Karl Wilhelm Heinrich Stockmeyer (* 15. Juni 1858 in Rio de Janeiro, Kaiserreich Brasilien; † 12. Mai 1930 in Stuttgart) war ein deutscher Maler und Bildhauer.

Leben Karl Stockmeyer wurde als Sohn des Großkaufmanns und lippischen Konsuls Bernhard (Bernardo) Stockmeyer (1829–1859)Annexo A: Documentos officiales. In: Relatorio da repartição dos negocios estrangeiros. Rio de Janeiro 1857, S. 27 (Google Books) und dessen Ehefrau Mathilde, geborene Hasse, in Rio de Janeiro geboren. Sein Großvater war der Superintendent der Lippischen Landeskirche, Karl Stockmeyer. 1860, nach dem Tod seines Vaters (1859), zogen er und seine Mutter, die ebenfalls bald starb, zu den Großeltern nach Detmold. Als Vollwaise kam er zu Verwandten nach Lemgo. Karl Stockmeyer besuchte Gymnasien in Detmold und Lemgo und machte Ostern 1879 auf dem Gymnasium Lemgo sein Abitur.Bernhard Steusloff: Jahresbericht über das Gymnasium zu Lemgo. Lemgo 1879, S. 14 (Google Books) Unterbrochen von einem einjährigen Militärdienst studierte er von 1879 bis 1881/1882 an der Großherzoglich Badischen Kunstschule Karlsruhe Malerei.Stockmeyer. In: Max Martersteig (Hrsg.): Jahrbuch der bildenden Kunst 1903. 2. Jahrgang, Deutsche Jahrbuch-Gesellschaft, Berlin 1903, Sp. 244 Dort waren Theodor Poeckh und Karl Hoff seine wichtigsten Lehrer.

Nach dem Studium reiste er eine Zeit als Porträtmaler umher, ehe er sich etwa 1887 in Malsch, Bezirksamt Ettlingen, niederließ, wo er bis 1888 das „Waldhaus“ erbaute. 1891/1892 bereiste er Italien. 1894 übernahm er die Verwaltung einer Ziegelei in Brake bei Lemgo, die seinem Schwiegervater gehörte. In dieser Zeit experimentierte er mit keramischen Arbeiten. 1896 zog er von Brake nach Detmold, um dort eine Malerschule zu eröffnen. Trotz einigen Erfolgs verlegte er seine Schule 1898 nach Malsch, wo er für die Karlsruher Kunstschule Vorbereitungskurse anbot.

Sein künstlerisches Werk umfasst eine Vielzahl von Porträts, unter anderem Bildnisse von Ernst Scherenberg, Georg Längin,Illustrirter Katalog der Münchener Jahresausstellung von Kunstwerken aller Nationen im Kgl. Glaspalaste 1893. Franz Hanfstaengl Kunstverlag, München 1893, S. 79, Nr. 1493 Rudolf Steiner, Friedrich I. von Baden und ein Doppelbildnis von August und Eduard von der Heydt,August and Eduard von der Heydt at the piano, Objektdatenblatt im Portal akg-imgages.co.uk, abgerufen am 28. Juli 2026 sowie einige Landschaften und Gemälde mit religiösen Sujets. Als bildhauerisches Werk hinterließ er unter anderem eine Brunnenfigur im Garten der Villa seines Gönners Robert Schmidt und den Jungfrauenbrunnen in Malsch. Seinem Sohn, dem Anthroposophen und Waldorfpädagogen Karl Stockmeyer (1886–1963), half er 1909/1910 bei der Errichtung des Modellbaus zu Malsch, eines Vorläufers der anthroposophischen Architektur.

Stockmeyer war verheiratet mit Sophie Clementine Johanne Ewerbeck (1860–1923), der Tochter eines Braker Landwirts und Ziegeleibesitzers. Deren Geschwister Marie (1877–1960), August und Bernhard Carl (1866–1961) waren ebenfalls Künstler. Ehefrau Johanne betrieb im „Waldhaus“ eine Pension. Stockmeyers älteste Tochter Hilde (1884–1910) war in der Theosophischen Gesellschaft aktiv und machte 1904 die Bekanntschaft mit Rudolf Steiner. Die jüngste Tochter Waltraut Stockmeyer-Schöpflin-Döbelin (1888–1951) wurde Sopranistin und gründete später mit ihrem zweiten Ehemann Döbelin einen Demeter-Betrieb der biologisch-dynamischen Landwirtschaft in Norwegen.Malscher Künstler, Webseite im Portal alte-schmiede-malsch.de, abgerufen am 28. Juli 2026Hella Wiesberger: Preliminary Remarks by the Editor. In: Rudolf Steiner: Images of Occult Seals and Columns. Munich Congress 1907 (GA 284: Bilder okkulter Siegel und Säulen. Der Münchner Kongreß Pfingsten 1907 und seine Auswirkungen). Digitalisat in der Steiner Online Library, abgerufen am 28. Juli 2026

Literatur Stockmeyer, Carl. In: Friedrich von Boetticher: Malerwerke des neunzehnten Jahrhunderts. Beitrag zur Kunstgeschichte. Fr. v. Boetticher’s Verlag, Dresden 1901, Band II/2, S. 844.

Hermann Ludwig Schäfer: Karl Heinrich Wilhelm Stockmeyer. In: Lippische Landes-Zeitung, 191 (1957), XXX vom 12. Januar 1957, S. 5.

Weblinks Stockmeyer, Karl (1858–1930), Biografie im Portal lippelex.de Karl Stockmeyer, Kurzbiografie im Portal heimatfreunde-malsch.de Karl Heinrich Wilhelm Stockmeyer, Auktionsresultate im Portal artnet.de

Einzelnachweise

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