Die Saison 1955/56 war die elfte Spielzeit im Westeuropapokal, der als internationaler Eishockey-Wettbewerb parallel zu den nationalen Ligen veranstaltet und durch die Verbände der teilnehmenden Vereine organisiert wurde. Gewinner des Wettbewerbs wurde zum ersten Mal der EHC Düsseldorf.
Modus und Teilnehmer Der Westeuropapokal wurde im Ligensystem im Modus Jeder-gegen-Jeden gespielt. Der Sieger erhielt 2:0 Punkte, der Verlierer 0:2 Punkte, bei einem Remis bekamen beide Mannschaften 1:1 Punkte. Die höhere Anzahl an Punkten entschied über die Rangfolge, bei Punktgleichheit entschied zunächst der direkte Vergleich, dann das Torverhältnis. Die Teilnehmer kamen aus Deutschland und Belgien.
Saisonverlauf Die Saison 1955/56 war die vorerst letzte im Westeuropapokal. Der Wettbewerb war auf fünf Vereine zusammengeschmolzen, davon kamen vier aus Deutschland und mit dem Brabo IHC Antwerpen nur noch einer aus Belgien. Aus Deutschland war nur der VfL Bad Nauheim ein Oberligist. Der Kölner EK und der spätere Sieger EHC Düsseldorf spielten lediglich in der Landesliga beziehungsweise im so genannten Rhein-Ruhr-Pokal. Dazu kam mit den RCAF Flyers Zweibrücken eine kanadische Soldatenmannschaft, die ansonsten ausschließlich Freundschaftsspiele austrug.
Die über die späteren Jahre legendär gewordene Mannschaft aus Zweibrücken konnte nur eines ihrer vier geplanten Heimspiele austragen, da die Peter Cunningham Memorial Arena, die nach Peter Kyle Cunningham benannt wurde und nur das kleinere, nordamerikanische Eismaß aufweist, erst im Saisonverlauf fertiggestellt worden war.
Die Spiele im Rhein-Ruhr-Pokal zwischen dem EHC Düsseldorf und dem Kölner EK wurden ebenfalls für den Westeuropapokal gewertet.
Am Ende stand der EHC Düsseldorf auf Platz eins und gewann den Wettbewerb vor der kanadischen Soldatenmannschaft. Keine der fünf teilnehmenden Mannschaften kam auf die volle Spielanzahl, da ein strenger Winter und die verordnete Spielpause während der Olympischen Winterspiele 1956 in Cortina d’Ampezzo die Austragung mehrerer Spiele unmöglich machte.
Angesichts der immer größer werdenden Probleme und der schwindenden sportlichen Bedeutung wurde der Westeuropapokal nach dieser Saison bis auf weiteres eingestellt. Erst in der Saison 1961/62 gab es einen Versuch, den Wettbewerb neu zu beleben.
Ergebnisse Datum Heim Gast Ergebnis Drittelergebnisse 12.11.1955 VfL Bad Nauheim – EHC Düsseldorf 3:8 (0:2, 2:4, 1:2) 03.12.1955 EHC Düsseldorf – Brabo IHC Antwerpen 10:3 (2:3, 2:0, 6:0) 04.12.1955 Kölner EK – Brabo IHC Antwerpen 6:4 (0:1, 3:2, 3.1) 28.12.1955 Kölner EK – RCAF Flyers Zweibrücken 5:15 (0:8, 3:2, 2:5) 04.01.1956 EHC Düsseldorf – Kölner EK 16:1 RR 08.01.1956 Kölner EK – EHC Düsseldorf 3:5 (2:0, 1:2, 0:3) RR 15.01.1956 Brabo IHC Antwerpen – RCAF Flyers Zweibrücken 7:7 18.01.1956 EHC Düsseldorf – RCAF Flyers Zweibrücken 3:11 (2:6, 0:2, 1:3) 22.01.1956 Brabo IHC Antwerpen – Kölner EK 10:8 (4:2, 2:4, 4:2) 24.01.1956 Brabo IHC Antwerpen – VfL Bad Nauheim 8:7 (3:1, 1:4, 4:2) 28.01.1956 VfL Bad Nauheim – RCAF Flyers Zweibrücken 4:6 (2:1, 2:3, 0:2) 29.01.1956 Brabo IHC Antwerpen – EHC Düsseldorf 3:3 (0:0, 1:2, 2:1) 04.02.1956 VfL Bad Nauheim – Brabo IHC Antwerpen 12:2 (0:0, 5:1, 7:1) 11.02.1956 RCAF Flyers Zweibrücken – VfL Bad Nauheim 6:3 (2:1, 4:1, 0:1)
RR Doppelwertung des identischen Spiels im Rhein-Ruhr-Pokal.
Nicht ausgetragene Spiele RCAF Flyers Zweibrücken – EHC Düsseldorf 1 EHC Düsseldorf – VfL Bad Nauheim 2 Kölner EK – VfL Bad Nauheim VfL Bad Nauheim – Kölner EK RCAF Flyers Zweibrücken – Brabo IHC Antwerpen RCAF Flyers Zweibrücken – Kölner EK
1 am 21. Januar 1956 ausgefallen und nicht nachgeholt 2 am 25. Februar 1956 ausgefallen und nicht nachgeholt
Abschlusstabelle Klub Sp S U N Tore Dif. Punkte 1. EHC Düsseldorf 6 4 1 1 45:24 +21 9:3 2. RCAF Flyers Zweibrücken 5 4 0 1 45:22 +23 8:2 3. Brabo IHC Antwerpen 7 2 2 3 37:53 −16 6:8 4. VfL Bad Nauheim 5 1 1 3 29:30 −1 3:7 5. Kölner EK 5 1 0 4 23:50 −27 2:8
Weblinks Hockeyweb.de: Der Westeuropapokal: Als Düsseldorf, Krefeld und Köln international ganz oben standen
5556 Kategorie:Eishockeysaison 1955/56