Die Studentenproteste in Indien 2026, auch bekannt unter der Bezeichnung „Kakerlaken-Bewegung“, waren eine Reihe von Protesten, die vom 6. Juni bis zum 25. Juli 2026 hauptsächlich in Jantar Mantar, Neu-Delhi, Indien, stattfanden. Sie wurden von der Cockroach Janata Party (CJP) initiiert, einer von Jugendlichen getragenen politischen Satirebewegung, sowie von linken Studentenverbänden wie All India Students’ Association, All India Students’ Federation und Students’ Federation of India unterstützt.

Hintergründe Bei der landesweiten Aufnahmeprüfung für medizinische Studiengänge (NEET, National Eligibility cum Entrance Test) wurde die Prüfung vom 3. Mai 2026 annulliert, nachdem es Hinweisen auf vorab verbreitete Lösungen zu den Prüfungsfragen gab. Die zuständige National Testing Agency begründete die Annullierung mit der Transparenz des Prüfungsverfahrens und dem Vertrauen in das nationale Prüfungssystem. Die indische Regierung übergab die Untersuchung an die Zentralbehörde CBI.

Bei den Abschlussprüfungen des Zentralrats für Sekundarbildung (CBSE, Central Board of Secondary Education) traten bei der erstmals in großem Umfang eingesetzten digitalen Korrektur (On-Screen Marking) Fälle vertauschter digitalisierter Antwortbögen auf. Nach Angaben offizieller Stellen wurden rund 20 solche Fälle festgestellt, nachdem Schülerinnen und Schüler über das Onlineportal Kopien eingesehen hatten, die anderen Prüfungsteilnehmenden zugeordnet waren.

Wegen dieser Vorfälle forderten die Protestierenden den Rücktritt des indischen Bildungsministers Dharmendra Pradhan sowie umfassendere Reformen bei der Durchführung öffentlicher Prüfungen. Die Proteste erregten landesweite Aufmerksamkeit, nachdem Sonam Wangchuk am 28. Juni in Jantar Mantar in einen unbefristeten Hungerstreik getreten war.

Die Studentenproteste in Indien 2026 gelten als eine der größten innenpolitischen Herausforderungen für die Regierung des indischen Premierministers Narendra Modi seit Beginn seiner dritten Amtszeit.

Bezeichnung Die Bezeichnung „Kakerlaken-Bewegung“ für die Studentenproteste in Indien 2026 stammten aus der Aussage von Surya Kant, dem Obersten Richter Indiens, der während einer Gerichtsverhandlung am 15. Mai 2026 arbeitslose Jugendliche und Aktivisten auf sozialen Medien als „Kakerlaken“ und „Parasiten“ bezeichnete. Später relativierte Kant, dass er Personen gemeint habe, die mit gefälschten Abschlüssen in bestimmte Berufe gelangt seien.

Verlauf Juli Am 18. Juli 2026 brachte die indische Polizei den prominenten Aktivisten Sonam Wangchuk nach seinem dreiwöchigen Hungerstreik in Neu-Delhi gegen seinen Willen in ein Krankenhaus. Dabei forderten Wangchuk und andere Protestteilnehmer den Rücktritt von Bildungsminister Dharmendra Pradhan. Die Polizei griff nach eigenen Angaben auf ärztlichen Rat ein, wonach Wangchuk schwach sei und Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels zeige. Einige Protestteilnehmer wollten das Vorgehen der Polizei verhindern. Dabei sei es zu einem kurzen Tumult gekommen. Später rief Wangchuks Frau Gitanjali Angmo zu Straßenprotesten in Neu-Delhi und anderen indischen Städten auf.

Am 20. Juli 2026 setzten die Demonstranten ihren Protest mit einem Marsch zum Parlamentsgebäude in Neu-Delhi fort. Drei Tage später beendete Wangchuk seinen Hungerstreik, nachdem ihm die Regierung zugesichert hatte, dass keine rechtlichen Schritte gegen die Protestierenden am Jantar Mantar eingeleitet würden.

Bildungsminister Pradhan trat am 25. Juli 2026 zurück; die Proteste wurden später am selben Tag abgebrochen, nachdem die Regierung zugesagt hatte, den Forderungen der CJP nachzukommen.

August In seiner Ansprache zum indischen Unabhängigkeitstag kündigte Regierungschef Modi kostenlose Online-Nachhilfestunden und ein Ausbildungsprogramm für Künstliche Intelligenz für junge Menschen an. Seine Regierung werde Gratis-Vorbereitungskurse auf mehrere „umkämpfte Prüfungen“ anbieten.

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