Hanguk Cheyuk Kwan (auch hangugcheyuggwan, koreanisch 한국체육관) war das „Korean Sports Center“ (auch Korea Gymnasium), die Wiege des koreanischen Sports und wurde 1948 in Seoul, Südkorea, eröffnet. Es war ein historischer Ort, an dem ein wichtiger Teil der Geschichte des koreanischen Sports stattfand. Darunter Gewichtheben, Boxen, Ringen, Judo, Hapkido, Fechten und Taekwondo. 1996 wurde das Gebäude, nach zahlreichen Krisen und da dieses in einem desolaten Zustand war, abgerissen. Mit dem Gebäude verschwand auch der Hanguk Cheyuk Kwan.
Definition des Namens „Hanguk“ (한국, Hanja 韓國, RR hanguk) bedeutet: Korea Land. Südkorea nutzt den Namen seit der Festlegung des 38. Breitengrades am 15. August 1945 (Grenze zwischen Nord- und Südkorea). Statt Hanguk wird aber auch einfach „Han“ (한, 韓) genannt. Hinweis: Nordkorea benutzt den Namen „Joseon“ als Landesnamen.
„Cheyuk“ (체육, Hanja 體育, RR cheyuk) bedeutet Sportunterricht, Gymnasium.
„Kwan“ (관, Hanja 館, RR gwan) bedeutet etwa Institution oder Gebäude – etwa ein Ort, an dem man lernt und Geist sowie Körper kultiviert oder Haus zur Unterbringung und Bewirtung von Gäste bzw. Arbeitsstätte für Beamten oder politische Gesandten.
Geschichte Hanguk Cheyuk Kwan (한국체육관) wurde 1948 als erstes Dojang (Trainingshalle) des Landes als „Korean Sports Center (Korea Cheyukgwan)“ im Tempel „Yakcho-Gwaneumsa (약초 관음사)“ auch Jeonggaksa genannt, welcher als Kolumbarium diente – errichtet unter dem Generalgouverneur von Korea, Saito Makoto, mit dem Namen „Higashi Hongan-ji“Das kaiserliche Japan, das von der Kolonisierung Koreas besessen war, errichtete unmittelbar nach der Hafenöffnung Gunsans am 1. Mai 1899 japanische Tempel und Missionszentren, als hätte es auf diesen Moment gewartet. Die erste Sekte, die sich dort niederließ, war die Jodo Shinshu Otani-Sekte. Im Auftrag der ansässigen Vereinigung eröffneten sie direkt nach der Hafenöffnung ein mit medizinischen Einrichtungen ausgestattetes Missionszentrum (Higashi Honganji)., welcher zum Otani-Zweig der japanischen Jōdo-Shinshū-Sekte gehörte – eröffnet.
Das Hanguk Cheyuk Kwan war auch unter den Namen „Hanche“ oder „Hanche Dojang“ bekannt. Es stand in (Euljiro) Cho-dong, Jung-gu, Seoul, Südkorea und war das Herzstück des koreanischen Sports. Es war nicht nur eine Sportanlage, sondern ein historischer Ort, an dem sich der Wille der Nation, die Wunden des Krieges zu überwinden und die Leidenschaft der jungen Sportler, vereinten.
Die Gründung des Dojang erfolgte 1948 von Lee Kyo-yoon. Er unterrichtete dort zusammen mit Lee Jong-woo Tang Soo Do oder Kwon-beop.
1951 übernahm Lee Sang-mook, ein Judoka und Klassenkamerad von Hwang Eul-su (Boxer) das Amt des Direktors.
Nach heftigem Streit zwischen Lee Jong-woo und Lee Kyo-yoo traten diese aus dem Hanguk Cheyuk Kwan aus und eröffneten eigene Dojangs. Lee Jong-woo gründete 1953 den Jidokwan und Lee Kyo-yoo 1954 den Han Moo Kwan.
Boxen war neben Taekwondo im Hanguk Cheyuk Kwan die repräsentivste Sportart.
Nach dem Abschluss seiner Ausbildung unter Choi Yong-sul im Jahr 1956 kam Ji Han-jae hierher und unterrichtete Hapkido.
Auch die chinesischen Kampfkünste fehlten nicht. denn Shaolin Kung Fu wurde hier unter Lee Deok-kang gelehrt.
Im September 1961 fand im Konferenzraum des Han Kuk Che Yuk Kwan eine geschichtsträchtige Versammlung statt, die zur Gründung der Korean Taesoodo Association, 1966 von Choi Hong-hi umbenannt in Korean Taekwondo Association (dem Vorläufer des heutigen Weltverbandes) führte.
Während seiner Blütezeit war es ein spezialisiertes Dojang, das Athleten in Kampfsportarten und Kampfkünsten entdeckte, um Nationalmannschaftsmitglieder auszubilden. In den 1960er Jahren erlebte die Schule einen Aufschwung in den Abteilungen Boxen und Taekwondo.
Mit dem Bau der „Gaeseongwan“, einer Einrichtung für Kampfsportarten, im Nationalen Trainingszentrum Taereung in Nowon-gu, Seoul, im Jahr 1975 wurde der Niedergang des Han Kuk Che Yuk Kwan eingeleitet.
Das Ende des Hanguk Cheyuk Kwan Am 11. Juni 1976 übergab Direktor Lee Sang-mook das Han Kuk Che Yuk Kwan an Lee Sang-yeol, welcher dieses auf seinen Namen eintragen ließ. Doch Lee Sang-yeol verschuldete sich durch Kreditaufnahme und durch Veruntreuung von Geldern, wobei das Hanguk Cheyuk Kwan in eine Krise geriet.
1974 wurde es dem Bildungsministerium unentgeltlich übergeben und kam somit in den Besitz des Koreanischen Sportrats. Es wurden aber keine Investitionen in das Gebäude getätigt, in dem das Hanguk Cheyuk Kwan zuhause war, wodurch es zu einem starken Rückgang der Trainierenden kam. 1996 war das Hanguk Cheyuk Kwan derart heruntergewirtschaftet und in einem desolaten Zustand, dass die Verwaltungsbehörde das Gebäude abreißen ließ. Mit dem Abriss des Gebäudes verschwand auch das Hanguk Cheyuk Kwan.
Bedeutende Sportler aus der Hanguk Cheyuk Kwan
Han Su-an, Boxer, Bronzemedaille im Fliegengewicht bei den Olympischen Spielen 1948 in London. Song Sun-cheon, Boxer, Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 1956 im Bantamgewicht. Dies war Südkoreas erste olympische Silbermedaille. Kim Ki-soo, Boxer, Goldmedaille im Weltergewicht bei den Asienspielen 1958 in Tokio. Jung Shin-jo, Boxer, Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio. Ji Yong-ju, Boxer, Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt. Bong Chang-won, Ringer, er belegte bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom im Leichtgewicht den vierten Platz. Kim Hae-nam, Gewichtheber, er belegte den 4. Platz bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki, den 5. Platz in Melbourne 1956, den 4. Platz in Rom 1960 und den 6. Platz in Tokio 1964. Chang Chang-seon, Ringer, er gewann Silber bei den Asienspielen 1962 in Jakarta, Silber im Freistilringen im Fliegengewicht bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio und 1966 Gold bei der Weltmeisterschaft im Ringen in Toledo, USA. Yu In-ho, Gewichtheber, Goldmedaille im Bantamgewicht bei den 2. Asienspielen, die 1954 in Manila. Hong Soo-hwan, Boxer, 1974 WBC-Weltmeister im Bantamgewicht. Yeom Don-gyun, Boxer, 1976 WBC-Weltmeister im Superbantamgewicht. Jang Eun-kyung, Judoka, Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal. Yang Jeong-mo, Ringer, Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal.
Einzelnachweise
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