mini|hochkant|Monika Greening mit ihrem Hund Milou Monika Greening (geb. Edinger; * 19. April 1965 in Wiesbaden; † 9. Januar 2026) war eine deutsche Hebamme, Pflegewissenschaftlerin und Hochschulprofessorin. Sie war ab den 2000er-Jahren an der Entwicklung der Hebammenwissenschaft im deutschsprachigen Raum beteiligt.

Leben 1993 schloss Greening, deren Familie aus Niederbayern und Wiesbaden stammte, ihre Hebammenausbildung in Gießen ab. Danach arbeitete sie als freiberufliche, angestellte sowie leitende Hebamme in Mainz und Darmstadt. 2001 nahm sie an der Evangelischen Hochschule Darmstadt ein Studium der Pflegewissenschaft auf, das sie 2005 mit dem Diplom beendete. Bis 2008 arbeitete sie als Hebamme, während sie ab 2006 erste Lehraufträge übernahm. 2011 schloss sie ihre Promotion Identifizierung von Belastungsfaktoren und Beanspruchung von Hebammenschülerinnen während der Berufsausbildung im Fachbereich Berufspädagogik an der Technischen Universität Darmstadt ab.

An der Evangelischen Hochschule Nürnberg war sie ab 2010 als Lehrbeauftragte sowie im Anschluss an ihre Promotion von 2011 bis 2012 als Professorin für Pflegewissenschaften tätig. Ab 2011 hatte sie die Professur für Hebammenwissenschaft im Fachbereich Gesundheit und Pflege der Katholischen Hochschule Mainz inne. Greening war eine der ersten Professorinnen für Hebammenwissenschaft in Deutschland. In Mainz war sie für den Aufbau und die Umsetzung des Studiengangs Hebammenwissenschaften federführend verantwortlich. Auch amtierte sie zeitweise als Dekanin und Prodekanin. 2020 wechselte sie an die Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen für eine Professur für Hebammenwissenschaft (Fachbereich Sozial- und Gesundheitswesen), wo sie bis zu ihrem Tod tätig war. Von 2021 bis 2025 war sie zudem Prodekanin des Fachbereichs Sozial- und Gesundheitswesens. In Ludwigshafen arbeitete sie an der Entstehung des 2021 eingeführten Studiengangs Hebammenwissenschaft mit und konzipierte das Skills- und Simulationszentrum.

Von 2012 bis 2018 war Greening im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaft (DGHWi) tätig, zunächst als Beisitzerin, ab 2016 als Erste Vorsitzende.Zeitschrift für Hebammenwissenschaft (ZHWi), Band 5/2017, Heft 02. Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft. Laut einem Nachruf der Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaft hatte sie „die Entwicklung der Hebammenwissenschaft in Deutschland über viele Jahre hinweg maßgeblich“ geprägt.

Greening starb am 9. Januar 2026 im Alter von 60 Jahren. Mit ihrem Ehemann Giorgio Greening und ihrer Familie lebte sie in Seeheim-Jugenheim.

Positionen Greening war im Zusammenhang mit ihrer Vorstandstätigkeit bei der DGHWi auch an der Erstellung der S3-Leitlinie „Sectio Caesarea“ für Kaiserschnittgeburten beteiligt. In der Frankfurter Rundschau wies Greening angesichts der stark gestiegenen Zahl von Kaiserschnitten auf deren gesundheitliche Risiken hin, darunter ein erhöhtes Risiko für Allergien oder Asthma, ein steigendes Komplikationsrisiko bei späteren Geburten für Mütter sowie Schwierigkeiten bei der Bindung zum Neugeborenen.

Greening befürwortete die Akademisierung des Hebammenberufs, da dieser durch ältere Mütter, kulturelle Vielfalt und komplexere medizinische Fälle deutlich anspruchsvoller geworden sei und eine reine Ausbildung nicht mehr ausreiche. Zur Professionalisierung forderte sie zudem bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne, um den Beruf attraktiver zu gestalten.

Greening forderte in einem Interview mit dem Darmstädter Echo, dass Geburten vermehrt von Krankenhäusern in eigene Geburtskliniken und -zentren verlegt werden sollten. Der natürliche Geburtsvorgang solle nicht hospitalisiert und wie eine Krankheit behandelt werden.

Schriften (Auswahl) Dissertation Identifizierung von Belastungsfaktoren und Beanspruchung von Hebammenschülerinnen während der Berufsausbildung. Dissertation, Technische Universität Darmstadt, Fachbereich Humanwissenschaften, Institut für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik. Darmstadt 2011.

Zeitschriftenartikel mit Beate Ramsayer und Werner Spikofski: Die Mitgliederversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaft (DGHWi) hat ihr Leitbild verabschiedet. In: GMS Zeitschrift für Hebammenwissenschaft. Band 3, 2016, Doc01. doi:10.3205/zhwi000006 mit Rainhild Schäfers, Gertrud Ayerle, Elke Mattern und Nina Knape: Stellungnahme zu Interventionen in der Hebammenarbeit. In: Zeitschrift für Hebammenwissenschaft. 2012. Body-Feedback. Wie Hebammen das emotionale Befinden der Frau positiv beeinflussen können. In: Die Hebamme. Thieme, Januar 2017. doi:10.1055/s-0042-122039

Weblinks Nachruf der Katholischen Hochschule Mainz Profil an der HWG Ludwigshafen Interview an der HWG Ludwigshafen (2021)

Einzelnachweise

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