mini|Veena Rawat (2010) Veena Rawat (; * 1945 in Indien) ist eine indisch-kanadische Ingenieurin. 1973 promovierte sie an der Queen’s University als erste Frau in Elektrotechnik und hatte 2003 als erste Frau und erste Kanadierin den Vorsitz der Internationalen Fernmeldeunion (ITU)-Weltfunkkonferenz (WRC). Von 2004 bis 2011 leitete sie das Communications Research Centre (CRC), das einzige kanadische Forschungsinstitut der Bundesregierung, das Forschung und Entwicklung in allen Kommunikationstechnologien betreibt.https://web.archive.org/web/20100120002128/http://veenarawat.ca/wp-content/uploads/2009/12/Biography_en.pdfhttps://ohioopen.library.ohio.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1374&context=spacejournal
Leben und Werk mini|Network of Women for WRC-19 während des Treffens der Arbeitsgruppe 4A, 2016 Rawat absolvierte ihr Bachelorstudium an der Universität von Rajasthan in Jaipur und schloss 1967 ihr Masterstudium in Technologie am Birla Institute of Technology and Science in Pilani ab. In beiden Studiengängen war sie die einzige Absolventin. 1968 wanderte sie nach Kanada aus und arbeitete ein Studienjahr lang als Dozentin an der University of Lethbridge in Alberta. 1969 absolvierte sie ein Aufbaustudium an der Queen’s University in Kingston um in Elektrotechnik zu promovieren. Rawats Forschung konzentrierte sich auf die Kommunikation in abgelegenen Gebieten und die Art der Funksignale, die von verschiedenen Kabeltypen in Tunneln und Bergwerken ausgesendet werden. Ein aktives Nickelbergwerk in Nord-Ontario sollte Rawats Testgelände sein. Da Frauen jedoch keinen Zutritt zum Bergwerk hatten, führten ihr männlicher Betreuer und ein männlicher Forschungsassistent die Tests für sie durch und sammelten die Standortdaten für ihre Dissertation. 1973 promovierte sie an der Queen’s University als erste Frau in Elektrotechnik. Anschließend arbeitete sie ein Jahr lang als Ingenieurin bei Computing Devices in Ottawa. 1974 begann Rawat als einzige Frau als Ingenieurin im Kommunikationsministerium (heute Industry Canada), das für Radio, Fernsehen und Telekommunikation in Kanada zuständig war. In ihren ersten Jahren bei der Bundesregierung konzentrierte sich Rawat auf Programme wie die Einführung neuer Radiodienste und die Festlegung der regulatorischen Anforderungen für alle Radiodienste. 1999 war sie stellvertretende Generaldirektorin für Frequenztechnik.
2003 wurde Rawat Executive Vice President am Communications Research Centre (CRC), der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Industry Canada. Das CRC ist Kanadas größte Forschungs- und Kommerzialisierungseinrichtung für Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). 2004 wurde Rawat als erste Frau zur Präsidentin des CRC ernannt und übernahm die Leitung von Hunderten von Mitarbeitern und die Verwaltung von Fördermitteln in Millionenhöhe. Sie koordinierte die Zusammenarbeit mit anderen nationalen Telekommunikationsorganisationen, darunter dem Radio Advisory Board und der Canadian Wireless Telecommunications Association. Während ihrer Amtszeit führte das CRC Breitbanddienste in abgelegene und unterversorgte Regionen ein und trieb die Entwicklung der Technologie für satellitengestützte Such- und Rettungseinsätze voran. Ebenfalls unter Rawats Leitung entwickelte das CRC die weltweit erste drahtlose kognitive Funkplattform. Diese ermöglichte es Netzwerken, automatisch verfügbare Kanäle zu erkennen und zu nutzen, wodurch mehr Kommunikation gleichzeitig und mit verbesserter Leistung möglich war.
Rawat leitete kanadische Delegationen bei der Internationalen Fernmeldeunion (ITU), einer UN-Sonderorganisation für Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), und führte Verhandlungen mit ihr. 2003 war Rawat die erste Frau und die erste Kanadierin, die den Vorsitz der Weltfunkkonferenz der ITU übernahm. Später leitete sie die ITU-Studiengruppe für Satellitendienste, die den Einsatz von Satelliten in der Notfallkommunikation und als potenzielle Kanäle für Breitbandverbindungen analysierte. Als Vizepräsidentin und ITU-Botschafterin für BlackBerry war sie von 2011 bis 2014 tätig.
Kurz nach ihrem Ausscheiden aus dem CRC wurde sie zur Vizepräsidentin des Advanced Technology Teams von Research in Motion (RIM) ernannt. Rawat war in mehreren Aufsichtsräten tätig. 2011 wurde sie in den Vorstand der Canadian Telecommunications Hall of Fame berufen. 2015 wurde sie in den Prüfungsausschuss der Canadian Nuclear Safety Commission und 2017 in den der Canadian Space Agency als Vorsitzende berufen.
Sie ist Fellow des Wireless World Research Forum (WWRF) und der Canadian Academy of Engineering (CAE) sowie Mitglied des externen Beirats von Spectrum X der NSF.
Auszeichnungen und Ehrungen (Auswahl) 1999: Wegbereiter-Preis, Canadian Women in Communication 2003: Goldmedaille der Internationalen Fernmeldeunion 2003: Goldene Jubiläumsmedaille von Königin Elizabeth II. 2003: Auszeichnung für herausragende Führungsqualitäten, Industry Canada 2004: Canadian Woman of the Year in Communications 2004: Branchenpreis des Radio Advisory Board of Canada 2005: Internationaler Führungspreis für Regierungsarbeit, Wireless Communications Association International 2008: Sara-Kirke-Forschungspreis, Canadian Advanced Technology Alliance 2011: Auszeichnung für herausragende Leistungen im öffentlichen Dienst, Regierung von Kanada Auszeichnung der Communications Society für Verdienste um die Öffentlichkeit im Bereich Telekommunikation, Institute of Electrical and Electronics Engineers 2014: Offizier des Order of Canadahttps://www.gg.ca/en/honours/recipients/146-15404 2019: Ehrendoktorwürde der Universität Ottawa
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Einzelnachweise
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