Emil Josef Trutwin (* 12. Juni 1881 in Neunkirchen, Niederösterreich; † 2. Juni 1947 in Wien-Penzing)Taufbuch Neunkirchen, tom. R, fol. 205 (Faksimile), abgerufen am 28. Juli 2026 war ein österreichischer Maler (Theater- und Kulissenmaler), der im Ersten Weltkrieg zuletzt als k.k. Unteroffizier (Titular-Korporal) in der Landwehr der österreichisch-ungarischen Armee teilnahm.

Herkunft und Familie Sein Vater Josef Trutwin (* 9. Mai 1856 in Mülhausen im Elsass) war von Beruf Graveur, kam ursprünglich aus Elsass-Lothringen und entstammte einer dortigen Drucker- und Lithografenfamilie. Die Mutter Adelheid (verwitwete Kasamas, geborene Mattis; * 5. März 1840 in Neunkirchen;Taufbuch Neunkirchen, tom. J, fol. 93 (Faksimile), abgerufen am 28. Juli 2026 † 14. Oktober 1896 ebenda)Sterbebuch Neunkirchen, tom. XI, fol. 25 (Faksimile), abgerufen am 28. Juli 2026 heiratete nach dem Tod ihres ersten Ehemannes am 25. November 1879 in Neunkirchen den 16 Jahre jüngeren Josef Trutwin.Trauungsbuch Neunkirchen, tom. VII, fol. 18 (Faksimile), abgerufen am 28. Juli 2026 Ein jüngerer Bruder Rudolf (* 12. April 1884 in Neunkirchen; † 28. April 1884 ebenda) starb bereits im Kindbett.Taufbuch Neunkirchen, tom. S, fol. 114 (Faksimile), abgerufen am 28. Juli 2026Sterbebuch Neunkirchen, tom. IX, fol. 94 (Faksimile), abgerufen am 28. Juli 2026

Emil Trutwin war mit Josefa (auch Josefine; geborene Riegler; * 30. September 1882 in Wien-Brigittenau;Taufbuch Wien-20., St. Brigitta, tom. IX, fol. 33 (Faksimile), abgerufen am 28. Juli 2026 † 14. Oktober 1950 in Wien), der Tochter eines Etuimachergehilfen, verheiratet, mit der er sich am 1. Oktober 1906 in der Alten Pfarrkirche Matzleinsdorf in Wien-Matzleinsdorf vermählt hatte.Trauungsbuch Wien-05., St. Florian (Matzleinsdorf), tom. 2/39, fol. 218 (Faksimile), abgerufen am 28. Juli 2026 Ihr Sohn Emil Heinrich (* 10. November 1906 in Wien; † 13. Jänner 1907 ebenda) starb bereits wenige Wochen nach der Geburt.Taufbuch Wien-15., Fünfhaus, tom. XXXI, fol. 158 (Faksimile), abgerufen am 28. Juli 2026Sterbebuch Wien-15., Fünfhaus, tom. XXXII, fol. 4 (Faksimile), abgerufen am 28. Juli 2026

Die Grabstätte der Eheleute befindet sich auf dem Südwestfriedhof in Wien-Meidling (Gruppe 57, Reihe 5, Nummer 3). Ausbildung und Leben mini|Emil Trutwin (1917): Panorama des Tolmeiner Beckens mit Blick in Richtung Karfreit (gemalt aus der Sicht von Podmelec); in der rechten Bildhälfte hinten das Kolovrat-, Matajur- und Stolgebirge sowie der Krn

Emil Trutwin absolvierte eine klassische Dekorationsmaler-Lehre und besuchte daneben sporadisch verschiedene Meisterklassen für klassische Malfächer an der Akademie der bildenden Künste. Anschließend war er in Wien zunächst als Theatermaler-Gehilfe und später dann als Theatermaler-Meister (Kulissenmaler) tätig, bis er am 1. August 1914 infolge allgemeiner Mobilisierung zum Militärdienst eingezogen wurde. Gemälde, die er während des Krieges anfertigen konnte, wurden durch einen Brand fast gänzlich vernichtet. Zwei gerettete Bilder befinden sich heute im Museum des slowenischen Ortes Tolmin. Am 20. November 1918 wurde Trutwin als k.k. Titular-Korporal aus dem aktiven Wehrdienst entlassen.

Bekannte Werke von Trutwin zeigen die im Bereich des Brückenkopfes Tolmein (in Klavže) befindliche Sanitätsanstalt der k.u.k. 50. Infanterie-Truppen-Division, die er 1916 sowohl aquarelliert (30 × 65 cm) als auch gouaschiert (29 × 45 cm) hatte; ebenfalls dokumentiert sind ein Aquarell mit der Bezeichnung „Pferdespital im Feld“ (29 × 45 cm) sowie eine mit „Pferdespital“ betitelte Gouache (29 × 45 cm). Diese vier Bilder wurden vom 16. bis 23. November 1917 zugunsten des k.u.k. Kriegsfürsorgeamtes in Wien versteigert.Dorotheum Wien [Hrsg.]; Dorotheum [Hrsg.]; Dorotheum / Kunstabteilung [Mitarb.]; Kaiserlich-Königliches Versatz-, Verwahrungs- und Versteigerungsamt [Mitarb.]: Kunstauktion / Dorotheum: Versteigerung der Kunstsammlung des Invalidenfonds: (k. u. k. Kriegsministerium, Kriegsfürsorgeamt); Ver-steigerung von Freitag, den 16. bis Freitag, den 23. November 1917 (Wien, Nr. 279.1917)

Nach dem Ersten Weltkrieg war Emil Trutwin in Wien wieder als Theatermaler tätig, ging 1941 in Pension und wohnte zuletzt in der Pillergasse 13/II/50 in Wien-Fünfhaus.Adolph Lehmann’s allgemeiner Wohnungs-Anzeiger nebst Handels- u. Gewerbe-Adressbuch für d. k.k. Reichshaupt- u. Residenzstadt Wien u. Umgebung, 1936, Band 1, Trulp bis Tschepp, S. 1363.

Auszeichnungen Eisernes Verdienstkreuz am Bande der Tapferkeitsmedaille (verliehen 1918 für seine Verwendung in der Befehlsgruppe Hauptmann Eberhard bei der k.u.k. 50. Infanterie-Truppen-Division)

Literatur Heinrich Fuchs, Die österreichischen Maler des 19. Jahrhunderts, Band 4: S–Z, Wien 1974, S. 125.

Weblinks Website des Tolminski Muzej (Museum Tolmin) Kriegsarchiv Kriegsarchiv (FAQ) - Suche nach Offizier/Unteroffizier/einfachen Soldaten im Zeitraum 1868-1918 (Allgemeine Wehrpflicht)

Einzelnachweise

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