Vincentius de Paula Melchior Alexander von Brixen (* 11. September 1850 in Münsterberg in Schlesien; † 27. April 1917 in Herischdorf) war ein preußischer Generalleutnant. mini|Vincentius von Brixen als Kommandeur des 6. Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 68 nach Oktober 1905

Leben Herkunft Vincentius entstammte der I. Linie des schlesischen Adelsgeschlechts von Brixen. Die Familie hatte unter dem Namen „Brix von Montzel“ am 18. März 1665 das schlesische Inkolat im Herzogtum Troppau erhalten und fand am 27. Juni 1669 Aufnahme unter die schlesischen Landstände. Er war der älteste von drei Kindern des preußischen Majors und Herrn auf Heinersdorf Friedrich von Brixen (1802–1880) und dessen Ehefrau Pauline, geborene Albrecht (1813–1873).

Militärkarriere Brixen besuchte die Kadettenhäuser in Wahlstatt und Berlin. Anschließend wurde er am 7. April 1870 als Sekondeleutnant im 2. Magdeburgischen Infanterie-Regiment Nr. 27 der Preußischen Armee angestellt. Bei der 7. Kompanie seines Regiments nahm er im folgenden Krieg gegen Frankreich an den Kämpfen bei Toul, Beaumont, Sedan, Soissons sowie der Einschließung und Belagerung von Paris teil. Für sein Wirken wurde er mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.

Nach dem Friedensschluss war Brixen von November 1872 bis März 1875 Adjutant des I. Bataillons und anschließend Regimentsadjutant. Mit der Beförderung zum Premierleutnant wurde er Mitte April 1877 in das Grenadier-Regiment „Prinz Carl von Preußen“ (2. Brandenburgisches) Nr. 12 versetzt und als Adjutant der 33. Infanterie-Brigade kommandiert. Nachdem man ihn Ende September 1877 von diesem Kommando enthoben hatte, absolvierte Brixen ab Oktober für drei Jahre zur weiteren Ausbildung die Kriegsakademie in Berlin. Ab dem 1. Mai 1881 war er auf ein Jahr zur Dienstleistung beim Großen Generalstab kommandiert. Mitte Oktober 1884 avancierte Brixen zum überzähligen Hauptmann und Mitte März des Folgejahres zum Chef der 3. Kompanie. Unter Verleihung des Charakters als Major wurde er am 14. März 1893 seinem Regiment aggregiert und erhielt einen Monat später das Patent zu seinem Dienstgrad. Vom 21. April 1894 bis zum 17. Juli 1896 war Brixen Kommandeur des I. Bataillons. Anschließend folgte eine Verwendung als Kommandeur des Brandenburgischen Jäger-Bataillons Nr. 3 in Lübben. In dieser Eigenschaft erhielt Brixen die Erlaubnis zur Annahme der ersten Stufe der dritten Klasse des Chinesischen Ordens vom doppelten Drachen sowie des Offizierskreuzes des Ordens des Heiligen Schatzes.Militär-Wochenblatt. Nr. 113 vom 30. Dezember 1896, S. 2950.Militär-Wochenblatt. Nr. 9 vom 27. Januar 1900, S. 208.

Mit der Beförderung zum Oberstleutnant kam er am 17. Februar 1900 als etatmäßiger Stabsoffizier in das 3. Thüringische Infanterie-Regiment Nr. 71 nach Erfurt. Für das ihm durch seinen Regimentschef Fürst Karl Günther von Schwarzburg-Sondershausen verliehene Ehrenkreuz von Schwarzburg II. Klasse erhielt Brixen im April 1901 die Trageerlaubnis.Militär-Wochenblatt. Nr. 39 vom 4. Mai 1901, S. 1041. Vom 22. April 1902 bis zum 9. April 1906 war er als Oberst Kommandeur des in Koblenz stationierten 6. Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 68. Anschließend wurde Brixen Generalmajor und Kommandeur der 78. Infanterie-Brigade in Brieg sowie anlässlich des Ordensfestes im Januar 1909 mit dem Stern zum Kronen-Orden II. Klasse ausgezeichnet. Am 19. Juni 1909 folgte unter Beförderung zum Generalleutnant seine Versetzung als Kommandeur der 36. Division nach Danzig. Im Juli 1910 erkrankte Brixen und musste sich bis Ende September des Jahres durch den Kommandeur der 2. Garde-Infanterie-Brigade Generalmajor Ferdinand von Quast vertreten lassen. In Genehmigung seines Abschiedsgesuches wurde er am 3. Februar 1911 mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt und Wilhelm II. verlieh ihm aus diesem Anlass den Stern zum Roten Adlerorden II. Klasse mit Eichenlaub.Militär-Wochenblatt. Nr. 26 vom 23. Februar 1911, S. 571.

Familie Brixen hatte sich am 26. September 1882 auf Schloss Stubendorf mit Maria Gräfin von Strachwitz (1862–1944) verheiratet. Aus der Ehe gingen die Kinder Friedrich (* 1884), Cécil (1885–1919), Heinrich (1886–1918), Werner (*/† 1890), Dietrich (* 1891), Maria-Xavera (1893–1922), Markus (1894–1915), Loiuse (* 1900), Maria (1901) und Ursula (* 1903) hervor.

Literatur Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Alter Adel und Briefadel. 1930. Zweiundzwanzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1929, S. 104–106. Paul Graßmann, Rudolf Maywald: Stammliste der Offiziere, Sanitäts-Offiziere und Beamten des 6. Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 68 vom 4. Juli 1860 bis 30. April 1919. 3. Auflage, Berlin 1924, S. 101. Max von Lessel: Gedenkblätter des Offizier-Korps Infanterie-Regiments Prinz Louis Ferdinand von Preußen (2. Magdeburgisches) Nr. 27. R. Eisenschmidt, Berlin 1890, S. 203. von Münchhausen: Offizier-Stammliste des Brandbg. Jäger-Bataillons Nr. 3 und der Masch.-Gewehr-Abteilg. Nr. 7. Richter & Munkelt, Lübben 1909, S. 86–87.

Einzelnachweise

Kategorie:Generalleutnant (Königreich Preußen) Kategorie:Person im Deutsch-Französischen Krieg Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 2. Klasse Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 2. Klasse Kategorie:Träger des Ehrenkreuzes von Schwarzburg Kategorie:Träger des Ordens der Krone von Rumänien (Großoffizier) Kategorie:Träger des Ordens des Heiligen Schatzes Kategorie:Träger des Ordens vom Doppelten Drachen Kategorie:Infanterist (Preußen) Kategorie:Adliger (Königreich Preußen) Kategorie:Preuße Kategorie:Geboren 1850 Kategorie:Gestorben 1917 Kategorie:Mann