mini|Kirche Heilig Blut in Niederachdorf Die römisch-katholische Wallfahrtskirche Heilig Blut ist eine barocke Saalkirche in Niederachdorf, einem Gemeindeteil von Kirchroth im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen. Sie gehört zur Pfarrei Mariä Himmelfahrt (Pondorf) im Dekanat Straubing-Bogen im Bistum Regensburg.

Geschichte und Architektur Im Jahr 1700 wurde zunächst geplant, den Chor der vorhandenen, bescheidenen Kapelle zu vergrößern, die wohl auf einen spätgotischen Ursprung zurückgeht und zu Ehren der Heiligen Nikolaus und Andreas geweiht war. Die Auffindung einer Heilig-Blut-Reliquie beim Abbruch eines Altares gab den Anlass, die östliche Erweiterung als prachtvolle Kuppelrotunde auszuführen, die weithin sichtbar das Ortsbild dominiert. Das Bauwerk wurde in den Jahren ab 1703 nach Plan von Johann Georg Endres aus Regensburg erbaut. Die Stuckatur wurde von Niclas Perti ausgeführt, der unter anderem in München tätig war. Die Fresken wurden in den Jahren 1704/05 von Sebastian Moser aus Regensburg geschaffen. Das ursprüngliche Kuppelfresko wurde 1733 abgeschlagen und von dem Straubinger Joseph Anton Merz neu gemalt. Eine Renovierung wurde in den Jahren 1984–87 ausgeführt.

Äußeres Das Äußere des Bauwerks ist mit einfachen Putzstreifen gegliedert. Über dem kräftigen profilierten Kranzgesims wird das Bauwerk von einem stattlichen Mansardkuppeldach bekrönt. Der westlich anschließende niedrige Altbau wurde durch die gleiche Mauergliederung dem Kuppelbau angeglichen. Der vorgesetzte Turm stammt aus dem 19. Jahrhundert.

Inneres Der Kapellentrakt ist in einfachsten spätbarocken Formen gegliedert. Der Raumeindruck der Rotunde wird durch die Malereien in der Kuppel und die sparsamen, aber kräftig akzentuierenden Stuckaturen bestimmt. Diese sind farbig getönt oder weiß gefasst sowie gelb und rosa hinterlegt. Der Wandzylinder ist weiß mit lichten Gelb- und Grau-Brechungen bemalt. Die flache Hochaltarnische ist eingebunden in die Wandgliederung aus Pilastern und umlaufendem Gebälk. Am Fries sind Engelsköpfe und Palmwedel mit Leidenswerkzeugen gemalt.

Fresken Den Kuppelfuß umzieht eine Folge von Bildmedaillons von Moser, deren Rahmen Akanthusranken begleiten. Die Darstellungen beziehen sich auf den Titulus der Wallfahrtskirche; die Sieben Blutvergießungen Christi sind beginnend mit der Beschneidung und endend mit dem Lanzenstich dargestellt. Zwischen den Bildern sind, in Fortsetzung der Wandpilaster, trennende Gurte mit Rankendekor angeordnet. Das Hauptfresko stammt aus der reifen Schaffensperiode von Merz, wurde aber stark beschädigt und restauriert. Es behandelt in vielfiguriger Komposition das Erlösungswerk Christi, unter Einbeziehung der alttestamentarischen Zeugen Moses und David. Westlich ist der Sturz Luzifers dargestellt. Über dem Altar ist Gottvater sowie Christus dargestellt, dem Engel das Kreuz entgegenhalten. Im Kuppelfresko ist die Taube des Heiligen Geistes plastisch dargestellt.

Ausstattung Die Ausstattung stammt aus den Jahren um 1847 und ist neuromanisch-neugotisch gestaltet. Sie wurde von dem Landshuter Bildhauer Johann Schuller entworfen. Die Figuren sind aus Holz und Papiermaché ausgeführt. Der Hochaltar ist als aufwändige Schauwand gestaltet, das Kruzifix ist spätbarock und wurde überarbeitet.

Die Orgel ist ein Werk von Ludwig Edenhofer mit zwölf Registern auf zwei Manualen und Pedal.

Literatur

Weblinks

Informationen zur Kirche Niederachdorf auf der Website Bayerischer Wald

Einzelnachweise

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