mini|Klosterpforte (2012) Das Kloster Osenowlag Die Sieben Throne (, transkr. Sedemte Prestola) ist ein Mönchs­kloster im geistlichen Bezirk Sofia der Diözese Sofia der Bulgarisch-Orthodoxen Kirche. Seine offizielle Bezeichnng lautet Kloster Osenowlag »Mariä Geburt« (). Die Gründung erfolgte vermutlich im 11. Jahrhundert. Es ist durch seine in Bulgarien einzigartige Kreuzkuppelkirche mit sechs abgeteilten Seitenkapellen („Thronen“) bekannt.

Lage Der Klosterkomplex liegt ca. 86 km nordöstlich von Sofia auf dem Gebiet der Gemeinde Swoge. Er befindet sich in den südwestlichen Ausläufern des Rschana-Gebirgszugs () im westlichen Balkan. Die Anlage wurde auf einer Terrasse am rechten Ufer des kleinen Flusses Gabrowniza () errichtet.Wesselin Rangelow, 2015, S. 247 Per Luftlinie ist sie 10 km südsüdwestlich vom in der Iskărschlucht gelegenen Bahnhof Elisejna an der Bahnstrecke Sofia-Warna entfernt. Von dort kann das Kloster über die nach 1,7 km von der Republikstraße II-16 nach Süden abzweigende Bergstraße zum Dorf Osenowlag erreicht werden. Vom Kloster bis zum Dorf verläuft die Straße noch ca. 7,5 km weiter nach Südosten. 170 m nordöstlich des Klosters sind die Überreste eines römischen Kastells, der Lateinischen Burg (), erhalten.

Geschichte Aus der Zeit der Klostergründung liegen keine Dokumente vor. Man geht davon aus, dass diese im 11. Jahrhundert stattfand.Wesselin Rangelow, 2011, S. 253 Laut einer Legende siedelten sich in dieser Zeit sieben Bojaren oder sieben Brüder aus Bessarabien mit ihren Familien im westlichen Balkan an. Die Region war bereits zu römischer Zeit durch Straßen erschlossen worden, um geförderte Erze abzutransportieren. (pravoslavieto.com; bulgarisch, Übersetzung: Kloster Osenowlak "Mariä Geburt" Kloster "Die Sieben Throne" in der Nähe von Osenovlak) Sie gründeten die Dörfer Osenowlag (bis 1956 Osenowlak: (bulgarisch, Übersetzung: : Wörterbuch der Dorf- und Siedlungsnamen in Bulgarien 1878–1987), Изд. »Наука и Изкуство«, Sofia 1989, S. 205.), Ogoja, Ogradischte, Bukowez, Leskow dol, Shelen und Lakatnik als auch das Kloster Osenowlag. (svetimesta.com; bulgarisch, Übersetzung: Kloster Osenowlag "Mariä Geburt-Sedemte Prestola") (time2travel.bg, 2015; bulgarisch, Übersetzung: Kloster Die sieben Throne - eine lebende Legende)

Einer anderen Legende zufolge trat der dritte Bruder des Bojaren Petăr Deljan, Georgi, in Pasardschik in das Kloster ein und nahm den Mönchsnamen Gabriel () an.: (move.bg, 2020; bulgarisch, Übersetzung: Ein altes Kloster im Balkangebirge - das Kloster "Die Sieben Throne") Während einer der Einfälle der Petschenegen zog sich Gabriel zu seinem Bruder Damian nach Wraza zurück. Beide entwickelten die Idee ein Kloster im Balkangebirge zu gründen und wurden so die Stifter des Klosters »Mariä Geburt« bei Osenowlag. Gabriel bekleidete dort das Amt dessen ersten Igumens (Klostervorstehers). (www.btsbg.org, 2012; bulgarisch, Übersetzung: № 78 - Kloster "7 Throne")

Das Kloster entwickelte sich zu einem regionalen kulturellen und spirituellen Zentrum. Es besaß ein Skriptorium, in dem Bibeln und liturgische Texte kopiert wurden.Osenovlag Kloster Hl. Jungfrau Maria (Die sieben Altäre) (welcome.bg) Die ersten schriftlichen Quellen für die Existenz des Klosters sind ein Evangeliar aus dem Jahr 1511 und ein Meßbuch von 1554.Georgi Tschavrakov, 1978, S. 181

Im Jahre 1737 wurde das Kloster, wie viele andere in Bulgarien, durch die Osmanen auf Befehl von Sultan Mahmud I. zerstört.Manarstir „7 Thrones“ (about-sofia.com) 1770 erfolgte der Wiederaufbau unter Leitung von Meister Stojan () aus Trojan. Anfang des 19. Jahrhundert erlitt es erneut Plünderung und Verwüstung. Die Ruinen der Klostergebäude wurden von einer muslimischen Familie in Roman erworben. 1815 begann die Wiedererrichtung der Klosterkirche unter aktiver Beteiligung der lokalen Bevölkerung. Im Jahr 1824 wurde auch die Restaurierung des Klosters in Angriff genommen. Dimitraki Hadschitoschew () sowie Metropolit Dossiteja () aus Wraza kauften den Grund und der Mönch Paissij aus Lowetsch ließ ein erstes Wohngebäude erbauen.

Das Kloster legte auch seine umfangreiche Bibliothek wieder an. Darin findet sich u. a. ein Buch, das die russischche Zarin Katharina II. dem Kloster zum Geschenk machte.The “Sedemte Prestola (Seven Thrones)” monastery ( purebulgaria.com) 1849 wurde vom Mönchspriester Christopher () eine Klosterschule eingerichtet, um den Kindern der umliegenden Ortschaften die Möglichkeit zu geben, Lesen und Schreiben zu erlernen. (pateka.im, 2012; bulgarisch, Übersetzung: Kloster Die Sieben Throne, 80 km von Sofia, Westbalkan) 1851 ließ er ein dreistöckiges Wohngebäude anlegen. Die Baulichkeiten sind bis heute unverändert erhalten.

In der Zeit des Kampfes gegen die osmanische Fremdherrschaft diente das Kloster für Wojewoden wie Wăltschan Wojewoda (* 1775, † 1863) und Pop Martin Wojewoda als auch dem Freiheitskämpfer Wassil Lewski stets als sichere Zuflucht.

Bereits seit 1966 ist die Umgebung des Klosters in die Liste der Natursehenswürdigkeiten eingetragen.Osenovlag Kloster Hl. Jungfrau Maria (Die sieben Altäre) (welcome.bg) Die Bauten wurde zuletzt 1970 einer Renovation unterzogen. 1971 erhielt die Klosterkirche die Anerkennung als Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung. Der Entscheid wurde im Staatsanzeiger () № 101 von 1971 publiziert.

Heute stellt es ein beliebtes Ausflugsziel für die Bevölkerung von Sofia dar. Es bietet einen Parkplatz und ein Restaurant. Für Pilger und Besucher stehen 50 Übernachtungsplätze in unterschiedlich großen Zimmern zur Verfügung. In der Liste der 100 nationalen touristischen Objekte Bulgariens ist es auf Position 78 eingetragen.

Kunst und Architektur Klosterhof mini|Klosterhof (2012) Bedingt durch seine Lage in einer nach Westen gerichteten Flussschleife hat das Klosterareal annähernd die Form eines nach Südwesten ausgebuchteten Halbkreises. Von Western nach Süden folgt die Klostermauer dem Verlauf der Straße von Elisejna nach Osenowlag. Nach Osten wird der Bereich durch einen Berghang begrenzt. Im Norden liegt ein Riegel mit den Wohn- und Wirtschaftsgebäuden als auch den Unterkünften für Pilger und Besucher. Hier findet sich auch die Klosterpforte.

Von Westen nach Osten gliedert sich das Klosterareal in einen Pilgerhof, einen kleinen Hof der Mönche und einen Wirtschaftshof.Wesselin Rangelow, 2011, S. 115 Im Südosten erhebt sich die geostete Kirche »Mariä Geburt«. Südlich ihrer äußeren Vorhalle steht ein Glockenstuhl, dessen Geläut drei Glocken aus den Jahren 1799 bis 1940 umfasst. Hinter der Apsis, im Bereich des Wirtschaftshofs, findet man den Friedhof der Kommunität. Die Einfahrt zum Wirtschaftshof befindet sich an der Südostecke des Komplexes. Nördlich des Klosters existiert eine Wiese mit Bänken und Tischen für Pilger und Besuchern. Je ein Röhrenbrunnen wurden im Pilgerhof als auch vor dem Kloster angelegt.

Die Rasenflächen sind teils randlich mit Blumenbeeten dekoriert. Bemerkenswert ist der Baumbestand. Im Pilgerhof wachsen drei Mammutbäume (Sequoiadendron giganteum). Ein weiterer befindet sich auf der Wiese nördlich des Klosters. An der Südostspitze des Wirtschaftshofs erheb sich ein großer Echter Walnussbaum (Juglands regia).Wesselin Rangelow, 2011, S. 117

Kirche »Mariä Geburt« mini|Klosterirche (2007) mini|Naos (2012) Die Klosterkirche wurde 1815 an der Stelle eines Vorgängerbaus errichtet. Sie war ursprünglich eine Kreuzkuppelkirche mit einer Apsis, einer inneren Vorhalle (Esonarthex) sowie sechs abgeteilten Seitenkapellen. Die große äußere Vorhalle (Exonarthex) wurde erst 1868 hinzugefügt. (svoge.bgheritage.bg; bulgarisch, Übersetzung: Das Kloster "Die Sieben Throne", Elenow Dol)Georgi Tschavrakov, 1978, S. 183 Da die Seitenkapellen die gleiche Breite wie die Chöre aufweisen, hat das Gebäude einen rechteckigen Grundriss von 10 × 17 m. Über dem Gemeinderaum (Naos) ruht eine Kuppel auf einem runden, durchfensterten Tambour.

Das Kirchengebäude ist weiß verputzt. Über der Tür zum Esonarthex befindet sich ein Außenfresko. Es zeigt die „Verkündigung“. Eine Stifterinschrift darunter besagt, dass die Mittel für die Ausschmückung der Kuppel von Dimităr Alexow und Angelko Mitrew aufgebracht wurden. Schmale rechteckige Fenster sowie Rundfenster in den Seitennischen ermöglichen den Lichteinfall in Apsis, Naos als auch die Seitenkapellen. Im Kircheninneren sind die Wände weiß gekalkt. In der Kuppel ist des Fresko „Maria mit dem Kind“ von Medaillons verschiedener Heiliger umgeben. Gemäß einer Inschrift wurde es 1868 unte dem Kuratorium von Igumen Christophers und seinem Nachfolger Nikita restauriert.

Da Gotteshaus verfügt über eine komplexe innere Struktur. Zur Vereinfachung der Orientierung sind diel Altäre bzw. Räumlichkeiten nummeriert. Den größten Raum (№ 1) nimmt der Naos ein. Er hat die Form eines griechischen Kreuzes. Sein Altar ist der „Geburt der allerheiligsten Gottesmutter“ () geweiht. Im Ikonostas sind Pflanzen- und Tierornamente mit biblischen Szenen verwoben. Er wurde, wie auch die Ikonostase in den Kapellen, von lokalen Meistern gestaltet. Die großen Ikonen darin schuf Meister Stojan aus Trojan im Jahr 1770. Aus der Kuppel hängt der 15-teilige hölzerne Leuchter „Horo“ (, Übersetzung: Reigen) herab. Seine Fertigung übernahmen Meister aus Osenowlag. Er war eine Stiftung der Einwohner des benachbarten Dorfs Leskow dol. Die wundertätige Ikone „Mariä Geburt“ () gilt als älteste Ikone im Kloster. Sie wurde im 11. Jahrhundert vom Berg Athos ins Kloster übertragen. Bemerkenswert sind daneben auch die Ikonen „Der ungläubige Thomas“ () und der „Hl. Georg“ ().

Südlich des Altars liegt die Kapelle № 2 der »Hll. Makkabäerbrüder« (). Nördlich befindet sich die Kapelle № 3, die dem »Hl. Erzdiakon Stephanus« () geweiht ist. Beide Kapellen verfügen Zugänge vom Naos als auch vom Altarraum. An der Rückwand des Naos existiert im Süden die Kapelle № 4 zu Ehren der »Sieben Heiligen« (), d. h. der Heiligen Kyril und Method sowie ihrer fünf Schüler Kliment von Ohrid, Naum von Ohrid, Sava, Gorazd von Mähren als auch Angelarij. Ihr liegt an der Nordseite die Kapelle № 5 gegenüber, die an die »Hll. Uneigennützigen Kosmas und Damian« () erinnert. Der Gemeinderaum wird vom Esonarthex durch einen Bogen getrennt. Vom Esonarthex besteht Zugang zu den Kapellen № 6 »Hl. Erzengel Gabriel« () und № 7 »Mariä Verkündigung« ().

Heilige Quelle Am gegenüberliegenden Hang im Südwesten des Klosters entspringt eine heilige Quelle. Sie kann über die Fußgängerbrücke über die Gabrowniza im Süden des Klosters und einen Wanderweg erreicht werden. Der Quellort ist im Wald durch zwei weiße Kreuze markiert.

Patronatsfest Das Patronatsfest des Klosters ist das Fest Mariä Geburt, das am 8. September gefeiert wird.

Literatur : (bulgarisch, Übersetzung: Räumliche Organisation der Höfe des Klosters Osenowlag "Hl. Muttergottes" (Die 7 Throne)). In: (bulgarisch, Übersetzung: 60 Jahre Fachrichtung Landschaftsarchitektur), S. 139–144, Издание Сежан, Sofia 2011, ISBN 978-954-90425-6-6. : (bulgarisch, Übersetzung: Räumliche und funktionale Organisation der Klosterhöfe in Bulgarien). Dissertation, , 259 S., Sofia 2015. Georgi Tschavrakov: Bulgarische Klöster. 2. Auflage, 379 S., Verlag Septemvri, Sofia 1978, .

Weblinks

Einzelnachweise

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