Der Ringschlüssel (italienisches Original: La Chiava a Stella) ist ein Band mit Erzählungen von Primo Levi. Er wurde zuerst 1978 bei Giulio Einaudi herausgegeben und erschien 1987 in englischer Übersetzung (William Weaver) unter dem Titel The Wrench (in den USA als The Monkey’s Wrench). 1992 veröffentlichte der Hanser Verlag die deutsche Übersetzung von Barbara Kleiner.Primo Levi: Der Ringschlüssel. Hanser, München Wien, 1992. ISBN 3-446-14552-4.
In Levis Buch geht es um einen Monteur und einen Chemiker, die Geschichten aus ihrem alltäglichen Leben austauschen, während sie auf einer abgelegenen Baustelle kampieren. Das Buch wurde geschrieben, nachdem Levi seine Arbeit im Familienbetrieb SIVA (Societa Industriale Venici e Affini; Fabrik für Farben und Verbundstoffe) beendet hatte,Primo Levi at SIVA. In: Centro Internazionale di Studi Primo Levi, 11. Februar 2021. Abgerufen am 18. August 2026 (englisch). und ist semi-autobiographisch.John Roth, Jonathan Petropoulos (Hrsg.): Gray Zones Ambiguity and Compromise in the Holocaust and Its Aftermath. Berhahn Books, 2006. S. 94, 96. Es hat die Form miteinander verbundener Erzählungen, die die beiden Hauptfiguren einander erzählen.Nicholas Patruno: Understanding Primo Levi. Univ of South Carolina Press, 1995. ISBN 978-1-57003-026-0. S. 80–90.
Darin ist es Levis Sammlung verbundener Erinnerungen, Das periodische System, ähnlich. Es teilt auch das Interesse dieses Buches an dem, was Levi „homo faber“, den Mann als Macher/Tischler oder als Werkzeugmacher, nennen würde.Pierpaolo Antonello: Primo Levi and 'Man as Maker'. In: Robert Gordon S.C. (Hrsg.): The Cambridge Companion to Primo Levi. Cambridge University Press, 2007. ISBN 978-0-521-84357-7. (englisch).
Inhalt Die beiden Hauptfiguren sind ein erfahrener Schwerlastmonteur und Seiltechniker namens Libertino (Tino) Faussone und ein Industriechemiker.
Die Handlung des Buches führt auf eine entfernte Baustelle, wo es an den Abenden nicht viel zu tun gibt außer Geschichten zu erzählen. Die Szenerie hat einen lockeren Bezug zu Togliattigrad, der Baustelle von Fiat bei der Errichtung einer großen Autofabrik in Russland. Die meisten Geschichten erzählt Faussone über seine Arbeit, bei der er für komplexe Konstruktionsaufgaben durch die Welt reist, aber auch mit der Fehlerbehebung bei entstandenen Problemen befasst ist.Walter Goodman: Books of the Times. In: New York Times, 6. Oktober 1986. Abgerufen am 18. August 2026 (englisch). Diese Erzählungen sprechen den Chemiker an, der sich selbst als eine Art Strippenzieher sieht.The Monkey's Wrench. In: Kirkus Reviews, 15. September 1986. Abgerufen am 18. August 2026 (englisch).
Eine Geschichte handelt von Faussones Versuch, Probleme mit einer Fraktionierkolonne für Essigsäure zu lösen. Es zeigt sich, dass Keramikringe im Innern der Säule zerfallen sind. Am Boden haben die Reste einen Schlamm gebildet, der den Ausgang verstopft. Genau das war mit einer Säule bei SIVA passiert, die Levi entworfen hatte.
In einer anderen Geschichte, im Kapitel „Off-shore“, erinnert sich Faussone an den Aufbau eines Stahlgerüstes für die Erdölförderung vor der Küste Alaskas und vergleicht das mit der Tradition seines Vaters als Kupferschmied und der Liebe, die sie beide zu ihrem besonderen Handwerk haben. Die Arbeit seines Vaters ist auch Gegenstand des Kapitels „Metallschlagen“.
Andere Erzählungen schließen von Seiten des Chemikers die Entwicklung eines Farbanstrichs für die Innenseite von Konservendosen ein, der russischer Anchovis standhalten kann, und von Faussones Seite den Bericht über einen Schimpansen, der ihm beim Bau des Bohrturms half. Das ist letztlich die Titelgeschichte des Buches, in der deutschen Fassung das Kapitel „Der Gehilfe“.
Rezeption Kommentatoren stimmen darin überein, dass es sich um das lustigste und humorvollste unter Levis Werken handelt. Es wurde auch als komischer Roman beschrieben. Jedoch monieren viele linke italienische Kritiker an dem Buch, dass es ein zu positives Bild handwerklicher und industrieller Arbeit entwerfe.
Die New York Times kommentierte zur Raffinesse der Geschichten: „erscheinend so simpel und komplex wie alle Schwerlasteinsätze Faussones oder die Experimente des Chemikers“. Kirkus Reviews meinte jedoch dazu, sie seien „fast zu subtil“, und bemerkte, „dem Buch droht komplette Vergänglichkeit, jetzt und später.“
Weblinks Philip Roth talks to the Italian writer Primo Levi about his life and times. In: The London Review of Books, Vol. 9. Nr. 18, abgerufen am 31. Juli 2026 (englisch).
Einzelnachweise
Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (Italienisch)