Store Egholm (oft auch vereinfacht als Egholm bezeichnet) ist eine seit Beginn des 20. Jahrhunderts unbewohnte dänische Insel in der „Dänischen Südsee“ (dänisch: Det Sydfynske Øhav). Sie liegt südöstlich der Insel Birkholm und nordwestlich von Ærø. Administrativ gehört Store Egholm zur Ærø Kommune in der Region Syddanmark. Zusammen mit den kleineren Nachbarinseln Lille Egholm und Græsholm bildet sie die Inselgruppe der Egholme.

Geographie und Etymologie Store Egholm ist mit rund 70 Hektar Fläche die größte Insel in den flachen Passagen zwischen Birkholm und Strynø. Sie ist eine extrem flache Moräneninsel mit ausgeprägten maritimen Anspülungen (Strandwiesen, Reffen und Nehrungen), deren höchste Punkte nur etwa zwei Meter über dem Meeresspiegel liegen.

Der Name Egholm leitet sich vom dänischen Wort Ege (Eiche) und Holm (kleine Insel) ab. Dies deutet darauf hin, dass die Insel in früherer Zeit – im Gegensatz zu ihrem heutigen bewaldungs- und strauchfreien Zustand – mit Eichen bewachsen war.

Geschichte Ähnlich wie andere kleine Eilande im Dänischen Südmeer wurde Store Egholm historisch für die saisonale Landwirtschaft und Viehzucht genutzt. Bauern von den umliegenden Inseln (besonders aus Birkholm und von Ærø) brachten ihr Vieh per Boot auf die Egholme, damit die Tiere über den Sommer auf den nährstoffreichen Salzwiesen grasten.

Aufgrund der geringen Höhe war die Insel stets stark durch Sturmfluten gefährdet. Bei der verheerenden Ostseesturmflut 1872 wurde die Insel komplett überschwemmt. Historischen Überlieferungen zufolge konnten die Männer von Ærø ihren auf der Insel gefangenen Familien während des Sturms nur hilflos durch das Fernrohr der Marstaler Mühle zusehen, da eine Rettung per Boot unmöglich war. Obwohl alle Bewohner überlebten und die Deiche reparierten, richtete eine erneute Sturmflut im Februar 1874 noch größere Schäden an. Im Jahr 1900 verließen Rasmus Nielsen und seine Frau als letzte ständige Bewohner die Insel.

Heutige Nutzung und Infrastruktur Die Insel befindet sich überwiegend in Privatbesitz. Die Eigentümer haben sich in der Egholm-Foreningen zusammengeschlossen, um die Inselpflege, die Jagd und die gemeinsamen Interessen zu verwalten.

Bebauung: Auf der Insel befinden sich fünf eingezäunte Freizeit- und Jagdhütten. Wasserversorgung: Zwei kleine Windkraftanlagen dienen als mechanische Pumpen, um das Grundwasser für das weidende Vieh in Tränken zu fördern. Landschaftspflege: Jedes Jahr werden Schaf- und Rinderherden aus Ærø auf die Insel gebracht, um die Verbuschung der Strandwiesen zu verhindern.

Natur und Naturschutz Store Egholm besitzt als ungestörte Strandeng eine herausragende ökologische Bedeutung. Die Insel ist Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 (Gebiet Nr. 127 Sydfynske Øhav) sowie als Vildtreservat (Wildschutzgebiet) ausgewiesen:

Vogelschutz: Die Insel dient als Brutareal für zahlreiche Küstenvögel wie Silbermöwen, Fluss- und Zwergseeschwalben, Uferschnepfen, Alpenstrandläufer, Spießenten, Schafstelzen und Eiderenten. Im Frühjahr nutzen zudem Ringelgänse und Goldregenpfeifer die Wiesen als Rastplatz. Zum Schutz der Brutkolonien gilt vom 1. März bis zum 15. Juli ein empfohlenes Landungsverbot bzw. eine Betretungsbeschränkung. Flora: Durch den hohen Salzgehalt im Boden und das Fehlen von Gebüschen wird die Prädation durch Krähen oder Greifvögel gering gehalten. Auf den Deichen und Strandwiesen dominieren dichte Bestände der Strand-Grasnelke (Armeria maritima), des Halligflieders (Limonium vulgare) sowie verschiedene Queller- und Meldenarten.

Einzelnachweise

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