mini|hochkant|Glasmalerei von Benignus von Armagh in der Kirche St. Benan in Kilbennan Benignus von Armagh (, ‚freundlich‘, auch Benineus, eigentlich wohl Benén, mittelirisch Beinéin, neuirisch Bean(n)án) († 467) war ein irischer Missionar und Priester. Sein Festtag ist der 9. November.

Leben Benignus war Sohn des Sesenen (Seisgnéan), eines Kleinkönigs Irlands im heutigen County Meath. Er wurde von St. Patrick getauft und wenig später dessen Lieblingsschüler. Er folgte ihm auf den Bischofsstuhl in Armagh nach.Benignus, S. (15) in: Vollständiges Heiligenlexikon, Augsburg 1858, S. 440, zeno.org In der Hagiographie von St. Patrick (Vita tripartii Sancti Patricii) sind mehrere Geschehnisse mit Benignus erwähnt.The Tripartite Life of Patrick With Other Documents Relating to that Saint. Cambridge University Press, Cambridge 2012, ISBN 978-1-1080-5322-8

Als Schüler Patricks folgte er ihm auf dessen Reisen durch Irland und diente ihm bei dessen Mission.William Grattan-Flood: St. Benignus, in: The Catholic Encyclopaedia. Band 1, Robert Appleton Company New York City 1907 (englisch) Er wurde insbesondere für seine Sangeskunst gerühmt und Patricks Sänger der Psalmen genannt. Er soll an der Erstellung der Brehon Laws beteiligt gewesen sein und das Neunerkollegium unterstützt haben.John Healy: The School of Armagh, in: The Catholic Encyclopaedia. Band 1, Robert Appleton Company, New York City 1907 (englisch) Benignus oder Benen soll Teile des Psalters von Cashel und des Lebor na Cert, einem Gesetzbuch, beigesteuert haben.

Es ist nicht klar, ob Benignus identisch ist mit dem Gründer der Kirche von Kilbannon (cill – deutsch: Kirche).Ökumenisches Heiligen-Lexikon: Benignus Im County Cavan soll er ein Kloster auf dem Drom Benen (Hügel des Benen), heute: Drumbannon, gegründet haben. Auch der Teampull Bheanáin, eine heute verfallene Steinkapelle nahe Kilronan auf Árainn aus dem 11. Jahrhundert, geht auf eine Klostergründung von Benignus zurück.

Legenden Aus dem 12. Jahrhundert stammt eine Legende, dass St. Patrick in die heutige Gegend von Bray kam und dort gegen Ostern 433 den Kleinkönig aus der Gegend taufte. Als Patrick schlief, legte der siebenjährige Sohn des Kleinkönigs namens Benén Blumen auf den schlafenden Patrick. Benén wurde wegen seiner Ungezogenheit gemaßregelt, doch Patrick gebot dem Einhalt und prophezeite dem jungen Benén, dass er eines Tages ihm, Patrick, nachfolge und ein großer Bischof werden würde. Benén wurde zu Patricks Begleiter.

Eine weitere Legende erzählt von dem Konflikt von St. Patrick mit König Laoghaire bei Tara. Ebenfalls Ostern 433 soll St. Patrick dann bei Tara ein Osterfeuer (Paschalfeuer) entzündet haben. Das war eine Provokation gegen die heidnischen Riten. Die Druiden warnten König Laoghaire, dass das Feuer ewig brennen würde, wenn es nicht bis Mitternacht gelöscht sei. Laoghaire, der Patrick töten lassen wollte, befahl ihn zu ihm. Nach den Schutzgebeten (Lorica), die in Irland den Namen St. Patrick’s Breastplate (deutsch: Brustpanzer des Heiligen Patrick) tragen, verkleideten sich Patrick und seine Begleiter als Rehböcke und Benignus als Rehkalb mit dem liturgischen Buch auf dessen Rücken. Dank ihrer Verkleidung konnten sie dem Hinterhalt, den Laoghaire durch seine Schergen hatte legen lassen, entkommen.

Nachdem der Konflikt mit Laoghaire versandet war, wurde von den Druiden ein Gottesurteil vorgeschlagen. Dafür wurde einer der Druiden, ein junger Druide namens Luchat Mael, und Benignus, der wegen seiner jüngst vergangenen Taufe als sündenfrei galt, in einer Holzhütte an einen hölzernen Pfahl gebunden. Beide trugen jeweils das Gewand des anderen, weil der Glaube bestand, dass die Gewänder einen göttlichen Schutz böten. Es wurde ein Feuer gelegt. Luchat Mael verbrannte, doch das Gewand des Benignus war ohne jede Spur des Brandes. Auf der anderen Seite war Benignus kein Leid getan, doch das Gewand des Luchat Mael war zu Asche gefallen.

Zuletzt wird in der Geschichte von Earcnat berichtet, wie Earcnat, die Tochter des Dáire, dem Benignus in Liebe verfallen war und dann starb. Benignus lief zu St. Patrick und holte von ihm Heiliges Wasser. Er besprenkelte den Leichnam Earcnats mit dem Heiligen Wasser und sie erwachte zum Leben. Damit erweckte er sie und sie lebte fortan in geistiger Liebe zu Benignus. Earcnat bereute ihre Sünden und legte ein Keuschheitsgelübde ab.

Literatur Alfred Webb: Saint Benin, in: A Compendium of Irish Biography. M. H. Gill & Co. Dublin 1878. David N. Dumville: Auxilius, Iserninus, Secundinus and Benignus, in: Saint Patrick, AD 493–1993 (Hrsg. David N. Dumville und Lesley Abrams). Studies in Celtic history 13. Boydell, Woodbridge 1993. S. 89–105. ISBN 0-85115-332-1.

Weblinks

Eintrag im Dictionary of Irish Biography

Einzelnachweise

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