Das Holbeck-Viadukt (auch Farnley-Viadukt) ist ein stillgelegtes Eisenbahnviadukt der ehemaligen Doncaster and Leeds Line (DOL 4) der London and North Western Railway in Leeds. Geschichte Am 1. März 1882 wurde das von der London and North Western Railway errichtete Viadukt dem Verkehr übergeben. Es sollte der Umgehung der überfüllten Strecken von Bahnhof New Leeds, seit 1938 als Leeds City Station bekannt, über die Kreuzungen Holbeck und Whitehall dienen und diese entlasten. Anschluss fand das Viadukt im Westen zunächst nur an die Huddersfield Line (MDL 1). Der östliche Teil des Viadukts führte über eine Länge von ca. 1100 Metern über Fabriken, Werkstätten, Schulen und Wohnhäusern hinweg. Im Laufe seiner Betriebszeit wurden die Gleisführung und Signaltechnik mehrfach angepasst. Das Viadukt besaß ein eigenes Stellwerk mit gleichem Namen, dass jedoch im Zuge der Modernisierung der Signaltechnik 1937 entfiel und abgerissen wurde. Vom Dezember 1966 bis zum 1. Mai 1967 wurde das Viadukt aufgrund von Modernisierungsmaßnahmen am City Bahnhof geschlossen. Bei diesen Bauarbeiten wurde am westlichen Teil ein südlich abknickender Anschluss an die Doncaster and Leeds Line (DOL 2) hergestellt (Geldard Road Junction). Dieser Knotenpunkt wurde daraufhin zur Standardstrecke der Züge aus Richtung London. Der letzte planmäßige Zug fuhr am 11. Oktober 1987 über das Viadukt. Die enge Kurvatur der Gleisbögen machte ein Anschluss der inzwischen vorhandenen Streckenführung King's Cross und Leeds City unmöglich. Kurz danach begann die Entfernung der meisten Gleise. Am Bahnhofsende wurde ein kurzes, eingleisiges Stück als Abstellgleis 1991 elektrifiziert, im Jahr 2000 jedoch als überflüssig eingestuft.
Verlauf Das östliche Ende des Viadukts beginnt westlich des Hauptbahnhofes von Leeds, abzweigend nach Südwest, wo es zunächst den Seitenarm (Kanal) der Aire überquert. In einem S-Bogen verläuft es dann in einer geraden Linie in südwestliche Richtung bis zur Geldered Road die es noch überquert und auf deren westlicher Seite es heute endet. Ursprünglich verzweigte sich die Strecke hier um zuerst in einem südlich verlaufenden Bogen auf die Strecke heutigen Doncaster and Leeds Line (DOL 2) trifft. Die geradeaus verlaufenden Gleise trafen nach ca. 500 Metern auf die Huddersfield Line (MDL 1). Beide Verbindungen wurden nach Schließung der Linie abgebaut und sind heute zum größten Teil überbaut.
Baubeschreibung Das Viadukt wurde in Ziegelbauweise errichtet. Es besteht aus 83 gemauerten Bögen, die eine Breite zwischen ~7 und ~26 Meter (20–85 Fuß) spannen, meist jedoch eine Breite von ca. 8 m (24 Fuß) haben, und 10 Fachwerkbrücken zur Überspannung von Straßen etc. Viele der Bögen werden, wie bei der Berliner Stadtbahn, als Gewerbeeinheiten genutzt. Manche Bögen sind als „Blindbögen“ ausgebildet und vermauert. Holbeck-Viaduct-Project mini|links|175px|Entwurf Nach einer 30-jährigen ungenutzten Liegenschaft entstand ca. 2017 der Gedanke einer Nutzung des Viadukts nach dem Vorbild der New Yorker High Line. Es formierte sich die Gesellschaft Holbeck Viaduct Group CIC. Seit 2021 ist auch das international bekannte Buro Happold an der Entwicklung beteiligt. Zurzeit (Stand: Juli 2026) scheint das Projekt jedoch aus Finanzierungsschwierigkeiten ins Stocken geraten zu sein.
Siehe auch New Yorker High Line Duddeston-Viadukt
Weblinks
Holbeck Viadukt
Holbeck-Viaduct-Project Offizielle Webpräsenz Buro Happold
Einzelnachweise
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