mini|hochkant|Jerzy Ciemniewski (2017)

Jerzy Stanisław Ciemniewski (* 2. August 1939 in Warschau; † 11. Januar 2018 ebenda) war ein polnischer Jurist und Politiker (UD, UW). Er war Abgeordneter des Sejm von 1991 bis 1998 in der I., II. und III. Wahlperiode. Von 1998 bis 2007 war er Richter am Polnischen Verfassungsgerichtshof.

Leben und Beruf Ciemniewski schloss 1962 sein Jurastudium an der Universität Warschau ab. Nach seinem Studienabschluss war er bis 1969 als Wissenschaftler dort tätig. Ab 1969 arbeitete er am Rechtswissenschaftlichen Institut der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Dort wurde er zum Doktor der Rechtswissenschaft promoviert. 1989 habilitierte er sich mit der verfassungsrechtlichen Arbeit System delegacki na tle ewolucji ustroju politycznego SFR Jugosławii.„dr hab. Jerzy Stanisław Ciemniewski“ auf archiwum.nauka-polska.pl, abgerufen am 31. Juli 2026. Er war außerordentlicher Professor an der Polnischen Akademie der Wissenschaften und an der Akademie für Recht und Finanzen in Bielsko-Biała sowie Dozent an der Nationalen Fachhoschule für Öffentliche Verwaltung. Nach seiner Zeit als Verfassungsrichter war er bis 2016 stellvertretender Chefredakteur der Zeitschrift „Przegląd Sejmowy“.

Ciemniewski wurde auf dem Powązki-Friedhof in Warschau beigesetzt.Todesanzeige auf nekrologi.wyborcza.pl, abgerufen am 1. August 2026.

Politik Von 1980 bis 1989 gehörte Ciemniewski der unabhängigen Gewerkschaft Solidarność an. 1982 gehörte er zu den Mitbegründern des polnischen Helsinki-Komitees. Er veröffentlichte juristische Beiträge in der Untergrundpresse. Bei den Gesprächen am Runden Tisch gehörte er für die Opposition der Arbeitsgruppe für Recht und Justiz sowie der Arbeitsgruppe für politische Angelegenheiten an. Die Solidarność entsandte ihn in die Nationale Wahlkommission für die halbfreien Parlamentswahlen zum sog. „Vertragssejm“ im Juni 1989. Von 1989 bis 1991 war er Staatssekretär im Ministerrat.

Bei der ersten vollständig freien Parlamentswahl 1991 wurde er für die Unia Demokratyczna, der er sich inzwischen angeschlossen hatte, in den Sejm gewählt.Ergebnis in Monitor Polski 1991, Nr. 41, S. 504. Bei der Wahl 1993 wurde er für die UD wiedergewählt.Ergebnis in Monitor Polski 1993, Nr. 50, S. 757. Nach der Fusion mit dem Kongres Liberalno-Demokratyczny zur Unia Wolności 1994 wurde er für diese 1997 erneut in den Sejm gewählt.Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 1. August 2026. Im Dezember 1998 legte er sein Abgeordnetenmandat nieder und wurde Richter am Polnischen Verfassungsgerichtshof. Seine Amtszeit lief bis Dezember 2007. In dieser Zeit war er unter anderem Berichterstatter in den Verfahren zur Verfassungsmäßigkeit der Agrarreform, zu den Voraussetzungen der Verhängung von Ersatzfreiheitsstrafen und zur Frage der verfassungsmäßigen Bedeutung von Amtszeiten.„Profesor Jerzy Ciemniewski 1939–2018. W poszukiwaniu czasu nieutraconego“ auf journals.law.uj.edu.pl, abgerufen am 1. August 2026.

Ehrungen 2010 Komturkreuz des Ordens Polonia RestitutaVerleihnachricht in Monitor Polski 2011, Nr. 31, S. 1278.

Aus Anlass seines 75. Geburtstages wurde ihm 2014 die Festschrift „Konstytucja, rząd, parlament. Księga jubileuszowa Profesora Jerzego Ciemniewskiego“ gewidmet.

Weblinks

Biogram auf der Seite des Sejm

Einzelnachweise

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