Die Feuerwehr in Spanien setzte sich im Jahr 2010 zusammen aus 19.886 Berufsfeuerwehrleuten und zusätzlich auch 3.437 freiwilligen Feuerwehrleuten und 3.745 weiteren Kräften, darunter 2.260 Saisonkräfte zur Bekämpfung von Waldbränden, 1.390 Mitglieder von Flughafenfeuerwehren und 95 Militärs. Das Feuerwehrwesen in Spanien (Servicios de Prevención y Extinción de Incendios) ist dezentral organisiert.

Geschichte Die organisierten Feuerwehren in Spanien haben eine lange Geschichte, die im 16. Jahrhundert mit frühen lokalen Einheiten wie den Matafuegos begann. 1821 erfolgte die Gründung des ersten offiziellen Cuerpo de Zapadores-Bomberos (Pionier- und Feuerwehrkorps) in Granada, gefolgt von Madrid und Saragossa. 1825 wurde La Companyia de Bombers in Barcelona gegründet. Das Kommunalgesetz von 1955 schrieb vor, dass in allen Gemeinden mit mehr als 5.000 Einwohnern eine Feuerwehr eingerichtet werden musste, sah jedoch finanzielle und technische Unterstützung durch die Landes- und Bezirksverwaltungen vor, die den Dienst dann selbst organisieren konnten, falls die Gemeinden dies nicht taten. Gemäß Artikel 148 der Spanischen Verfassung von 1978 regeln die neu gebildeten Autonomen Regionen den Umweltschutz, die Forstwirtschaft und das Rettungswesen eigenständig über ihre jeweiligen Autonomiestatute. mini|Feuerwehrfahrzeug aus Madrid 2004

Organisation Die Metropolen (wie Madrid oder Barcelona) unterhalten eigene städtische Berufsfeuerwehren; Bomberos Municipales wie die Bombers de Barcelona und das Cuerpo de Bomberos de Madrid.

Die Autonomen Gemeinschaften Spaniens, die auch die Gesetzgebungskompetenz für den Brandschutz besitzen, verfügen meist über eigene, einheitliche regionale Feuerwehrstrukturen oder spezialisierte Einheiten (z. B. für den Waldbrandschutz und den Katastrophenschutz). Beispiele hierfür sind der Plan INFOCA in Andalusien oder Infocam in Kastilien-La Mancha. Für kleinere Gemeinden und den ländlichen Raum sind meist die Provinzialverwaltungen oder Inselräte (Consells Insulars, z. B. auf Mallorca) zuständig, die übergeordnete Feuerwehrverbände (Consorcios) koordinieren. Der Großteil der Feuerwehren vor Ort besteht aus Berufsfeuerwehren (Bomberos Profesionales). Ergänzend gibt es in einigen ländlichen oder gebirgigen Regionen auch Freiwillige Feuerwehren (Bomberos Voluntarios). mini|Bomberos de Peinador Neben den regionalen und lokalen Wehren unterhalten nationale Behörden sowie die Flughafenbehörde (AENA) eigene, spezialisierte Werk- und Flughafenfeuerwehren. Bei überregionalen Großeinsätzen und schweren Naturkatastrophen (wie Waldbränden) unterstützen zudem staatliche Einheiten wie das Ministerium für ökologischen Wandel (MITECO) und das nationale Koordinationszentrum (CCINIF). Die militärische Nothilfeeinheit UME (Unidad Militar de Emergencias) verfügt u. a. über Löschflugzeuge, die auf offizielle Anforderung der betroffenen Autonomen Gemeinschaft eingesetzt werden können.

Die 2005 gegründete CONBÉ (Asociación de Consorcios y Servicios de Bomberos de España) vertritt die öffentlichen Verwaltungen und Träger, die die Brandschutz-, Feuerlösch- und Rettungsdienste (SEPEIS) in vielen Regionen Spaniens organisieren.

Ausrüstung Die Ausrüstung der spanischen Feuerwehren unterscheidet sich stark nach Einsatzgebiet. Die Ausrüstung für den urbanen Raum entspricht europäischen Standards, ebenso die entsprechenden Fahrzeuge wie z. B.

BUL (Bomba Urbana Ligera): Leichte, kompakte Löschfahrzeuge speziell für enge Gassen in spanischen Altstädten BUP (Bomba Urbana Pesada): Schwere Standardlöschfahrzeuge für urbane Räume, vergleichbar mit deutschen Löschgruppenfahrzeugen Autoescalas / Brazos: Drehleitern und Hubrettungsbühnen mit Höhen von bis zu 55 Metern

Ein größerer Teil der Einheiten ist auf die Bekämpfung von Waldbränden (incendios forestales) spezialisiert. Deren Ausrüstung umfasst besonders leichte Schutzbekleidung, Spezialwerkzeuge für den Waldbrandeinsatz wie den „Gorgui“ sowie geländegängige Tanklöschfahrzeuge (Bombas Forestales Pesadas/Ligeras).

Der Hersteller ITURRI mit Sitz in Sevilla baut einen Großteil der nationalen Einsatzfahrzeuge und stellt auch hochentwickelte Schutzkleidung her.

mini|Löschflugzeug Canadair CL-215T der spanischen Streitkräfte Die militärische Nothilfeeinheit UME verfügt für den Waldbrandeinsatz über Löschflugzeuge (den spanischen Luftstreitkräften zugeteilt, von der UME betrieben):

Canadair CL-215: 14 Canadair CL-415: 3 (7 weitere im Zulauf)

sowie Hubschrauber (den Heeresfliegern (FAMET) zugeteilt, von der UME betrieben)

Eurocopter EC 135: 4 AS 532 Cougar: 4 (bestellt).

Wäldbrände in Spanien Die Ausmaße der Wäldbrände in Spanien haben sich in den letzten Jahrzehnten verstärkt. Nach Schätzungen des Europäischen Waldbrandinformationssystems EFFIS wurden in Spanien 2025 3440 Quadratkilometer Wald vernichtet, die schlimmste Brandsaison der letzten 30 Jahre. 2026 sind durch Waldbrände bis Anfang August mehr als 3400 Hektar Land niedergebrannt. Die Feuerwehren werden auch durch ausländische Helfer und Löschflugzeuge unterstützt.

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Einzelnachweise

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