Friedrich Ludwig Ferdinand von Dobeneck (geboren am 26. September 1770 in Ludwigsburg; gestorben am 11. Dezember 1810 in Bayreuth) war ein deutscher Jurist und Schriftsteller.

Dobeneck war der Sohn von Hans Ludwig Christian von Dobeneck. Ab 1768 studiert er die Rechte an der Universität Erlangen und arbeitete ab 1791 als Regierungsassessor und ab 1795 als Regierungsrat in Bayreuth. Zuletzt war er bayerischer Appellationsgerichtsrat.

1815 erschien postum Dobenecks Schrift Des deutschen Mittelalters Volksglauben und Heroensagen in zwei Bänden, herausgegeben von und mit einem Vorwort von Jean Paul, mit dem Dobeneck bekannt war und in dessen Briefwechsel Dobeneck bzw. dessen Schrift öfters erscheint.

Das Werk war nicht so populär und bedeutend wie etwa die ungefähr gleichzeitigen Deutschen Sagen der Brüder Grimm oder die Sagensammlung von Ludwig Bechstein, zu seiner Zeit aber durchaus bekannt und eine der von Heinrich Heine in dessen Schriften Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland und über die Elementargeister genutzten Quellen, unter anderem für die von Heine dort erwähnten Sagen um den Graf Lanval, den Herrn GrüelandLe lai de Graelent ist ein französisches Gedicht des 13. Jahrhunderts. und Ogier den Dänen. Auch für verschiedene Gedichte Heines soll Dobenecks Buch Anregung bzw. Stoff geliefert habenIrmgard Möller, Hans Böhm: Heine-Säkularausgabe Band 2 : Gedichte 1827-1844 und Versepen. Kommentar I. Akademie Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-05-005299-6., darunter das Versepos Atta Troll. Das Werk befand sich in Heines Besitz. Ein Exemplar mit eigenhändigen Anstreichungen befindet sich in Heines Nachlaßbibliothek im Heine-Institut in Düsseldorf.Heines Privatbibliothek (Nachlassbibliothek), abgerufen am 1. August 2026.

Bibliografie Des deutschen Mittelalters Volksglauben und Heroensagen. 2 Bände. Herausgegeben und mit einer Vorrede begleitet von Jean Paul. Realschulbuchhandlung, Berlin 1815 (Digitalisate: , ). Nachdruck: Olms, Hildesheim u. a. 1974 (Reihe Volkskundliche Quellen. 4: Sage). Mikrofilm: Saur, München u. a. 1991, ISBN 3-598-50573-6 (Reihe: Bibliothek der deutschen Literatur Bd. 3949).

Inhalt von Band I I. Von den Feen, Feyen oder Feinen. 1) Lanval. 2) Grüelan. 3) Ogier der Däne. 4) Partenoper von Blois. 5) Succuben, 6) Wassernixen. II. Das wüthende Heer. III. Wald- und Feldgeister. IV. Die Wassergeister. V. Luft und Feuergeister, VI. Erd-, Haus- und Burggeister. VII, Vom Satan. VIII. Schwarzkünstler und Zauberer,

Inhalt von Band II I. Verderben der Witterung und der Früchte. Wettermacher. II. Verderben der Menschen durch böse Künste. 1) Das böse Auge. 2) das böse Loben. 3) das Nestelknüpfen. 4) das Verderben der Menschen mit Wachsbildern. III. Die Lamien, Striges, Sagä und Unholden. IV. Todes=Anzeigen. V. Irregehende Verstorbene. VI. Der ewige Jude, der nicht sterben kann. VII. Oeffnen der Heroen=Gräber. VIII. Ungeheuere Thiere. 1) Die Wehrwölfe. 2) Drachen, 3) Das Einhorn. 4) Der Basilisk. 5) Der Greif. IX. Von Zwergen, Riesen und Helden. 1) Zwerge. 2) Riesen, 3) Helden. X. Vom Heldenbuch.

Literatur Fritz Mende, Christa Stöcker: Heinrich Heine Säkularausgabe Band 9: Prosa 1836–1840. Kommentar. Akademie Verlag, Berlin 1994, ISBN 3-05-005315-1.

Weblinks Friedrich Ludwig Ferdinand von Dobeneck, Kurzbiografie Des deutschen Mittelalters Volksglauben (1815) / Dobeneck, Friedrich Ludwig Ferdinand von (1770–1810), in Jean Paul – Sämtliche Briefe digital

Einzelnachweise Gerhard Höhn: Heine-Handbuch : Zeit, Person, Werk. Metzler, 2004, ISBN 3-476-01965-9. Fritz Mende, Christa Stöcker: Heinrich Heine Säkularausgabe Band 9: Prosa 1836-1840. Kommentar. Akademie Verlag, Berlin 1994, ISBN 3-05-005315-1.

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