Die schmalspurigen Tenderlokomotiven LAW 12 und 13 waren Dampflokomotiven für den Personenzug- und Güterzugbetrieb bei der Kleinbahn Leer–Aurich–Wittmund und wurden von Henschel 1936 und 1937 gebaut. Sie wurden besonders im Personenverkehr auf der Strecke von Leer nach Aurich eingesetzt.Hinrich Rudolfsen/Wolf-Jobst Siedler, Die Kleinbahn Leer-Aurich-Wittmund, Verlag Kenning, Nordhorn 1997, ISBN 3-927587-46-X

Die Lokomotiven wurden bis 1956 eingesetzt. Danach wurden sie ausgemustert und später verschrottet.

Geschichte 1936 und 1937 wurden mit Henschel-Fabriknummern 23416 und 23417 zwei Lokomotiven in der Meterspur beschafft, sie wurden bei der Kleinbahn Leer–Aurich–Wittmund eingesetzt. Die Maschinen waren als Nassdampflokomotiven ausgeführt waren und entsprachen keiner bekannten Type.Auflistung der von Henschel gefertigten Lokomotiven auf www.werkbahn.de (kann als CD kostenpflichtig erworben werden) Fabriknummernmäßig sind sie zu der zur gleichen Zeit entstandenen Henschel Typ Minister Stein entstanden, besitzen aber wenig Ähnlichkeit mit dieser Normalspurtype. Beschafft wurden sie speziell für schnelle und schwere Personenzüge auf der Strecke zwischen Leer und Aurich, nachdem die Höchstgeschwindigkeit der Strecke 1934 auf 45 km/h angehoben wurde. Auf dem Streckenabschnitt nach Bensersiel hatte es nach dem Erscheinen der Lok einige Schienenbrüche gegeben, sodass die beiden Loks dort nicht mehr eingesetzt werden durften.

Die Lokomotiven haben wenig auffällig ihren Dienst verrichtet. Auf Fotografien erscheint die Lokomotive bloß auf einer einzigen Aufnahme um 1951, als die Maschine einen höheren Dampfdom gegen die Gefahr des Wasserüberreißens trug. Auch während des Zweiten Weltkriegs bei gelegentlichen Angriffen und in den amtlichen Zwischenfällen werden die Loks nicht erwähnt. Durch den allgemeinen Betriebsrückgang in den 1950er Jahren wurden zuerst die Dampflokomotiven getroffen. 1956 wurden beide Lokomotiven ausgemustert und beide später verschrottet.

Technische Daten Die Lokomotiven wurden als einfache Nassdampf-Zweizylinderlokomotiven in Meterspur hergestellt und wurden für die Feuerung mit Steinkohle konstruiert. Das besondere Merkmal war die gedrungene Ausführung, der große Kessel und die niedrige Anordnung des Führerhauses, der Dome und des Schornsteins.Gerd Wolff, Deutsche Klein- und Privatbahnen. Band 9: Niedersachsen 1. Zwischen Weser und Ems, EK-Verlag, Freiburg, 2005|ISBN 3-88255-668-4 Der Grund war, dass die Maschinen trotz ihrer großrädrigen Ausführung problemlos in den Lokschuppen von Aurich fahren konnten.

Der Blechrahmen war mit 10 mm starken Blechen ausgeführt.Henschel & Sohn GmbH, Henschel-Hefte Nr. 13, Kassel, August 1937, Seite 75 Die Wasservorräte waren in seitlichen Kästen gebunkert, im linken Kasten waren zusätzlich noch die Kohlen untergebracht. Die Radsätze waren asymmetrisch mit einem Gesamtradstand von 3.000 mm ausgeführt, der zweite Radsatz wurde angetrieben. Zur Umsteuerung der Heusinger-Steuerung diente ein Steuerhebel.

Sie besaßen zur Lieferzeit eine Feuerbüchse aus geschweißten Kupferplatten, die mit dem Kessel mittels Aufdorn-Stehbolzen verbunden war. Der Kessel lag frei über dem Blechrahmen. Er bestand aus zwei Schüssen, der vordere Langkesselschuss trug den Dampfdom mit einem Flachschieberregler, der hintere Schuss trug den Sandkasten. Der Dampfdom war zunächst sehr niedrig gehalten, später haben die Loks einen höheren Dampfdom erhalten, weil einige Mal bei scharfen Anfahrten Wasser in die Zylinder und Schornstein gezogen wurde. Die Rauchkammer war vom Durchmesser her geringfügig stärker als der Langkessel und trug einen kurzen, konischen Schornstein, der etwas Ähnlichkeit mit einem Caledonian-Schornstein hatte. Auf dem Stehkessel war ein Sicherheitsventil Bauart Pop-Coale untergebracht. Gespeist wurde der Kessel mit einem Injektor, die Zylinderlaufbahn wurde durch eine Schmierpumpe Bauart De Limon geschmiert.

Die Lokomotiven waren mit der Saugluftbremse Bauart Körting, mit Wurfhebelbremse, Zugheizvorrichtung, einem Dampfläutewerk und Geschwindigkeitsmesser von Deuta ausgerüstet. Zur Kupplung mit anderen Fahrzeugen waren sie mit der Balancierhebelkupplung versehen.

Siehe auch Liste schmalspuriger Lokomotiven von Henschel

Literatur Gerd Wolff, Deutsche Klein- und Privatbahnen. Band 9: Niedersachsen 1. Zwischen Weser und Ems, EK-Verlag, Freiburg, 2005|ISBN 3-88255-668-4 Hinrich Rudolfsen/Wolf-Jobst Siedler, Die Kleinbahn Leer-Aurich-Wittmund, Verlag Kenning, Nordhorn 1997, ISBN 3-927587-46-X Henschel & Sohn GmbH, Henschel-Hefte Nr. 13, Kassel, August 1937

Weblinks

www.beitraege.lokomotive.de: Datenblatt über die Fahrzeuge der Kleinbahn Leer-Aurich-Wittmund mit Erwähnung der LAW 12 und 13 eisenbahnstiftung.de: Foto der LAW Nr. 12 im Jahr 1951

Einzelnachweise

LAW 12 Kategorie:Schienenfahrzeug (Spurweite 1000 mm) Kategorie:Schienenfahrzeug (Henschel) Kategorie:Tenderlokomotive Achsfolge C