Rainer Budde (* 16. März 1939 in Bochum; † 3. Januar 2023) war ein deutscher Kunsthistoriker. Von 1981 bis 2004 war er Direktor des Wallraf-Richartz-Museums & Fondation Corboud. Seine Amtszeit war charakterisiert durch zwei Umzüge in Neubauten, zahlreiche Neuerwerbungen und nicht zuletzt die Museumsumbenennung aufgrund der „ewigen Leihgabe“ von Gemälden des Impressionismus aus der Sammlung Corboud.

Werdegang Rainer Budde wurde 1939 in Bochum geboren, besuchte dort das Gymnasium und studierte Kunstgeschichte, Klassische Archäologie mit Schwerpunkt Spätantike, Alte Geschichte und Musikwissenschaften an den Universitäten Köln und Freiburg. Am 8. Oktober 1968 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Ulmer Vereins. An der Universität zu Köln promovierte er 1969Dem Nachruf im Wallraf-Richartz-Jahrbuch von Roland Krischel zufolge promovierte er schon 1968, DNB schreibt 10. Juli 1969 bei Heinz Ladendorf mit einer Arbeit zur Plastik am Dom zu Münster.

1968 kam Budde zum Wallraf-Richartz-Museum, zunächst als Assistent, später als Kurator für zeitgenössische Kunst. Das Museum, das damals im Gebäude An der Rechtschule (heute Museum für Angewandte Kunst) seinen Sitz hatte, deckte zu dieser Zeit noch Kunst von Mittelalter bis zur Gegenwart ab, und Budde betreute insbesondere die Schenkungen von Irene und Peter Ludwig.

Nachdem er 1981 als Nachfolger von Gert von der Osten zum Direktor des Museums ernannt wurde, begleitete Budde dieses durch zwei Umzüge: 1986 zunächst zusammen mit dem 1976 ausgegründeten Museum Ludwig sowie der Philharmonie in den Neubau von Busmann + Haberer am Rhein. Der erneute Umzug in ein eigenes Gebäude war nicht allein dem vergrößerten Raumbedarf des Museums Ludwig geschuldet; Buddes frühes, beratendes Engagement beim Aufbau der Impressionismus-Sammlung von Marisol und Gérard Corboud führte dazu, dass das Sammlerpaar ein Konvolut von rund 180 Gemälden als „ewige Leihgabe“ an das Museum stiftete. Das eigenständige Gebäude, der „Ungers-Bau“ in der Nähe des Historischen Rathauses wurde 2001 eröffnet und erhielt kurz darauf den Namen Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud.

In Buddes Amtszeit erwarb das Museum – außer den Leihgaben der Sammlung Corboud – eine Reihe von wichtigen Werken, darunter Claude Monets Seerosen, Gustave Caillebottes Trocknende Wäsche am Ufer der Seine oder das 1450/60 entstandene Andachtsbild mit zwölf Szenen aus dem Leben Christi.

Mit dem Erreichen der Altersgrenze legte Budde Ende 2004 sein Amt nieder und wurde in den Ruhestand verabschiedet. Er wurde zum Ehrenmitglied der Freunde des Wallraf-Richartz-Museum und des Museum Ludwig ernannt, deren Geschäftsführer er bereits zehn Jahre lang bis 1981 gewesen war. Eine langjährige Lehrtätigkeit an der Indiana University in Bloomington (USA), die 1987 als Fellow begonnen hatte, setzte er auch im Ruhestand ab 2005 als Associate Professor fort. Im Jahr 2020 wurde er von der Universität für sein langjähriges Engagement mit der Bicentennial Medal ausgezeichnet.

Budde starb im Januar 2023.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Zu den maßgeblichen Veröffentlichungen Rainer Buddes gehörte das in mehreren Auflagen erschienenen, von Wolf Vostell als Objekt gestaltete Buch Kunst der sechziger Jahre, den er zusammen mit Evelyn Weiss organisierte und bearbeitete. Die 1979 bei Hirmer erschienene Monographie zur deutschen romanischen Skulptur, die auch Kunstwerke in der DDR ausführlich behandelte, gilt als ein Standardwerk. Darüber hinaus gilt sein Aufsatz Anmerkungen zu den Erwerbungen des Wallraf-Richartz-Museums in den Jahren 1941–1944 aus dem Jahr 1986 als Grundlage der Provenienzforschung des Museums.

Als Autor

Als Herausgeber

Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Wallraf-Richartz-Museums Kategorie:Kunsthistoriker Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1939 Kategorie:Gestorben 2023 Kategorie:Mann