Der Stattholdergården (deutsch Statthalterhof), auch Calmeyergården (deutsch Calmeyerhof), ist ein Wohngebäude aus den 1640er-Jahren an der Rådhusgata 11 in der norwegischen Hauptstadt Oslo. Im Erdgeschoss befindet sich das Sternerestaurant Statholdergaarden.

Lage Das Gebäude liegt im Stadtviertel Kvadraturen in der Verwaltungseinheit Sentrum. Es befindet sich an der nordöstlichen Ecke der Kreuzung Kirkegata/Rådhusgata. Die Adresse ist Rådhusgata 11.

Geschichte Das Anwesen wurde gegen Ende der 1640er-Jahre vom Münzmeister Peter Grüner errichtet. Sein Name wurde mit Eisenbuchstaben an der Fassade angebracht. Das Gebäude blieb über ein Jahrhundert lang im Eigentum seiner Familie. Von 1680 bis 1699 mietete es der General und Statthalter Ulrik Fredrik Gyldenløve, der zuvor in der Festung Akershus lebte, wodurch der Name Stattholdergården entstand. Gyldenløve lebte ab 1679 allerdings nicht mehr dauerhaft in Norwegen. Etwa von 1689 bis 1699 befand sich im Gebäude eine Poststelle.

Im Jahr 1716 wurde das Gebäude bei der Belagerung der Stadt durch die Truppen von Karl XII. durch Kanonen beschädigt. In der Folge wurde das hohe Satteldach mit seinen Staffelgiebeln im Renaissancestil durch ein niedrigeres Walmdach ersetzt. Zudem wurde eine der ursprünglich zwei Ausluchten entfernt. Im Jahr 1740 wurde das Nebengebäude, das die Küche und die Stuben der Bediensteten beherbergte, abgerissen. Dieser Teil des Grundstücks ging anschließend an die Nachbarn über.

mini|Stattholdergården im Jahr 1893 In den 1770er-Jahren erwarb der Kaufmann Mathias Calmeyer das Anwesen, wovon sich der Name Calmeyergården ableitet. Wilhelm Dybwad übernahm das Grundstück im Jahr 1890. Im Jahr 1912 wurde das Dach erneut umgestaltet und im Hof ein vierstöckiger Backsteinbau mit L-förmigem Grundriss errichtet. Der Bau diente unter anderem als Bananenlager für den Großhändler Chr. Mathiesen.

Im Jahr 1836 zog der erste Gastronomiebetrieb im Erdgeschoss ein. Im Jahr 1957 wurde das Restaurant in Statholdergaarden umbenannt. Es wurde 1994 von Bent Stiansen übernommen. Vier Jahre später wurde es mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet.

Gebäude Trotz der später vorgenommenen Umbauten hat das Gebäude im Wesentlichen den Charakter eines Stadthauses aus dem 17. Jahrhundert bewahrt. Das Hauptgebäude hat neben zwei Vollgeschossen einen ausgebauten Keller und Dachboden. Das Anwesen verfügt über einen offenen Innenhof, der vom winkelförmigen Nebengebäude aus dem Jahr 1912 umschlossen wird.

Bei den Fassaden zur Straße hin handelt es sich um Backstein-Mauern, die verputzt und rot gestrichen wurden. Zur Rådhusgata hin befindet sich eine Auslucht. Die straßenseitigen Fenster der Hauptgeschosse stammen aus der Zeit des Umbaus von 1912 und spiegeln leichte Einflüsse des Jugendstils wider. Auf der Hofseite sind ältere Kreuzstockfenster erhalten geblieben. Auch das heutige Mansarddach, das Fenster in der unteren Dachschräge umfasst, stammt aus dem Umbau von 1912. Die straßenseitigen Flächen sind mit flachen schwarzen Dachziegeln gedeckt, während die Hofseite mit Schieferschindeln verkleidet ist.

In zwei Räumen des Gebäudes befinden sich Stuckdecken im Rokokostil.

Weblinks

Stattholdergården im Store norske leksikon (norwegisch) Calmeyergården im Oslo byleksikon (norwegisch) Stattholdergården in der Riksantikvaren-Datenbank (norwegisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Bauwerk in Oslo Kategorie:Kulturdenkmal in Oslo Kategorie:Erbaut in den 1640er Jahren