Maria Byrdy (geb. 5. Januar 1910 in Biała Krakowska, Cisleithanien; gest. 4. November 1997) war eine polnische Ärztin, Gründerin des Instituts für Rechtsmedizin an der Medizinischen Akademie in Białystok, langjährige Hochschullehrerin und Ehrendoktorin der Medizinischen Akademie in Białystok.
Lebenslauf Byrdys Vater fiel an der Front des Ersten Weltkriegs in den Reihen der österreichischen Armee. Ab 1929 studierte sie an der Medizinischen Fakultät der Jagiellonen-Universität in Krakau. In den Semesterferien arbeitete Byrdy als Krankenschwester in der Diphtherie-Klinik in Witkowice und in der Heilanstalt für Kinder mit Knochen-Tuberkulose in Zakopane. Am 17. September 1936 machte Byrdy in Krakau ihr Arztdiplom. Im Bonifraters-Krankenhaus in Krakau und im Schlesischen Krankenhaus in Cieszyn absolvierte sie ihr medizinisches Praktikum und begann anschließend 1937 als Assistenzärztin am Institut für Rechtsmedizin der Jagiellonen-Universität zu arbeiten. Mit ihrer Dissertation mit dem Titel erwarb Byrdy im Januar 1939 den Doktortitel. Später arbeitete sie an der Klinik für Innere Medizin der Jagiellonen-Universität und nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs am Institut für Rechtsmedizin in Krakau. Nach dem Krieg arbeitete Byrdy in derselben Abteilung als Oberassistentin und anschließend als Dozentin. 1954 erhielt sie den Titel einer Dozentin, und im November desselben Jahres kam Byrdy nach Białystok, wo sie die Leitung des Lehrstuhls und der Abteilung für Rechtsmedizin an der dortigen Medizinischen Akademie übernahm.
In den Jahren 1962–1966 bekleidete Prof. Maria Byrdy über zwei Amtszeiten hinweg das Amt der Prodekanin für studentische Angelegenheiten und in den Jahren 1966–1969 das Amt der Dekanin der Medizinischen Fakultät der Medizinischen Akademie in Białystok.
Die wissenschaftliche Tätigkeit von Professorin Maria Byrdy umfasste eine Reihe zentraler Themen der Rechtsmedizin, insbesondere medizinrechtliche Fragestellungen, forensische Thanatologie und Serologie. Sie veröffentlichte über 50 Arbeiten in in- und ausländischen Fachzeitschriften. Viele ihrer eigenen Erkenntnisse und Ausarbeitungen flossen in zwei Kapitel eines modernen Lehrbuchs der Rechtsmedizin ein.
Ein Maßstab für die wissenschaftliche Tätigkeit von Professorin Maria Byrda waren auch die über 180 Publikationen, die von ihren Mitarbeitern unter ihrer Leitung verfasst wurden. Aus dieser Tätigkeit ergaben sich Promotionsverfahren sowie wissenschaftliche Beförderungen des von ihr geleiteten Teams sowie zahlreiche Vorträge auf nationalen und internationalen Symposien, Konferenzen und Tagungen.
Angesichts des Mangels an Fachkräften im Bereich der medizinischgerichtlichen Begutachtung leitete sie zahlreiche Fortbildungskurse für Ärzte in der Praxis, hielt Vorträge in größeren städtischen Zentren und wirkte bei Konsultationen mit, um korrekte Gutachten im Sinne der gesetzlichen Vorschriften zu erstellen.
Byrdy war Mitglied der Polnischen Ärztekammer und des Hauptvorstands der Polnischen Gesellschaft für Rechtsmedizin und Kriminologie sowie seit 1976 Mitglied der Académie Internationale de Médecine Légale et de Médecine Sociale.
1984 erstellte Byrdy hat ein gerichtsmedizinisches Gutachten zu den Umständen des Todes von Pfarrer Jerzy Popiełuszko, dessen Inhalt jedoch kritisiert wurde. Der französische Rechtsmediziner André Horve hielt ihr Gutachten für unvollständig. Unter anderem fehlt seiner Ansicht nach die Feststellung, dass die Leiche erst aus dem Wasser gezogen und nach einer gewissen Zeit wieder hineingeworfen wurde, was sich aus anderen Ermittlungsergebnissen ergeben soll.
Ehrungen Am 1. Juni 1990 erhielt sie die Ehrendoktorwürde der Medizinischen Akademie in Białystok, und 1992 erneuerte der Senat der Jagiellonen-Universität in Krakau ihr Arztdiplom. 1995 wurde ihr für ihre Pionierarbeit auf dem Gebiet der Rechtsmedizin die Kitasato-Medaille der Medizinischen Fakultät und der Sanshikai (des Alumni-Vereins der Medizinischen Fakultät) der Keiō-Universität aus Tokio, Japan verliehen.
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