Thylamys bruchi ist ein Beutelsäuger aus der Gattung der Fettschwanzbeutelratten, der im nordwestlichen Argentinien östlich der Anden von der Provinz Catamarca im Norden bis zur Provinz Mendoza im Süden vorkommt.

Merkmale Thylamys bruchi ist eine der kleinsten Arten der Fettschwanzbeutelratten, genaue Maße liegen jedoch nicht vor. Der Schwanz ist etwas länger als die Kopf-Rumpf-Länge. Die Rückenseite ist bräunlich, wobei die einzelnen Haare dreifarbig gebändert sind, die Bauchseite ist weißlich. Die Pfoten sind proportional sehr klein und mit weißlichen Haaren bedeckt. Der Kopf ist kurz und schmal, der Bereich zwischen den Augen ist jedoch relativ groß. Im Gaumen sind Oberkieferfenster vorhanden (fehlend bei der Fahlen Fettschwanzbeutelratte (Thylamys pallidior)). Die obere und die untere Backenzahnreihe sind kürzer als bei T. pallidior. Die Backenzähne sind annähernd quadratisch geformt und fast ebenso lang wie breit.

Lebensraum und Lebensweise Thylamys bruchi lebt in den trockenen Zwergstrauch-Halbwüsten der Monte und den Trockenwäldern des südwestlichen Gran Chaco. Auf letzteres bezieht sich auch der englische Trivialname Dry Chaco Fat-tailed Opossum.Thylamys bruchi (O. Thomas, 1921) Dry Chaco Fat-tailed Opossum in der Mammal Diversity Database Die Tiere sind sehr kurzlebig und können sich nur ein Mal in ihrem Leben fortpflanzen (Semelparität). Diese Strategie wurde bei zahlreichen australischen kleinen Beuteltieren nachgewiesen, z. B. bei den Breitfuß-Beutelmäusen (Antechinus), Thylamys bruchi ist aber die erste südamerikanische Beuteltierart, bei der dies dokumentiert wurde. Weiteres über die Lebensweise der Art ist bisher nicht bekannt.

Systematik Die Beutelrattenart wurde im Jahr 1921 durch den britischen Säugetierkundler Oldfield Thomas als Marmosa bruchi erstmals wissenschaftlich beschrieben. Der argentinische Mammaloge Ángel Cabrera ordnete sie 1958 den Fettschwanzbeutelratten (Thylamys) zu, die damals als Untergattung der Zwergbeutelratten (Marmosa) galten, seit den 1980er Jahren aber zunehmend als eigenständige Gattung geführt werden. Von 2000 bis 2022 wurde Thylamys bruchi von verschiedenen Wissenschaftlern als Synonym der Fahlen Fettschwanzbeutelratte (Thylamys pallidior) oder der Chaco-Fettschwanzbeutelratte (Thylamys pusillus) angesehen. Im September 2025 bekam Thylamys bruchi wieder den Status einer eigenständige Art, da sie sich morphologisch, besonders hinsichtlich der Bezahnung, deutlich von anderen argentinischen Fettschwanzbeutelratten unterscheiden lässt.

Einzelnachweise M Soledad Albanese, Ricardo A Ojeda, Andrea A Astié: Delayed mortality of males in Thylamys bruchi, a semelparous marsupial from the Monte Desert, Argentina. Journal of Mammalogy, Volume 102, Issue 1, Februar 2021, S. 258–269, doi: 10.1093/jmammal/gyaa139 Ángel Cabrera (1958): Catálogo de los mamíferos de América del Sur. I. Revista del Museo Argentino de Ciencias Naturales “Bernardino Rivadavia” Zoología, 4(1): 1–308. Gabriel M Martin: A chronology of the genus Thylamys (Didelphidae, Thylamyini), with emphasis on the forms occurring in Argentina. September 2025, Revista del Museo Argentino de Ciencias Naturales 27:245-272, doi :10.22179/REVMACN.27.894 Oldfield Thomas (1921): Three new species of Marmosa, with a note on Didelphis waterhousei Tomes. Annals and Magazine of Natural History 9(7): 519–523.

Kategorie:Beutelratten Kategorie:Didelphidae Kategorie:Endemisches Tier Argentiniens