mini|Hoyshörn und dunkles Loch Helgoland 1911

Das Hoyshörn (auch Hoys-Hörn, selten Predigerstuhl) war ein markanter Brandungsfelsen und eine Küstenformation an den Buntsandstein-Klippen der deutschen Nordseeinsel Helgoland. Die Formation stand in engem Zusammenhang mit der bekannten Brandungshöhle Junggatt (auch Djung Gatt u. ä.).

Geologie und Entstehung mini|Predigerstuhl Helgoland neben Brandungstor Jung-Gatt. Der kleine Felsen zwischen Hoyshörn und Jung-Gatt mit starkem Überhang hieß Düvstak (Tauben-Stack). Er stürzte am 18. Februar 1900 ein.Emil Lindemann, Das deutsche Helgoland, Berlin 1913, Seite 236 Das Hoyshörn bestand wie der Großteil des Helgoländer Felsmassivs aus rotem Buntsandstein. Die Formation verdankte ihre Ausprägung der jahrhundertelangen Einwirkung von Wind, Gezeiten und starker Brandung (Erosion), wodurch sich vorspringende Felsnasen, Bögen und Höhlensysteme bildeten.

Zusammen mit dem direkt angrenzenden Hohlraum Djungk Gat bildete das Hoyshörn eine der auffälligsten Felsstrukturen an der Helgoländer Klippenküste. Beim Bau der preußischen Schutzmauer (Preußenmauer) zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Hoyshörn vom Junggatt getrennt. Im Rahmen der Sprengung von Bunkeranlagen auf Helgoland am 18. April 1947 stürzten wesentliche Teile dieser historischen Felsformationen ein oder wurden dauerhaft verändert.

Kulturgeschichte und Notgeld mini|Das Hoyshörn mit dem benachbarten Djungk Gat auf einer Notgeld-Abbildung von 1921 Vor ihrer Zerstörung bzw. Überprägung war die Formation ein beliebtes Motiv für Künstler, Fotografen und Illustratoren. Besondere Bekanntheit erlangte das Hoyshörn zusammen mit dem Djungk Gat in den 1920er Jahren.

Während der Zeit der Hyperinflation in der Weimarer Republik gab die Gemeinde Helgoland im Jahr 1921 eigenes regional beschränktes Notgeld heraus. Auf mehreren Serien (u. a. der 25-Pfennig-Note) zeigten die Geldscheine lithografische Darstellungen der Helgoländer Westküste, auf denen das Hoyshörn und das benachbarte Brandungstor als prägende Landschaftselemente abgebildet waren.

Rezeption und Sagen mini|Seekarte mit Position des Hoyshörn In der Kultur der Inselbevölkerung (Halunder) besaßen die exponierten Felsen und Tore an der Steilküste eine besondere narrative Bedeutung. Die Felsnase des Hoyshörns diente Seeleuten und Fischern als optische Orientierungsmarke bei der Annäherung an die Klippen der Insel. Um die Höhlen und Klüfte im Buntsandstein rankten sich zudem zahlreiche Insel- und Seemannssagen.

mini|Reste des Hoyshörn auf Helgoland

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Helgoland) Kategorie:Felsen in Schleswig-Holstein