mini|Vítor Santa

Vítor Duarte Santa (* in Portugiesisch-Timor; † Dezember 1975 in Laulara, Aileu, Osttimor) war ein portugiesischer Offizier. Zuletzt war er Leiter des Roten Kreuzes in der Kolonie Portugiesisch-Timor.

Werdegang Santa wurde in der Kolonie Portugiesisch-Timor geboren, wo sein Vater José Santa zwischen 1920 und 1930 als Verwaltungsbeamter diente und von seiner Ehefrau Inocência Duarte begleitet wurde. Vítor Santa kehrte später als Offizier nach Portugiesisch-Timor zurück und hatte wie sein Vater zuvor verschiedene Verwaltungsposten inne. Ebenso sein Bruder José Duarte Santa, der während der japanischen Besetzung im Zweiten Weltkrieg vier Monate Administrator von Liquiçá wurde.Banco Central de Timor-Leste: Issue notes patacas 1910 - 1922, abgerufen am 1. August 2026. Der Bruder João Jorge Duarte war zum selben Zeitpunkt Manager der Banco Nacional Ultramarino in Dili. Beide wurden 1944 von den Japanern auf die Nachbarinsel Alor gebracht und blieben bis Kriegsende dort inhaftiert.

mini|Bada Ona (links) und Rui Boro aus dem Dorf Bui Bela Ne La präsentieren das traditionelle Lulik-Erbe aus dem Haus von Soko Lau Mau Besi vor dem Verwaltungsgebäude von Baguia(Foto von Vítor Santa, 1957)

Vítor Santa war unter anderem in den 1950er Jahren Administrator der Verwaltungsämter Laga und Baguia. Im November 1953 beteiligte er sich aktiv an Ausgrabungen zur Suche nach steinzeitlichen Werkzeugen in der Lagune von Laga (Lagoa Laram?). Anschließend nutzte er seine Position als Administrator des Postens in Laga, um Einheimische für die Untersuchungen im Labor und als Hilfsarbeiter bei den Ausgrabungen zu rekrutieren. In Baguia unterstützte Santa den Anthropologen António de Almeida bei seiner Forschungsexpedition 1957/58. Am 30. September 1957 präsentierte eine Gruppe von Timoresen aus Afaloicai den Forschern heilige Objekte des Hauses Soko Lai Mau. Santa fotografierte die Objekte, darunter kleine Steinobjekte und eine historische portugiesische Flagge. 1975 war Santa Intendant und Präsident des Roten Kreuzes in der Kolonie.

Nach der Nelkenrevolution in Portugal 1974 sollten die Kolonien in die Unabhängigkeit entlassen werden. In Portugiesisch-Timor brach aber im August 1975 ein Bürgerkrieg zwischen den beiden großen Parteien FRETILIN und UDT aus. Santa befand sich während der Kämpfe im indonesischen Westtimor, kehrte aber auf Wunsch des australischen Geschäftsmanns Frank Favarro nach Dili zurück. Favarro war der Besitzer des Hotels Dili und Pilot bei einer Luftbrücke zwischen Dili, Westtimor und der nach Atauro geflohenen Kolonialregierung. Kaum war Santa im Hotel Dili angekommen, wurde er von Kämpfern der FRETILIN festgenommen.

Santa wurde schließlich im FRETILIN-Hauptquartier in Taibesi inhaftiert. Am Tag des Angriffs der Indonesier auf Dili am 7. Dezember 1975 wurde Santa, wie auch die anderen Gefangenen nach Aileu verlegt. Santa soll auf dem Weg dahin versucht haben zu fliehen, wurde aber in Laulara gestellt und zusammen mit einem ebenfalls geflohenen Timoresen hingerichtet. Als seine Tochter Celeste Santa 2003 nach dem Leichnam ihres Vaters suchte, konnte man aber an der Stelle, wo Vítor begraben wurde, nichts mehr finden. Bei Regen fließt hier ein Fluss, der wahrscheinlich die sterblichen Überreste fortschwemmte.

Ehrungen Die Grundschule Escola Básica Central (EBC) 1.2.3 Vítor Santa, Maliana in Lahomea ist nach dem Portugiesen benannt.

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Einzelnachweise

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