiv. Am Abend belauscht er zufällig einen Streit Amis am Telefon und sie sagt, sie brauche noch mehr Zeit, weshalb Jimmy annimmt, sie telefoniere mit ihrem Freund. Als ein Freund ihm Kinokarten für den japanischen Liebesfilm Love Letter schenkt, lädt er Ami auf angeblich freundschaftlicher Basis ein, aber sie besteht darauf, dass es ein Date sei. Am nächsten Tag fahren sie ins Kino, wo ein Plakat für ein Himmelslaternenfestival hängt, zu dem Ami gerne zusammen mit Jimmy hinfahren möchte. Der Film beginnt mit einer Einstellung auf eine im Schnee liegenden Frau.

In ebendieser Landschaft liefern sich Jimmy und Koji eine Schneeballschlacht und Jimmy erzählt ihm von dem Date. Dieses war nicht wie erhofft ausgegangen: Während er vollkommen begeistert von dem Film war, weinte Ami am Ende. Der Film habe sie an ihren Heimatort erinnert, den sie zurückgelassen habe. Jimmy nimmt ihre Hand und versucht sie aufzumuntern, aber Ami weist seine Annäherung zurück und geht zurück auf ihr Zimmer.

Jimmy und Koji verabschieden sich und Jimmy fährt weiter. Er macht einen Zwischenhalt in einem Internetcafé und trifft dort auf die Mitarbeiterin Yukiko, die zufällig ein von Jimmy entwickeltes Spiel spielt. Sie kommen darüber ins Gespräch und als Jimmy Werbung für ein Himmelslaternenfest in Tsunan sieht, biete sie ihm an, ihn dorthin zu fahren, da er es mit der Bahn nicht mehr rechtzeitig erreichen würde.

Wieder zurück im Jahr 2006 beschließt Ami, Tainan zu verlassen, nachdem sie das Wandgemälde in Kürze beenden wird. Darüber sind die anderen bestürzt, ganz besonders Jimmy. Auf seine Frage, ob sie wegen ihres Freundes zurückkehrt, antwortet Ami mit einem Ja. Am Tag vor ihrer Abreise fast sich Jimmy kurzentschlossen ein Herz und lädt Ami ein, mit ihm zum Himmelslaternenfestival zu fahren. Dort angekommen halten sie Händchen und schreiben ihre Wünsche auf ihre Laterne: Jimmy wünscht sich, seinen Traum zu finden und Ami, dass ihre Reisen niemals aufhören. Auf Amis Idee hin schließen die beiden einen Pakt: Sobald ihre Träume erfüllt sind, treffen sie sich wieder. In der Gegenwart lassen Yukiko und Jimmy ebenfalls eine Laterne aufsteigen, Jimmys Wunsch lautet nun, dass sich seine Reisen fortsetzen mögen. Am nächsten Tag verlässt Ami Taiwan.

Jimmy erreicht Tadami und trifft auf Amis Mutter. Diese freut sich sehr, ihn endlich kennenzulernen und bittet ihn herein. Ami habe immer erzählt, dass ihr vier Jahre jüngerer Freund in Taiwan auf sie warte und sie für ihn durchhalten müsse. Nach ihrer Rückkehr habe sie plötzlich doch den Behandlungsmöglichkeiten für ihre schwere Krankheit zugestimmt, allerdings vergebens. In ihrem Kinderzimmer gibt Amis Mutter ihm das Buch, in dem Ami ihre Zeichnungen und Gedanken während ihrer Reise festgehalten hatte. Er versteht, dass sie ihn auch geliebt hat, aber aufgrund ihrer Krankheit, die sie vor allen versteckt hielt, nicht darauf eingehen konnte und stattdessen versuchte, Jimmy ein anderes Ziel im Leben zu geben. Das Ende des Buches hatte sie kurz vor ihrem Tod im Krankenhaus liegend verfasst: Es ist ein Brief an Jimmy.

Auf der Rückfahrt nach Tokio beginnt dieser, einen Brief an Ami zurückzuschreiben. Darin erzählt er ihr, wie sein Leben nach dem Abschied verlaufen ist: Er fand seinen Traum, ein Videospiel zu entwickeln und erreichte diesen auch, aber als er nach der Vollendung seines Traumes bei ihr anrief, um sie nun nach Erfüllung ihres Paktes endlich wiederzusehen, erfuhr er stattdessen von ihrem Tod. Daraufhin stürzte er sich erneut in seine Arbeit, vernachlässigte aber immer mehr die Menschen um ihn herum, wurde rücksichtsloser und verlor jegliche Emotion, was schließlich in seinem Wutausbruch zu Beginn des Filmes gipfelte. Durch seine Reise habe er erkannt, dass es im Leben nicht immer ein „Reiseziel“ geben muss und er beginnt einen Neuanfang, wobei er Ami trotzdem nie vergessen wird.

Produktion Der Film basiert auf der Reiseerzählung "Jugend. 18 x 2" – Eine Reise mit einem japanischen Bummelzug des Videospielentwicklers Jimmy Lai, der 2014 durch Japan fuhr und der von seiner Reise sowie seiner ersten Liebe – einer japanischen Rucksacktouristin namens Ami – erzählte. Im Gegensatz zur Filmfigur Jimmy wurde er zuvor nicht entlassen, stand aber durch die starke Konkurrenz von Handyspielen in seiner Firma unter großem Druck, trotz vielen Entlassungen in kürzester Zeit ein neues Spiel auf den Markt zu bringen. Seine Reise schrieb er ursprünglich als ausgedehnten Tagebucheintrag nieder, erkannte aber, dass darin das Potenzial für eine Veröffentlichung lag. Diese erfolgte unter dem Pseudonym Blue Fox in einem Backpackerblog und sein Bericht erlangte in Taiwan schnell Bekanntheit. Nach Rücksprache mit Amis Mutter hatte er allerdings einige Ortsnamen und Fotografien verändert.

Noch im Jahr der Veröffentlichung wurde Lai für die Filmrechte angefragt und war auch als Drehbuchautor an der Entwicklung beteiligt. Dennoch verlief die Adaption eines vergleichsweise kurzen Reiseberichtes hin zur Spielfilmlänge schleppend. Erst mit der Verpflichtung von Michihito Fujii als Regisseur konnte das Drehbuch abgeschlossen werden. Da der Film zehn Jahre nach Lais Erzählung erschien, wurde auch das Setting der Geschichte um zehn Jahre verschoben: Statt 1996 lernen sich Jimmy und Ami nun 2006 kennen. Auch Jimmys Heimatort wurde von Regisseur Fujii von Chiayi zu Tainan geändert: Fujii, dessen Großvater eine Zeit lang in Tainan gelebt hatte, befand, dass Tainan als wesentlich größere Stadt eher zur Route einer Rucksacktouristin und der historische Charme des Ortes besser zu Amis Liebe zum Zeichnen passe. Produzent Roger Huang hatte zunächst Dreharbeiten entlang der tatsächlichen japanischen Bahnstrecken als zu teuer verworfen, doch ermöglichte die Beteiligung von Fujii ein Abkommen mit JR East. Dadurch konnte auf einigen Nebenstrecken gedreht werden, die in etwa zum geografischen Gebiet der Handlung passen. Für das das Kostüm, Setdesign und die Maske versuchten die deutlich älteren Produzenten, möglichst viele Mitarbeitende um die 36 Jahre zu gewinnen, um den Zeitgeist von 2006 möglichst akkurat einzufangen.

Die Handlungsstränge in beiden Ländern wurden von zwei verschiedenen Teams durchgeführt, dass zu gleichen Teilen aus japanischen und taiwanischen Mitarbeitenden bestand. Durch die Sprachbarriere sei man jedoch viel eher bereit gewesen, einander zuzuhören und eine gemeinsame „Filmsprache“ zu schaffen, die beide Länder verbinde, so Fujii. Als Kameramann war zunächst Zhang Zhiteng vorgesehen, der jedoch Vater wurde und daher absagen musste. An seiner Stelle wurde Keisuke Imamura engagiert, der bereits bei früheren Projekten mit Fujii zusammengearbeitet hatte.

Greg Hsu wurde für die Hauptrolle des Jimmy gecastet und ist, im Gegensatz zu den Filmfiguren, zwölf Jahre älter als Kaya Kiyohara, die Ami verkörperte. Das Casting erfolgte, nachdem ihn zahlreiche taiwanische Freunde Fujiis empfahlen, da er Jimmy in beiden Altern spielen könne. Vor Produktionsbeginn konnte er jedoch kein Japanisch und wurde deswegen eine Woche vor Drehbeginn nach Japan geschickt, um dort die Sprache zu lernen.

Drehbeginn war im März 2023. Durch den in diesem Monat erfolgenden Wechsel der Jahreszeiten konnten sowohl verschneiten Landschaften als auch die beginnende Kirschblüte eingefangen werden. Anschließend wurden die sommerlichen Szenen auf Taiwan gedreht.

Veröffentlichung Im Februar 2024 – einen Monat vor der Premiere des Filmes – veröffentlichte Lai seine Erzählung als Roman.

Der Film feierte im Februar 2024 in Taiwan Premiere und lief am 14. März, dem in Taiwan gefeierten White Day, in den Kinos an. Am Eröffnungstag spielte er etwa 7,7 Millionen NT$ ein und erreichte damit die Spitze der taiwanesischen Kinocharts. Nach drei Monaten hatte 18x2 bereits über 500 Millionen NT$ (ca. 13,6 Millionen Euro) eingespielt und zählt damit zu den erfolgreichste taiwanesischen Produktionen aus dem Jahr 2024.

In Japan startete der Film im Mai 2024. In Deutschland wurde 18x2 im Rahmen des Filmfestivals Nippon Connection 2024 gezeigt. Anschließend war er bis zum Frühjahr 2026 bei Netflix verfügbar.

Rezeption