mini|hochkant|Portrait Max Gube Strichzeichnung, Vorlage von 1898 Max Gube (* 20. Mai 1849 in Ratibor, Herzogtum Oppeln; † 15. Juni 1904 in München, Königreich Bayern) war ein deutscher Bildhauer, Graveur, Medailleur und Stempelschneider. Er war als königlich-bayerischer Hofgraveur tätig und schuf insbesondere Porträtmedaillen auf Persönlichkeiten des bayerischen und österreichischen Raumes. Zu seinen Auftraggebern gehörten Mitglieder des Hauses Wittelsbach, darunter König Ludwig II. und Prinzregent Luitpold von Bayern. Seit 1891 war Gube Hofgraveur des Prinzen Alfons von Bayern.
Leben und Wirken Max Gube war ein Sohn der Kaufleute Siegfried und Johanna Gube. Nach dem Besuch einer Handelsschule begann er eine Ausbildung zum Stein- und Wappenschneider.
Im Alter von 19 Jahren übersiedelte Max Gube 1868 nach Berlin, wo er sich an der dortigen Kunstakademie zum Bildhauer ausbilden ließ. Wenig später wechselte er an die Kunstakademie in Wien. Während seiner Berliner Zeit war er unter anderem bei dem Bildhauer Wilhelm Wolff tätig, der wegen seiner auf Tierdarstellungen spezialisierten Arbeiten auch „Tierwolff“ genannt wurde.
Am 6. November 1873 heiratete Gube im Alter von 24 Jahren Therese von Rassovsky, eine Tochter der Gutsbesitzereheleute Josef und Sascha Josefa von Rassovsky. Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor, von denen drei bereits im Säuglings- oder Kleinkindalter starbenDie Münze zur eigenen Silberhochzeit von Max Gube und Therese, nennt den 6. November 1873 und 1898. Auf der Rückseite ist eine Pflanze mit sechs Blüten. Die Blüten zeigen in der Mitte die Buchstaben: C, J, E, O, F, H. Es darf vermutet werden, dass dies die Anfangsbuchstaben der sechs Kinder des Ehepaars Gube sind.
Anfang 1875 übersiedelte Gube mit seiner Familie zunächst nach Genf. Dort machte er sich als Gemmenschneider und Siegelgraveur einen Namen. Noch im November 1875 ließ er sich in München nieder, wo er fortan als selbständiger Graveur und Stempelschneider tätig war. Seinen Lebensunterhalt verdiente er zunächst mit Steinschneidearbeiten sowie der Herstellung von Siegeln und in Bücher eingeklebter oder gestempelter Besitzzeichen, die den Namen oder das Wappen des Eigentümers zeigen (Exlibris).
Tätigkeit als Medailleur mini|Bronze-Gedenkmünze zum 90. Geburtstag von Dr. Jakob Heinrich von Hefner-Alteneck, modelliert von Max Gube Durch eine Reihe qualitätvoller Medaillen erregte Gube die Aufmerksamkeit des bayerischen Herrscherhauses. In der Folge erhielt er mehrfach bedeutende Aufträge aus dem Umfeld der Wittelsbacher. Sein künstlerisches Schaffen konzentrierte sich insbesondere auf die Medaillenkunst und die Herstellung von Porträtmedaillen.
Bekannt wurde Gube vor allem durch Porträtmedaillen für Münchner Bürger sowie durch Bildnisse mehrerer Salzburger Erzbischöfe. Einen Höhepunkt seines Schaffens bildeten eine Reihe von Porträts des Prinzregenten Luitpold von Bayern. Sein Gesamtwerk wird mit etwa 80 Medaillen angegeben, von denen ungefähr die Hälfte während der letzten fünf Jahre seines Lebens entstand.
Neben seiner Tätigkeit als Medailleur arbeitete Gube als Graveur und Stempelschneider. Seine Arbeiten stehen im Zusammenhang mit der Entwicklung der Porträt- und Medaillenkunst im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Gube war Mitglied der Bayerischen Numismatischen Gesellschaft.
Tod und Grabstätte mini|Grab von Max Gube in der Grabstätte der Familie Maendler auf dem Alten Südlichen Friedhof in München Max Gube erkrankte im Jahr 1904 schwer und starb am 15. Juni 1904 im Alter von 55 Jahren in München. Die Werkstatt und Firma Gube wurde an den Medailleur Karl Goetz verkauft, der vor allem von der Kundenliste Gubes profitierte.
Die Grabstätte von Max Gube befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 11 – Reihe 3 – Platz 6, ). Auch wenn auf der Grabplatte „Grabstätte der Familie Maendler“ steht, ist das Grab Max Gubes an dieser Stelle in der Literatur verbürgt.
Namensgeber für Straße Nach Max Gube wurde 1947 in München im Stadtteil Moosach-Bahnhof (Stadtbezirk 10 – Moosach) die Gubestraße benannt (Umbenennung). Gubestraße, auf stadtgeschichte-muenchen.de
Werk und kunsthistorische Bedeutung Max Gube zählt zu den im späten 19. Jahrhundert in München tätigen Graveuren und Medailleuren. Sein Werk ist insbesondere durch Porträtdarstellungen geprägt und steht in enger Verbindung mit dem gesellschaftlichen und politischen Umfeld des Königreichs Bayern. Durch seine Aufträge für Angehörige des Hauses Wittelsbach sowie für Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens dokumentieren seine Medaillen einen Teil der bayerischen Erinnerungskultur seiner Zeit.
Ein besonderer Schwerpunkt seines Schaffens liegt auf den Porträts des Prinzregenten Luitpold. Die starke Konzentration seiner Produktion auf die letzten Lebensjahre deutet auf eine späte Phase besonders intensiver künstlerischer Tätigkeit hin.
Weblinks
Indexeintrag: Deutsche Biographie Gube, Max
Einzelnachweise
Kategorie:Medailleur Kategorie:Graveur Kategorie:Bildhauer (Bayern) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1849 Kategorie:Gestorben 1904 Kategorie:Mann