Die Gambia Public Transport Corporation (GPTC) war das staatliche Transportunternehmen der Republik Gambia, dass für den öffentlichen Nah- und Fernverkehr zuständig war. Nach jahrelangen finanziellen und betrieblichen Problemen wurde das Unternehmen im November 2012 offiziell aufgelöst und liquidiert.
An seine Stelle trat im Juli 2013 die neu gegründete Gambia Transport Service Company (GTSC), die heute das Rückgrat des nationalen Busverkehrs bildet.
Geschichte
Ein vom Parlament in Banjul verabschiedetes Gesetz schuf 1976 die Gambia/Libya Arab Public Transport Corporation. Dieses Gesetz wurde im Finanzjahr 1987/1988 geändert und führte zur Gründung der Gambia Public Transport Corporation (GPTC). Hauptziel der Gesellschaft war laut Gesetz der „Betrieb und die Instandhaltung des öffentlichen Nahverkehrs in Gambia zur Beförderung von Fahrgästen und Gütern“.
Das Unternehmen nahm seinen Betrieb mit nur einem Anteilseigner auf, der gambischen Regierung mit drei Millionen Aktien. Die Eigentumsverhältnisse sind unverändert, die Aktienstruktur hat sich jedoch geändert. Nach der Fusion der ehemaligen Gambia Ferry Services Ltd. mit der GPTC im Jahr 1993 erhöhte sich das genehmigte Aktienkapital des Unternehmens auf 50 Millionen Dalasi (5 Millionen Aktien zu je 10 Dalasi). Die Ziele der Gesellschaft wurden um den „Betrieb und die Instandhaltung von Fährverbindungen und Binnenschifffahrt“ erweitert.
Im Jahr 2001 wurde die Fährsparte der GPTC wieder ausgegliedert und der gambischen Hafenbehörde, der Gambia Ports Authority (GPA), unterstellt.
Die Mitglieder der Nationalversammlung verabschiedeten 2012 einstimmig einen Gesetzentwurf zur Aufhebung des Act of The Gambia Public Transport Corporation (GPTC), der die Einstellung des Geschäftsbetriebs des Unternehmens vorsah.
Fahrzeugbestand, Mitarbeiter und Standorte Die GPTC hatte eine Flotte von rund 50 Bussen, was etwa die Hälfte der Mindestanzahl lag, die zur Deckung der damaligen Nachfrage erforderlich war. Beschäftigt wurden rund 350 Mitarbeiter an sechs Standorten in Kanifing, Essau, Brikama, Farafenni, Soma und Basse Santa Su.
Gründe für den Zusammenbruch des Unternehmens Der Zusammenbruch der GPTC im Jahr 2012 war kein plötzliches Ereignis, sondern das Resultat einer über ein Jahrzehnt andauernden strukturellen Krise.
Die GPTC setzte primär auf schwere europäische Linienbusse (viele davon der Marke MAN). Auf den damals oft noch unbefestigten Straßen im Landesinneren Gambias (der North Bank und South Bank Road) verschlissen die Fahrzeuge schnell. Es fehlte an Devisen für originale Ersatzteile, weshalb fahrtüchtige Busse als „Ersatzteillager“ ausgeschlachtet werden mussten. Die Zusammenlegung mit dem staatlichen Fährdienst erwies sich als finanzielles Grab. Die Erträge aus dem Busverkehr mussten querfinanziert werden, um die maroden und hochgradig unzuverlässigen Flussfähren betriebsbereit zu halten. Als die Fähren 2001 wieder ausgegliedert wurden, war die GPTC finanziell bereits ausgehöhlt. Während die GPTC feste Tarife und Fahrpläne einhalten musste, drängten Tausende private Kleintransporter (die Gelli-Gellis) auf den Markt. Diese boten zwar weniger Komfort und Sicherheit, waren aber flexibler, fuhren auch entlegene Dörfer an und schnitten der GPTC auf den lukrativen Routen im Ballungsraum Serekunda die Einnahmen ab.
Einzelnachweise allafrica.com
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