Das Massaker von Bels war ein Verbrechen, das von einer Einheit der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) in der Nacht vom 24. auf den 25. März 1944 in der Stadt Bels im Kreis Sokal der damaligen Woiwodschaft Lwów begangen wurde. Dem Massaker fielen 104 Menschen polnischer Nationalität zum Opfer, darunter mindestens ein Kind. Es gehört zu den Massakern in Wolhynien und Podolien 1943–1944/45.

Vorgeschichte mini|Gedenktafel am Denkmal für die Opfer der UPA in den Kreisen Sokal und Bieszczady in Ustrzyki Dolne, auf der Bels aufgeführt ist Seit Anfang 1943 wurden im Gebiet der Woiwodschaft Wolhynien Morde an der polnischen Bevölkerung durch Einheiten der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) sowie Teile der ukrainischen Zivilbevölkerung verübt. Dies führte zu einem Exodus von Polen nach Westen und Süden. Die ersten Flüchtlinge erreichten den grenznahen Kreis Sokal im Herbst 1943. Viele von ihnen ließen sich in Bels nieder.

Anfang 1944 begannen sich die UPA-Einheiten infolge der faktischen Entpolonisierung großer Teile Wolhyniens nach Süden, nach Ostgalizien, zurückzuziehen. Im Januar setzte dort die nächste Phase des Völkermords ein. Zu den ersten angegriffenen Ortschaften gehörte das Dorf Madziarki im Kreis Sokal.Szczepan Siekierka, Henryk Komański, Krzysztof Bulzacki, Ludobójstwo dokonane przez nacjonalistów ukraińskich na Polakach w województwie lwowskim 1939–1947, Wrocław: Stowarzyszenie Upamiętnienia Ofiar Zbrodni Ukraińskich Nacjonalistów, 2006, S. 1011

Verlauf des Massakers Eine nicht identifizierte 'Sotnia' (Hundertschaft) der UPA, die aus dem Gebiet der Woiwodschaft Wolhynien gekommen war, näherte sich Bels von Norden her am späten Abend des 24. März 1944. Zunächst wurden die hölzernen Häuser in den Vororten der Stadt zerstört. Noch vor Mitternacht erreichten die UPA-Kämpfer das Stadtzentrum, wo sie auf dem Marktplatz mehrere Personen erschossen.

Neben der Ermordung von Zivilisten verfolgten die Angreifer auch das Ziel, für die Polen bedeutende Kulturdenkmäler physisch zu vernichten. Die Klosterkirche Mariä Himmelfahrt (umgangssprachlich Dominikanerkirche) aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, die älteste römisch-katholische Kirche der Stadt, wurde geplündert und anschließend gesprengt. Ebenso wurde das Pfarrhaus zerstört, in dem bis 1941 der spätere von den Deutschen ermordete Belser Dekan Jakub Dymitrowski gewirkt hatte. mini|Ruinen der von der UPA zerstörten Dominikanerkirche

Die meisten Opfer starben im in Brand gesetzten Gebäude der Gemeindeverwaltung. Am folgenden Tag fanden die örtlichen Polen dort die verkohlten Überreste von 47 Menschen. Unter den in Bels Ermordeten befanden sich auch 18 Flüchtlinge aus Wolhynien. Die Gesamtzahl der Opfer belief sich auf 104 Personen.

In den frühen Morgenstunden des 25. März 1944 zogen sich die UPA-Einheiten aus der Stadt zurück.

Neben diesem Hauptangriff im März wurden im Jahr 1944 noch zwei weitere Einwohner von Bels ermordet. Sie kamen in einem nahegelegenen Wald ums Leben, als sie Holz holen wollten.Szczepan Siekierka, Henryk Komański, Krzysztof Bulzacki, Ludobójstwo dokonane przez nacjonalistów ukraińskich na Polakach w województwie lwowskim 1939–1947, Wrocław: Stowarzyszenie Upamiętnienia Ofiar Zbrodni Ukraińskich Nacjonalistów, 2006, S. 998

Literatur Szczepan Siekierka, Henryk Komański, Krzysztof Bulzacki, Ludobójstwo dokonane przez nacjonalistów ukraińskich na Polakach w województwie lwowskim 1939–1947, Wrocław: Stowarzyszenie Upamiętnienia Ofiar Zbrodni Ukraińskich Nacjonalistów, 2006

Einzelnachweise

Kategorie:Massaker (Zweiter Weltkrieg) Kategorie:Bels Kategorie:Geschichte (Oblast Lwiw) Bels