Ernst Reiss-Schmidt, auch Reiß-Schmidt (* November 1902 in Düsseldorf; † 1987), war ein deutscher Bildhauer und Architekt.

Leben Ernst Reiss-Schmidt studierte Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf. Dort war er Meisterschüler von Hubert Netzer. Er wurde Mitglied im Künstlerverein Malkasten. Seine Kunst stellte er vor allem auf Ausstellungen in Düsseldorf aus. 1926 war er dort auf der GeSoLei vertreten, 1928 nahm er an der Ausstellung Deutsche Kunst Düsseldorf 1928 teil.Otto Franz, Arthur Kaufmann, Karl Koetschau (Hrsg.): Deutsche Kunst Düsseldorf 1928. Mai–Okt. Ausstellungskatalog (Mai – Oktober 1928), Matthias Strucken Buchdruckerei und Verlag, Düsseldorf 1928, S. 140

Zum 1. März 1933 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 1.550.047).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/34330476 In der SA bekleidete er 1941 den Rang eines Rottenführers. In der Zeit des Nationalsozialismus erhielt er als regimekonformer Künstler etliche staatliche Aufträge, so gestaltete er auch den Trauerschmuck zum Staatsbegräbnis im November 1938 für den deutschen Diplomaten Ernst Eduard vom Rath.

Der Architekt Hans Heuser plante im Rahmen der Reichsausstellung Schaffendes Volk für Reiss-Schmidt das Musterhaus Sodenstraße 8 (dann Ernst-Schwarz-Straße, später Franz-Jürgens-Straße, heute Else-Gores-Straße) in der Golzheimer Siedlung. Mit seiner Ehefrau Eleonore, geborene Göper, lebte er dort von 1936 bis 1953.Corina Gertz: 80 Jahre Künstlersiedlung Golzheim. Düsseldorf, o. D., S. 93 (Digitalisat) Das benachbarte Haus Nr. 10 plante Helmut Hentrich für Reiss-Schmidts Bruder Helwig (* 1904), der ebenfalls Kunstbildhauer war.Liste der Häuser, Bauherren und Architekten, Webseite im Portal schaffendesvolk1937.de, abgerufen am 1. August 2026

Reiss-Schmidt stellte seine Plastiken bis 1944 im Rahmen der Großen Deutschen Kunstausstellungen in München aus.Reinhard Müller-Mehlis: Die Kunst im Dritten Reich. Heyne, München 1976, ISBN 3-4534-1173-0, S. 132 1941 war er dort mit dem Kopf eines „Rheinischen Bauern“ vertreten.Künstler der SA. im Haus der Deutschen Kunst. In: Der SA.-Führer. Zeitschrift der SA.-Führer der NSDAP. 6. Jahrgang, Heft 1 (Januar 1941), S. 33 (Google Books) Drei seiner Werke befinden sich in den Sammlungen der Pinakothek der Moderne in München.Ernst Reiss-Schmidt, Datenblatt im Portal sammlung.pinakothek.de, abgerufen am 1. August 2026

Ein Adressbuch der Stadt Düsseldorf aus der Nachkriegszeit führt ihn als Architekten und Bildhauer.„Reiss-Schmidt, Ernst, Arch. u. Bildhauer Quirinstr. 36“. In: Adreßbuch für die Landeshauptstadt Düsseldorf 1964/1965. S. 879

Literatur Reiss-Schmidt, Ernst. In: Hans Vollmer: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 4: Q–U. E. A. Seemann, Leipzig 1958, S. 44.

Weblinks Ernst Reiß-Schmidt (1902–1987), Suchergebnis im Portal artist-info.com Ernst Reiss-Schmidt, Auktionsresultate im Portal artnet.com

Einzelnachweise

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