Wolfgang Oehme (* 21. April 1923 in Dresden; † 8. Oktober 2000 in Hamburg) war ein deutscher Manager. Er war jahrelang Vorstandsvorsitzender der Esso AG.
Werdegang Oehme legte 1940 das Abitur ab und leistete anschließend Kriegsdienst bei der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Danach studierte er Volkswirtschaftslehre und Rechtswissenschaft an der Universität Hamburg, unter anderem bei Karl Schiller, und graduierte 1949 zum Diplom-Volkswirt. Später absolvierte er einen Senior-Management-Kurs am Massachusetts Institute of Technology.
Als junger Journalist leitete Oehme vor und parallel zu seinem Studium ab 1946 die norddeutsche Redaktion der Vereinigten Wirtschaftsdienste. 1950 trat er in die Esso AG in Hamburg ein. Er war dort zunächst in der Abteilung für Presse und Information tätig, deren stellvertretender Leiter er wurde und deren Leitung er schließlich 1958 übernahm. 1962 wurde er Prokurist des Unternehmens und anschließend Beauftragter für Public Relations bei der Exxon Europe in London, der koordinierenden Zentrale der nationalen Gesellschaften. 1964 übernahm er Aufgaben bei der Muttergesellschaft des Konzerns, der damaligen Standard Oil of New Jersey. 1965 stieg er in den Vorstand der Esso AG auf und übernahm das Ressort Transportwesen.
1968 wurde Oehme Finanz- und Verwaltungschef der Esso AG und im 1971 zudem Stellvertreter des Vorstandsvorsitzenden Emil Kratzmüller. Danach diente er noch kurz dem damaligen Exxon-Chef John Kenneth Jamieson als Executive Assistant in New York City. Als Kratzmüller 1972 altershalber den Vorsitz im Aufsichtsrat übernahm, folgte ihm Oehme an der Spitze der Esso AG und im Vorstand der Exxon Europe. Er amtierte 14 Jahre lang als Vorstandsvorsitzender, bis er 1986 an die Spitze des Aufsichtsrates der Esso AG wechselte. Neuer Vorstandsvorsitzender wurde sein bisheriger Stellvertreter Thomas Kohlmorgen, der ihm 1993 auch im Aufsichtsratsvorsitz folgte.
Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 engagierte sich Oehme für den Aufbau der Rohstoffindustrie in den neuen Bundesländern. Als Vorsitzender lenkte er die Aufsichtsräte der Sächsischen Olefin-Werke, vormals VEB Otto Grotewohl, in Böhlen (1990–1994) und der MIBRAG in Theißen (1994–1999).
Außerdem war Oehme Mitglied des Aufsichtsrats der Otto Reichelt GmbH, der Deutsche Unilever GmbH und der Mannesmann AG, Mitglied des Verwaltungsrats der Dresdner Bank AG sowie Mitglied des Beirats der Hapag-Lloyd AG und der Hermes Kreditversicherungs AG. Er war zudem Vizepräses der Handelskammer Hamburg (1975–1986) sowie Vorstand des Informationsausschusses im Deutschen Industrie- und Handelskammertag und des Mineralölwirtschaftsverbandes.
Familie mini|hochkant=0.5|Grabstätte auf dem Friedhof Wohldorf Oehme war verheiratet und Vater einer Tochter und eines Sohnes. Seine Tochter Karen wurde 1983 Opfer eines Verbrechens, das erst 2002 aufgeklärt werden konnte. Wolfgang Oehme wurde auf dem Friedhof Wohldorf beigesetzt.
Ehrungen Großes Bundesverdienstkreuz (1987) Goldene Gedenkmünze der Handelskammer Hamburg (1987) Ehrensenator der Eberhard Karls Universität Tübingen Ehrenmitglied des Kuratoriums des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik
Literatur
Einzelnachweise
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