Jean (Jehan) Lepautre (getauft am 23. September 1622 in Paris; † vor dem 15. November 1677 ebenda) war ein französischer Maurer und Bauhandwerker.

Leben Jean (Jehan) Lepautre entstammte einer Pariser Handwerker- und Künstlerfamilie und war ein Sohn des Adrien Lepautre. Er hatte mindestens zwei Brüder gleichen oder ähnlichen Vornamens: Antoine Le Pautre (1621–1679), der als Architekt bekannt wurde, sowie Jean Lepautre (1618–1682), der als Kupferstecher und Ornamentzeichner Bedeutung erlangte. Zur Unterscheidung von diesem älteren, gleichnamigen Bruder wird der hier behandelte Jean Lepautre in genealogischen und kunsthistorischen Quellen gelegentlich als Jean Lepautre le Jeune (der Jüngere) bezeichnet. Jean Lepautre war als Maurer und Bauhandwerker in Paris tätig. Er starb vor dem 15. November 1677 in Paris; das Todesdatum ergibt sich aus einem Nachlassinventar. Er war mit Nicole Godart verheiratet. Aus der Ehe gingen mehrere Kinder hervor, darunter die Söhne Balthazar und Pierre (1659–1744), der spätere Bildhauer, sowie eine Tochter Marie. Insgesamt werden acht Kinder genannt. Zu konkreten, namentlich überlieferten Bauwerken oder Aufträgen Jean (Jehan) Lepautres liegen in den ausgewerteten Quellen keine Angaben vor.

Rezeption und Forschungslage Die Familie Lepautre umfasste im 17. Jahrhundert mehrere Träger des Namens Jean beziehungsweise Jehan, was in der Literatur wiederholt zu Verwechslungen geführt hat. Neben dem hier behandelten Maurer und Architekten Jean Lepautre (1622–vor 1677) sind vor allem sein älterer Bruder, der Kupferstecher Jean Lepautre (1618–1682), sowie der Architekt Antoine Lepautre (1621–1779) zu nennen.

Zur Frage, welchem der beiden gleichnamigen Brüder bestimmte biografische Details zuzuordnen sind, bestehen in den Quellen Widersprüche:

Die AKL-Datenbank ordnet die Ehe der Tochter Marie mit dem Bildhauer Pierre Le Gros dem hier behandelten Jean Lepautre (1622) zu. Nach anderer, unter anderem englischsprachiger Literatur zum Kupferstecher Jean Lepautre (1618–1682) wird dieselbe Verbindung – die Heirat der Tochter Marie mit Pierre Le Gros dem Älteren im Jahr 1669 – jedoch dem älteren Bruder zugeschrieben. Genealogische Quellen bezeichnen den mit Nicole Godart verheirateten Jean Lepautre teils als Artiste Graveur (Kupferstecher) und nennen als Todesjahr 1671, während die AKL-Datenbank ihn als Maurer und Architekten führt und sein Ableben vor dem 15. November 1677 ansetzt. Übereinstimmend belegt ist hingegen, dass der Bildhauer Pierre Lepautre (1659–1744) Sohn eines als maître-maçon (Baumeister/Maurermeister) bezeichneten Jean Lepautre „le Jeune“ war und dass dieser ein Neffe des Kupferstechers Jean Lepautre „l’Ainé“ sowie des Architekten Antoine Lepautre war – eine Konstellation, die mit den Angaben der AKL-Datenbank zur Familie des hier behandelten Jean Lepautre übereinstimmt.

Aufgrund dieser uneinheitlichen und teils widersprüchlichen Quellenlage können die genannten biografischen Details nicht in allen Punkten als gesichert gelten.

Literatur Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. Bd. 84, De Gruyter, Berlin/Boston 2015, S. 158. Maxime Préaud: Inventaire du fonds français. Graveurs du XVIIe siècle. Tome XI: Antoine Lepautre, Jacques Lepautre et Jean Lepautre. Première partie. Bibliothèque nationale, Paris 1993. Maxime Préaud: Inventaire du fonds français. Graveurs du XVIIe siècle. Tome XII: Jean Lepautre. Deuxième partie. Bibliothèque nationale de France, Paris 1999. Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 8: Koort – Maekava. Paris, 2006. Allgemeines Künstlerlexikon Online (AKL) / Artists of the World Online. De Gruyter, 2009.

Weblinks Nationalmuseum (Schweden)

Einzelnachweise

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