Die 24. Separate Mechanisierte Brigade benannt nach König Daniel (Militäreinheit Nr. A0998; , 24 ОМБр, в/ч: A0998) ist eine Brigade des ukrainischen Heeres. Sie wurde bereits 1918 gegründet und ist somit der älteste Militärverband der Ukraine.
Frühgeschichte Sowjetrussland Der Verband wurde am 26. Juli 1918 auf Befehl des Revolutionären Kriegsrats als 1. Simbirsker Infanteriedivision aufgestellt. Im November 1918 wurde sie in 24. Simbirsker Schützendivision umbenannt. Sie nahm aktiv am Russischen Bürgerkrieg im Wolgagebiet, im südlichen Ural sowie in Polesien und Wolhynien teil. Einer ihrer Regimentskommandeure war damals der spätere Armeegeneral Maxim Purkajew.
1922 wurde sie in 24. Samaro-Simbirsker Eiserne Schützendivision umbenannt. 1924 erfolgte eine weitere Umbenennung in 24. Samaro-Uljanowskische Eiserne Schützendivision. Im Winterkrieg von 1939 bis 1940 zeichnete sich die Division beim Durchbruch der Mannerheim-Linie auf der Karelischen Landenge aus.
Zweiter Weltkrieg Die Division nahm von Beginn des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion 1941 an an den Kämpfen teil. Sie war unter anderem an der Verteidigung von Kiew beteiligt und kämpfte als Teil des 21. Schützenkorps und der 13. Armee in Weißrussland.
Angeblich wurde die Division am 27. Dezember 1941 aufgelöst, weil ihre Standarte im Raum Minsk verloren gegangen war. Später stellte sich heraus, dass der Politoffizier der Division, Oberkommissar A. W. Barbaschew, im Besitz der Standarte, als die Division versuchte, aus dem deutschen Kessel auszubrechen. Barbaschew starb am 6. August 1941 in der Nähe des Dorfes Anjutino in der Mahiljouskaja Woblasz. Der ortsansässige Bauer D. N. Tjapin fand später die befleckte Divisionsfahne auf der Leiche des Offiziers. Er vergrub den Leichnam zusammen mit der Standarte im örtlichen Friedhof.
Nach der Räumung des Dorfes Anjutino durch die Rote Armee wurde die Standarte aus dem Friedhof geborgen und restauriert. Am 20. Februar 1944 wurde sie im Rahmen einer feierlichen Fahnenübergabe an die 24. Schützendivision (2. Formation) übergeben. D. N. Tjapin wurde für das Auffinden der Divisionsfahne geehrt, indem er Liste der 1. Kompanie eines der Divisionsregimenter aufgenommen wurde.
2. Formation Die 24. Schützendivision wurde am 7. Januar 1942 durch Umbenennung der 412. Schützendivision neu aufgestellt. Diese war im Dezember 1941 im Oblast Kirow als Teil des Militärbezirks Archangelsk aus der 48. Reserve-Schützenbrigade gebildet worden. Zur 412. gehörten neben dem 1022. Artillerieregiment und dem 910. Fernmeldebataillon sowie kleineren Einheiten auch das 1355., 1357. und 1358. Schützenregiment. Sie wurde in den südwestlichen Teil des Oblast Wologda verlegt und anschließend in die 24. Division umbenannt. Die neue Division übernahm nicht die Traditionen der Eisernen Division, behielt aber deren Regimentsnummern bei. Angehörige der 29. Reserve-Schützenbrigade und des 385. Haubitzenartillerieregiments bildeten zusammen mit weiteren Soldaten des Militärbezirks Archangelsk die neue 24. Division.
Während des Krieges war diese Division von April bis Mai 1944 Teil der Armeen an der West-, Kalinin-, Stalingrader, Don- und Südwestfront. 1945 war sie Teil der 18. Armee der 4. Ukrainischen Front.
Die Division nahm an der Schlacht von Stalingrad, der Donbass-Offensive, der Befreiung des linken Ufers der Ukraine, der Schytomyr-Berdytschiw-Offensive, der Kesselschlacht von Kamenez-Podolski, der Lwiw-Sandomierz-Operation, den Operationen in den Ostkarpaten, den Westkarpaten, Mähren-Ostrava und der Prager Offensive teil.
Die Kampfhandlungen der Division endeten am 24. Juni 1945, 100 km von Prag entfernt. Der letzte Zug der Division unter Hauptmann Kljujew nahm an der Moskauer Siegesparade von 1945 teil.
Am 10. Juli 1945 wurde die Division aufgelöst und ihre Nummer der 294. Schützendivision übertragen, die zur 24. Schützendivision (3. Formation) wurde.
Kalter Krieg Im Juni 1957 wurde die 24. Schützendivision in 24. Motorisierte Schützendivision umbenannt. Die Umbenennung erfolgte in Jaworiw, Oblast Lwiw, Militärbezirk Karpaten, und die Division, später Brigade, ist seitdem dort stationiert. Der damalige Major Igor Rodionow kommandierte von 1970 bis 1973 ein motorisiertes Schützenregiment in der Division.
1982 sollte die Division zu einem Armeekorps aufgewertet werden (nach dem Vorbild der 5. und 48. Gardedivision in Weißrussland und Transbaikalien), doch diese Pläne wurden verworfen. Die Division diente fortan zur Erprobung für neue Ausrüstung.
Ende der 1980er Jahre trug die Division den Ehrentitel Samar-Uljanowsk, Žihle, Berdytschiw, vierfacher Rotbannerorden der Oktoberrevolution, Suworow und Bohdan Chmelnyzkyj Motorisierte Schützendivision.
Unabhängige Ukraine mini|200px|Brigadesoldaten auf einem BMP-2, 2016 Nach dem Zerfall der Sowjetunion schworen die Divisionssoldaten den Treueid auf die Ukraine und der Verband wurde als Mechanisierte Division redesigniert.
Zum Anlass des 800. Geburtstages Daniel Romanowitsch's verlieh Präsident Leonid Kutschma dem Verband am 19. April 2001 den Ehrentitel benannt nach König Daniel.
Im Jahr 2003 wurde die Division dann in die heutige 24. Mechanisierte Brigade umstrukturiert.
Russisch-Ukrainischer Krieg
Die Brigade kämpfte 2014 und 2015 im Krieg im Donbas.
Am 18. November 2015 wurden dem Verband, im Rahmen der Dekommunisierung , einige sowjetische Auszeichnungen und Ehrentitel aberkannt, und wurde zur 24. „Berdytschiw-Eisernen“ Mechanisierten Brigade „bennant nach König Daniel“. Letztlich wurden der Brigade am 23. August 2017 die restlichen sowjetischen Ehrungen aberkannt.
Im Februar 2016 führten Soldaten des 1. Bataillons der Brigade in Lwiw eine Übung mit amerikanischen, kanadischen und litauischen Ausbildern durch.
Im Jahr 2018 war die Brigade erneut im Kampfeinsatz und war an der Frontlinie in der Nähe von Horliwka stationiert.
Bis Dezember 2019 wurden 152 Soldaten der Brigade in Russlands Krieg getötet.
Vollinvasion 2022 mini|200px|links|Bei Tschassiw Jar erbeutete Giazint-S im Einsatz Von Beginn der vollumfänglichen russischen Invasion an war die 24. Brigade in zahlreiche Gefechte gegen russische Truppen verwickelt, wie zum Beispiel die Schlacht von Lyssytschansk und die Schlacht um den Donbas.
Oberst Walerij Huds, der damalige Brigadekommandeur, fiel am 12. März 2022 in der Oblast Luhansk. Der Verband verteidigte Popasna im Gebiet Luhansk bis April, als sich ukrainische Truppen aus der Stadt zurückzogen. Nach Popasna verteidigte die Brigade Solote, Sjewjerodonezk und Lyssytschansk.
Später wurde sie in die Oblast Cherson verlegt, um an der dortigen ukrainischen Gegenoffensive teilzunehmen.
Ebenso war sie an der Verteidigung von Soledar und Bachmut beteiligt.
Ab Januar 2024 war sie an der Horliwka-Front in der Oblast Donezk stationiert, wo sie an der Verteidigung von Torezk und Nju-Jork beteiligt war. Von dort wurde sie dann nach Tschassiw Jar verlegt.
Am 2. März 2025 erhielt die Brigade VAB-Mannschaftstransportwagen.
Struktur mini|200px|Von Slowenien erhaltene BVP M-80 24. Mechanisierte Brigade Hauptquartier 25px 1. Mechanisiertes Bataillon 25px 2. Mechanisiertes Bataillon 25px 3. Mechanisiertes Bataillon 25px 1. Schützenbataillon 25px 2. Schützenbataillon 25px Motorisiertes Bataillon 25px Panzerbataillon 25px Bataillon Unbemannter Systeme Ares Artilleriegruppe Hauptquartier und Feuerleitung 25px 1. Artilleriedywision 2. Artilleriedywision 25px Raketenartilleriedywision Panzerabwehrbatterie Instandhaltungskompanie Logistikkompanie Fernmeldekompanie CBRN-Abwehrkompanie 25px Flugabwehrdywision Pionierbataillon 25px Instandhaltungsbataillon Logistikbataillon Fernmeldebataillon Radarkompanie 25px CBRN-Abwehrkompanie Sanitätskompanie Scharfschützenzug Patronagedienst Zivil-militärische Zusammenarbeit
Kommandeure mini|200px|Scharfschütze der Brigade in Tschassiw Jar Generalmajor Walentyn Tymko (1992–1994) Generalmajor Mykola Petruk (1994–1996) Oberst Wassyl Maljuch (1996–1997) Oberst Mychajlo Kuzyn (1997–1999) Oberst Wolodymyr Kyssiljow (1999–2001) Generalmajor Jurij Boryskin (2001–2002) Oberst Ihor Ostapenko (2002–2003) Oberstleutnant Oleksij Schelesnyk (2003–2004) Oberstleutnant Lendar Charachalil (2004–2007) Oberst Wolodymyr Trunowskyj (2007–2010) Oberst Oleksandr Pawljuk (2010–2015) Oberst Anatolij Schewtschenko (2015–2017) Oberst Walerij Huds (2017–2020) Oberst Serhij Postupalskyj (2020–2022) Oberst Roman Mamawko (März 2022–September 2022) Oberst Iwan Holischewskyj (2022–2024) Oberst Maksym Lisnytschyj (seit 2024)
Siehe auch 21. Mechanisierte Brigade 93. Mechanisierte Brigade 155. Mechanisierte Brigade (Ukraine)
Weblinks
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Brigade (Ukraine) Kategorie:Militär (Oblast Lwiw) Kategorie:Rajon Jaworiw