Elsinore ist ein britischer Spielfilm von Simon Stone aus dem Jahr 2026. Das Drama erzählt von den letzten Monaten im Leben des schottischen Film- und Theaterschauspielers Ian Charleson (1949–1990), dargestellt vom Iren Andrew Scott. Charleson war am National Theatre in London in der Titelrolle des Hamlet zu sehen, bevor er an den Folgen der Immunschwäche-Krankheit AIDS starb. Der Filmtitel leitet sich von der historischen englischen Bezeichnung der dänischen Stadt Helsingør ab, dem Schauplatz von William Shakespeares Bühnenstück. Elsinore wurde Anfang September 2026 beim amerikanischen Telluride Film Festival uraufgeführt sowie als Eröffnungsfilm des London Film Festival ausgewählt. Der reguläre Kinostart ist in den USA für November 2026 und im Vereinigten Königreich für Ende Januar 2027 vorgesehen. In Deutschland wird Elsinore im Februar 2027 in die Kinos kommen.
Handlung London im Jahr 1989: Obwohl Ian Charleson schwer an AIDS erkrankt ist, stellt er sich einer der größten Herausforderungen seiner Karriere: Er bereitet sich darauf vor, am weltberühmten National Theatre die Hauptrolle in Shakespeares Hamlet zu übernehmen. Unterstützt wird er dabei von einer Ärztin.Georg Szalai: Andrew Scott, Olivia Colman to Star in ‘Elsinore,’ About ‘Chariots of Fire’ Star Ian Charleson, for StudioCanal (Exclusive). In: hollywoodreporter.com, 16. Dezember 2026 (abgerufen am 2. August 2026).
Trotz seiner fortschreitenden Krankheit zeigt Charleso unglaubliche Hingabe, Humor und Mut, um eine herausragende Theaterperformance auf die Bühne zu bringen. Dieser große Triumph wird auch zu einer Quelle der Heilung und Inspiration für sein Umfeld.
Entstehungsgeschichte Idee und Drehbuch mini|hochkant|Regisseur Simon Stone (2015) Elsinore ist der vierte Spielfilm des australo-schweizerischen Regisseurs Simon Stone. Das Drehbuch verfasste der britische Schauspieler und Dramatiker Stephen Beresford, der unter anderem auch für das Skript zum Spielfilm Pride (2014) verantwortlich zeichnete. Elsinore basiert auf dem Leben des schottischen Schauspielers Ian Charleson (1949–1990), der international durch Rollen in den Oscar-prämierten Filmen Die Stunde des Siegers (1981) oder Gandhi (1982) Bekanntheit erlangte. Der schwule Darsteller, der sich davor und danach auf klassische Theaterrollen spezialisiert hatte, wurde im Jahr 1986 mit der Diagnose AIDS konfrontiert.
Nachdem der ursprüngliche vorgesehene Hauptdarsteller Daniel Day-Lewis im Jahr 1989 abrupt die Produktion von Hamlet am Londoner National Theatre verlassen hatte, wurde Charleson von Regisseur Richard Eyre als Ersatz verpflichtet. Er hatte den Part bereits 15 Jahre zuvor in einer anderen Theaterproduktion bekleidet. Eyre hatte Bedenken bezüglich Charlesons Gesundheitszustand. Aufgrund seiner fortgeschrittenen AIDS-Erkrankung litt der Schauspieler unter anderem an einer Sepsis, die sein Gesicht anschwellen ließ. Dem Schauspielensemble, der Technik-Crew und dem Publikum wurde vorgetäuscht, dass es sich dabei um Komplikationen nach einer Nasennebenhöhlen-Operation handle. Trotz seiner gesundheitlichen Probleme stand Charleson sechs Wochen lang bis Mitte November 1989 in der Rolle des Hamlet auf der Londoner Theaterbühne. Seine Leistung wurde weithin als eine der großartigsten empfunden, die je im Theater zu sehen war. Einen Tag nach der letzten Vorstellung von Hamlet am National Theatre weigerte sich Charlesons Schauspielkollege Ian McKellen, den Theaterpreis der Zeitung Evening Standard für seine Hauptrolle als Iago in Trevor Nunns Inszenierung von Othello (Royal Shakespeare Company) anzunehmen.Othello. In: mckellen.com (abgerufen am 2. August 2026). Stattdessen gab er die Preisstatuette an Charleson weiter.
Charleson starb acht Wochen später im Alter von 40 Jahren an den Folgen von AIDS. Postum sorgte er dafür, dass die Krankheit auch als offizielle Todesursache angegeben wurde. Charleson war damit der erste Star aus dem Showgeschäft im Vereinigten Königreich, der ihr zum Opfer fiel. Dadurch rückte die Krankheit deutlich stärker in das Bewusstsein der britischen Öffentlichkeit. Theaterschaffende wie Ian McKellen und Hamlet-Regisseur Richard Eyre sowie Filmregisseur Hugh Hudson gaben 1990 eine Gedenkschrift in Erinnerung an Charleson heraus, der sich u. a. Alan Bates, Suzanne Bertish, Peter Eyre, Sharman Macdonald, Sean Mathias, David Puttnam, David Rintoul, Richard Warwick und Ruby Wax mit Beiträgen anschlossen.For Ian Charleson : a tribute. In: discover.libraryhub.jisc.ac.uk (abgerufen am 3. August 2026). Warwick verstarb im Jahr 1997 an den Folgen von AIDS.
Filmproduktion mini|hochkant|Andrew Scott (2025) Über das Filmprojekt wurde erstmals im Dezember 2025 berichtet. In der Hauptrolle von Ian Charleson wurde der vielfach preisgekrönte irische Theater- und Film- und Fernsehschauspieler Andrew Scott besetzt, der ebenfalls schwul ist. Er trat bei Elsinore auch als Filmproduzent in Erscheinung. Scott hatte 2017 den Part des Hamlet in einer modernisierten Inszenierung von Robert Icke am Londoner Almeida Theatre (2017) gespielt.Susannah Clapp: Hamlet review – Andrew Scott is a truly sweet prince. In: theguardian.com, 5. März 2017 (abgerufen am 2. August 2026). Für die Rolle von Charlesons Ärztin wurde die Oscar-prämierte Britin Olivia Colman verpflichtet. Scott und Colman hatten bereits zuvor in der britischen Fernsehserie Fleabag (2019) gemeinsam vor der Kamera gestanden.
Weitere britische Schauspieler ergänzten das Ensemble. Dazu zählte Billie Piper, die Regisseur Stone von seiner preisgekrönten Yerma-Inszenierung am Young Vic Theatre (2016) kannte. Johnny Flynn und Monica Dolan hatten Nebenrollen in Stones verherigem Spielfilm Die Ausgrabung (2021) bekleidet. David Dawson erhielt die Rolle des ebenfalls an den Folgen von AIDS verstorbenen Derek Jarman (1942–1994), während Dickie Beau sechs Jahre lang in einer One-Man-Show Charlesons Hamlet dargestellt hatte. Juliet Stevenson spielte Sylvia Syms (1934–2023), die in Hamlet neben Charleson die Rolle der Gertrude übernommen hatte. Stevenson hatte dieselbe Rolle neben Scott in Ickes 2017er-Inszenierung innegehabt. Charlesons Vater soll voraussichtlich von Peter Mullan verkörpert werden.Catherine Shoard: Andrew Scott’s Oscar-tipped Ian Charleson biopic to open London film festival. In: theguardian.com, 29. Juli 2026 (abgerufen am 2. August 2026).
Die Dreharbeiten fanden ab Anfang Januar 2026 im Vereinigten Königreich statt. Als Kameramann fungierte Mike Eley, während Mel Page für die Kostüme zuständig war. Stone kannte beide von der Zusammenarbeit am Film Die Ausgrabung. Zur weiteren Filmcrew gehörten unter anderem die Szenenbildnerin Helen Scott (Living – Einmal wirklich leben) und der Editor Valerio Bonelli.
Neben Hauptdarsteller Andrew Scott wurde Elsinore von Andrea Occhipinti für Lucky Red und Gabrielle Tana für Magnolia Mae Films produziert. Ebenfalls an dem Filmprojekt beteiligt waren Pete Shilaimon und Mickey Liddell für LD Entertainment, Stefano Massenzi und Carolyn Marks Blackwood sowie Studiocanal. Das französische Unternehmen kümmert sich um den weltweiten Vertrieb.
Veröffentlichung und Rezeption Elsinore wurde am 4. September 2026 im Rahmen des amerikanischen Filmfestivals von Telluride uraufgeführt.Program Guide. In: telluridecms-production.s3.amazonaws.com (abgerufen am 5. September 2026). Erste Kritiken priesen Andrew Scotts Schauspielleistung als „herausragend“ (IndieWireRyan Lattanzio: ‘Elsinore’ Review: Andrew Scott’s Towering Performance as a Dying Actor Can’t Overcome AIDS-Movie Awards Bait Clichés. In: indiewire.com, 5. September 2026 (abgerufen am 5. September 2026).), „umwerfend“ (The Hollywood ReporterDavid Rooney: ‘Elsinore’ Review: Andrew Scott Is Shattering as British Actor Ian Charleson, Throwing Himself Into Playing Hamlet While Succumbing to AIDS. In: hollywoodreporter.com, 4. September 2026 (abgerufen am 5. September 2026).), „äußerst bewegend“ (VarietyOwen Gleiberman: ‘Elsinore’ Review: Andrew Scott Is Powerfully Moving as Ian Charleson, the ‘Chariots of Fire’ Star Who Played Hamlet While Ravaged by AIDS. In: variety.com, 4. September 2026 (abgerufen am 5. September 2026).) oder „herzzerreißend großartig“ (DeadlinePete Hammond: ‘Elsinore’ Review: Andrew Scott Is Heartbreakingly Great As AIDS-Stricken Star Determined To Play ‘Hamlet’ – Telluride Film Festival. In: variety.com, 4. September 2026 (abgerufen am 5. September 2026).).
Der Beitrag wurde auch ins Programm des im selben Monat abgehaltenen Filmfestivals von Toronto aufgenommen. Dort wird Stones Regiearbeit in der Sektion Special Presentations als kanadische Premiere gezeigt.Elsinore. In: tiff.net (abgerufen am 2. August 2026). Zuvor sollen sich auch die konkurrierenden Filmfestivals von Venedig und New York darum bemüht haben, Elsinore als Weltpremiere in ihre offiziellen Programme aufzunehmen.
Die Europa-Premiere von Elsinore findet am 7. Oktober 2026 als Eröffnungsfilm des London Film Festival statt. Als Spielstätte fungiert die Royal Festival Hall des Southbank Centres. Diese befindet sich in unmittelbarer Nähe zum National Theatre, wo Charleson in Hamlet zu sehen war. Kristy Matheson, künstlerische Leiterin des Filmfestivals, bewertete Andrew Scotts zentrale Schauspielleistung vorab als „erstaunlich“. Sie lobte auch das „reich gezeichnete“ Drehbuch von Stephen Beresford und das „außergewöhnliche Schauspielensemble“ talentierter britischer Nachwuchsdarsteller.European premiere of director Simon Stone’s Elsinore to open the 70th BFI London Film Festival. In: bfi.org.uk, 29. Juni 2026 (abgerufen am 2. August 2026).
Der Film startet am 20. November 2026 in ausgewählten nordamerikanischen Kinos, bevor Elsinore über die Thanksgiving-Feiertage und den gesamten Dezember hinweg vom auf weitere Kinos ausgeweitet wird.Focus Features Acquires and Sets North American Release Date for Elsinore Starring Andrew Scott and Olivia Colman. In: focusfeatures.com, 28. Juli 2026 (abgerufen am 2. August 2026). Der Verleih Focus Features hatte im Vorjahr mit dem vielfach preisgekrönten Historiendrama Hamnet (2025) dieselbe Veröffentlichungsstrategie für die Preisverleihungssaison gestartet.Brian Welk: ‘Elsinore’ with Andrew Scott and Olivia Colman Gets November Release Date and First Look Ahead of TIFF. In: indiewire.com, 28. Juli 2026 (abgerufen am 2. August 2026). Das Unternehmen soll sich in einem Bieterwettstreicht die Rechte an Elsinore gegen konkurrierende Filmstudios gesichert haben.Clayton Davis: Focus Features Acquires Andrew Scott’s Ian Charleson Biopic ‘Elsinore,’ Eyes Fall Release and Festival Bow (EXCLUSIVE). In: variety.com, 8. Juli 2026 (abgerufen am 2. August 2026).
Ein regulärer Kinostart im Vereinigten Königreich ist ab 29. Januar 2027 und in Deutschland ab 11. Februar 2027 jeweils im Verleih von Studiocanal geplant.Lily Ford: Andrew Scott and Olivia Colman-Starrer ‘Elsinore’ Set to Open London Film Festival. In: hollywoodreporter.com, 29. Juli 2026 (abgerufen am 2. August 2026).Elsinore. In: filmstarts.de (abgerufen am 3. August 2026). Das französische Unternehmen wird den Film auch in Frankreich, Polen, den Benelux-Ländern, Australien und Neuseeland vertreiben. In Italien wird Elsinore von Lucky Red verliehen. In Lateinamerika wird der Film von Universal Pictures International vertrieben.
Literatur For Ian Charleson : a tribute. London : Constable, 1990. – ISBN 0-09-470250-0.
Weblinks Offizielle Webseite von Focus Features (englisch)
Einzelnachweise
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