mini|hochkant|August Hahr Foto von 1924 August Hahr (geboren am 29. Oktober 1868 in Dingtuna, Västmanland; gestorben am 21. Mai 1947 in Gävle) war ein schwedischer Hochschullehrer, Kunsthistoriker und Architekturforscher.

Leben Hahr war der älteste Sohn des Adolf Robert August Hahr (15. September 1835 – 10. Juni 1923) und dessen Frau Ragnhild Hilma Theresia (geborene Ljung, adoptierte Lindström; 12. Juli 1840 – 8. Mai 1899). Nach seinem Schulabschluss am 18. Mai 1888 in Västerås, immatrikulierte er sich am 21. September 1888 an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Uppsala. Bereits im folgenden Jahr schloss er sein Studium mit einem juristischen Staatsexamen ab und studierte einige Semester lang Wirtschaftswissenschaften. Hahr gab seine juristische Laufbahn auf, um ein Schüler des Literatur- und Kunsthistorikers Carl Rupert Nyblom (29. März 1832 – 30. Mai 1907)Gösta Lundström: Carl Rupert Nyblom. In: Svenskt biografiskt lexikon. Band 27, S. 664 (schwedisch, sok.riksarkivet.se) zu werden, der mit der Schriftstellerin Helena Nyblom verheiratet war. Dort lernte er Erik Axel Karlfeldt kennen, mit dem er sich anfreundete. In den Jahren 1892 bis 1893 unternahm Hahr eine Reise nach Berlin, Dresden, München und Wien. Er kehrte im Frühjahr zurück und litt an einer langwierigen Nervenkrankheit, von der er sich erst 1895 soweit erholte, dass er sein Studium in Uppsala fortsetzen konnte. Hahr hatte sich während seines Aufenthalts in Deutschland insbesondere mit der niederländischen Malerei beschäftigt und veröffentlichte 1897 ein Buch zu diesem Thema. Bereits 1896 hatte er für den Verlag Nyblom eine Lizentiatsarbeit über die niederländische Genremalerei des 16. Jahrhunderts verfasst. Um diese Zeit schrieb er zu Karlfeldts 1895 erschienenen Gedichtband Vildmarks- och kärleksvisor auch eine Rezension in der Zeitschrift Vestmanlands läns tidn.Henrik Cornell: August Hahr. In: Svenskt biografiskt lexikon. Band 17, S. 763 (schwedisch, sok.riksarkivet.se).

Hahr wandte sich nun der Porträtmalerei Schwedens im 17. und 18. Jahrhundert zu und verfasste 1898 seine Dissertation über den Maler Per Krafft den Älteren. Im Jahr 1900 kam sein Buch über den Maler David von Krafft und die Schule David Klöcker Ehrenstrahls. Im selben Jahr wurde er außerordentlicher Professor für Kunstgeschichte in Uppsala und übernahm den Lehrstuhl für Ästhetik. Johan Henrik Emil Schück (2. November 1855 – 3. Oktober 1947),Inge Jonsson: J Henrik E Schück. In: Svenskt biografiskt lexikon. Band 31, S. 702 (schwedisch, sok.riksarkivet.se) der Nachfolger Nybloms strebte eine Abschaffung des Faches Ästhetik hin zur objektiven Lehre der Literatur- und Kunstgeschichte an. So übernahm Hahr die Kunstgeschichte, während Schück Literaturgeschichte unterrichtete. Während seines Aufenthalts in Deutschland hatte sich Hahr in Berlin und München mit den Sammlungen antiker griechischer Skulpturen beschäftigt und veröffentlichte 1908 seine Ergebnisse.

Hahr war von 1908 bis 1919 als Lehrer und Prüfer in Lund tätig, ehe er als erster Inhaber der Professor für Kunstgeschichte nach Uppsala wechselte, nachdem der Reichstag 1917 die Mittel für eine eigenständige Professur an der dortigen Universität bewilligt hatte.

Hahrs Forschungsschwerpunkt lag jedoch auf der nordischen Renaissancearchitektur, zu der er 1902 seine Arkitekturens historia veröffentlichte, die in den Jahren 1926 bis 1928 unter dem Titel Arkitekturen genom tiderna neu aufgelegt und in 5 Bänden in der Reihe Natur och Kulturs herausgegeben wurde. Er war der Erste, der sich eingehend mit der Architekturgeschichte des 16. und frühen 17. Jahrhunderts in Schweden beschäftigte und zahlreiche Studien verfasste.

Familie Hahr war seit dem 16. Januar 1904 mit Hilma Elisabeth (geborene Larsson, 7. Oktober 1880 – 13. August 1965) verheiratet, einer Tochter des Joseph Larsson und dessen Frau Hilma Maria Sofia (geborene Mogren). Das Paar hatte zwei Kinder. Elsa Hilma Ingeborg Hahr (* 2. Januar 1906) ⚭ 15. Juni 1934 mit Yngve Teodor Bjerstroem (* 25. Juli 1902) Henrik Adolf August Hahr (10. Januar 1911 – 25. November 1985), war von 1934 bis 1936 Programmdirektor und erneut ab 1942 bei dem Rundfunksender Radiotjänst tätig, von 1934 bis 1942 Mitarbeiter beim Svenska Dagbladet sowie von 1938 bis 1941 Auslandskorrespondent.Hahr, Henrik Adolf August. In: Svenskt författarlexikon. Band 2: 1941–1950. S. 224 (schwedisch, runeberg.org). Hahr hatte mehrere Geschwister … Erik Mauritz (Maurits) Hahr (17. Dezember 1869 – 12. Oktober 1944) wurde Stadtarchitekt ⚭ am 24. Juni 1906 mit Clara Emilia (geborene Rossander; 19. November 1871 – 21. November 1909), Tochter von Carl Jacob Rossander (1828–1901) und Emma Maria (geborene Godenius; 1839–1876). Hilma Clara Maria Hahr (9. Juni 1871 – 22. Mai 1965) wurde Künstlerin (Tapetendesign und Mustergestaltung für Industriekunst) und lebte in London. Ebba Anna Elisabeth Hahr (27. Februar 1873 – 2. August 1936) ⚭ am 1. August 1900 mit John Axel Hygrell (10. Dezember 1873 – 26. April 1957). Gerda Elisabeth Hahr (19. November 1876 – 8. November 1939) ⚭ am 1. März 1904 mit dem Architekten Carl Hjalmar Valentin Molin (23. Februar 1868 – 4. März 1954). Julia Mathilda (Mattis) Hahr (6. Februar 1879 – 7. Mai 1951) ⚭ am 7. Oktober 1905 mit Oscar Petrus Grundell (* 12. Oktober 1872). Carl Gustaf Valdemar Hahr (14. November 1881 – 28. Juni 1931). Ingrid Margareta (Greta) Hahr (* 29. Dezember 1883) ⚭ am 4. März 1911 mit dem Bauingenieur Tryggve Gustaf Lars Hoekerberg (* 14. Oktober 1884). … und einen Stiefbruder Robert August (Axel) Hahr (Adoptivsohn), Landwirt und Verwalter des Guts Tidö in der Provinz Västmanland (4. Januar 1863 – 9. Januar 1894).

Schriften (Auswahl) David von Krafft och den Ehrenstrahlska skolan – bidrag till den svenska konsthistorien. Akademiska boktryckeriet, Upsala 1900 (schwedisch, ). Dav. Klöcker Ehrenstrahl – en konst-historisk studie. Aktiebolaget Ljus, Stockholm 1905 (schwedisch, ). Konst och konstnärer vid Magnus Gabriel de La Gardies hof; bidrag till den svenska konstforskningen. Akademiska Bokhandeln, Uppsala 1905 (schwedisch, ). Taflor och skulpturer i Uppsala universitetshus. Almquist & Wiksells, Uppsala 1906 (schwedisch, ). Studier i Johan III:s renässans. Band 1: Arkitektfamiljen Pahr. C. J. Lundström, O. Harrassowitz, Uppsala / Leipzig 1907 (schwedisch, ). Die architektenfamilie Pahr, eine für die renaissancekunst Schlesiens, Mecklenburgs und Schwedens bedeutende Künstlerfamilie. In: Studien zur Deutschen Kunstgeschichte. Heft 97, J. H. E. Heitz (Heitz & Mündel), Strassburg 1908 (). Tidö. Rytterns socken, Snäfringe härad, Västmanlands län. In: Svenska slott och herresäten vid 1900-talets början Band: Västmanland. Stockholm 1910, S. 18–32 (schwedisch, runeberg.org). Bewegungsgestalten in der griechischen Skulptur; eine Kunsthistorische Studie. J. H. Ed. Heitz (Heitz & Mündel), Strassburg 1917 ().

Literatur

Thure Nyman, Berthold Wirulf: Hahr, 2. Hahr August. In: Svenska män och kvinnor : biografisk uppslagsbok. Band 3: G–H. Albert Bonniers förlag, Stockholm 1946, S. 242–243 (schwedisch, runeberg.org). Henrik Cornell: August Hahr. In: Svenskt biografiskt lexikon. Band 17, S. 763 (schwedisch, sok.riksarkivet.se).

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Einzelnachweise

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