Karl „Charly“ Lamm (* 19. Mai 1955; † 24. Januar 2019) war ein deutscher Unternehmer und Motorsportmanager. Von 1976 bis 2018 war er Teamchef, Geschäftsführer und Miteigentümer des deutschen Rennstalls Schnitzer Motorsport mit Sitz in Freilassing.

Unter seiner Leitung entwickelte sich Schnitzer Motorsport zu einem der erfolgreichsten Tourenwagen- und Langstreckenteams der Welt.

Zu den größten Erfolgen unter Lamm zählen der bislang einzige Gesamtsieg von BMW bei den 24 Stunden von Le Mans (1999), insgesamt zehn Gesamtsiege bei den 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps und den 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring sowie Titel in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft, der Tourenwagen-Europameisterschaft, der DTM und dem FIA GT World Cup (2018).

Mit Gesamtsiegen bei den 24 Stunden von Le Mans, den 24 Stunden von Spa und den 24 Stunden auf dem Nürburgring ist Lamm der einzige Teamchef, dem Gesamtsiege bei allen drei bedeutendsten 24-Stunden-Rennen Europas gelangen.

Leben und Beruf

Charly Lamm wuchs in Freilassing auf. Schon früh begeisterte er sich für Technik und den Automobilrennsport. Als 16-jähriger Schüler unterstützte er 1971 erstmals die Motorsportabteilung von Schnitzer bei einem Rennen. Nach dem Schulabschluss absolvierte Lamm ein Studium des Wirtschaftsingenieurwesens in München. Anschließend übernahm er die Leitung von Schnitzer Motorsport als Geschäftsführer sowie Miteigentümer des Unternehmens.

Zu den größten Erfolgen unter Lamm zählt der Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans 1999. Schnitzer Motorsport setzte zwei gemeinsam mit Williams entwickelte BMW V12 LMR ein. Das Fahrzeug mit der Startnummer 15, pilotiert von Yannick Dalmas, Pierluigi Martini und Joachim Winkelhock, gewann das Rennen. Bis heute ist dies der einzige Gesamtsieg von BMW bei den 24 Stunden von Le Mans.

Das Rennen von 1999 gilt aufgrund der Werkseinsätze von Audi, BMW, Mercedes-Benz, Nissan, Panoz und Toyota als eines der bestbesetzten der Geschichte. Obwohl der BMW V12 LMR nicht das schnellste Fahrzeug im Feld war, gelang der Gesamtsieg vor allem aufgrund einer fehlerfreien Leistung von Fahrern und Team. Die Bedeutung von Lamm‘s strategischer Rennführung wurde von Wettbewerbern hervorgehoben und sollte die nächsten Jahre des Rennens prägen.

Mit insgesamt zehn Gesamtsiegen bei den 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps (1985, 1986, 1988, 1990, 1995) und auf dem Nürburgring (1989, 1991, 2004, 2005, 2010) trugen Schnitzer Motorsport und Lamm maßgeblich dazu bei, dass BMW bis heute Rekordsieger bei beiden Langstreckenklassikern ist.

Darüber hinaus verantwortete Lamm Titel in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft (1987), der Tourenwagen-Europameisterschaft (1983, 1986, 1988), der DTM (1989, 2012), der Super-Tourenwagen-Cup (1998) und dem FIA GT World Cup (2018). Hinzu kamen nationale Titel in Großbritannien, Italien, Japan, Nordamerika und Südostasien und mehrere hundert Rennsiege auf sechs Kontinenten.

Im September 2018 gaben BMW und Schnitzer Motorsport bekannt, dass Lamm zum Jahresende als Teamchef und Geschäftsführer zurücktreten werde. Die Geschäftsführung sollte Herbert Schnitzer junior übernehmen. Ebenfalls veräußerte Lamm seine Beteiligung am Unternehmen. Lamm wechselte als Berater zur BMW Group.

Sein letztes Rennen als Teamchef bestritt Lamm beim FIA GT World Cup 2018 in Macau. Dort gewann Augusto Farfus im BMW M6 GT3 sowohl das Qualifikationsrennen als auch das Hauptrennen. Schnitzer Motorsport baute damit seine Rekordzahl an Siegen beim traditionsreichen Macau Grand Prix weiter aus.

Lamm war verheiratet und hatte zwei Kinder. Er starb am 24. Januar 2019 überraschend nach kurzer, schwerer Krankheit.

Auszeichnungen

2018 wurde Charly Lamm vom ADAC mit dem Ehren-Christopherus für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Zuvor waren Peter Sauber (2005), Norbert Haug (2013) und Walter Röhrl (2016) mit dieser Auszeichnung geehrt worden.

Literatur Uwe Mahla, Gustav Büsing: Die Meistermacher – Die BMW Schnitzer-Story. Duisburg 2013. ISBN 978-3-928540-71-1.

Einzelnachweise

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