Die Fischteiche sind ein künstlich angelegtes Teichgebiet in Paderborn. Die aus sechs Teichen bestehende Anlage entstand zwischen 1892 und 1894 auf einem ehemaligen Heide- und Weidegebiet an der heutigen Dubelohstraße. Ursprünglich zur Fischzucht geplant, entwickelte sie sich im Laufe des 20. Jahrhunderts zu einem der bedeutendsten Naherholungsgebiete der Stadt. Die Teiche werden überwiegend durch einen artesischen Brunnen gespeist und sind von Waldflächen mit zahlreichen Spazier- und Freizeitangeboten umgeben.
Geschichte Die Idee zur Anlage der Fischteiche geht auf den damaligen Paderborner Bürgermeister Franz Georg Franckenberg zurück, der das Vorhaben 1889 erstmals öffentlich vorstellte. Das bis dahin überwiegend als Schafweide genutzte städtische Heidegelände sollte nach seinen Vorstellungen sowohl der Verschönerung des Stadtbildes als auch der wirtschaftlichen Nutzung dienen. Gemeinsam mit Stadtförster Gustav Löffelmann plante er die Umgestaltung des Geländes zu einer Teichlandschaft mit Fischzucht und Erholungsfunktion.
Da das Gebiet zunächst nur unzureichend erschlossen war, mussten neue Straßen und Wege angelegt werden. Dazu gehörten unter anderem die Verlängerung der Hathumarstraße sowie die spätere Dubelohstraße. Der Grunderwerb und Verhandlungen mit privaten Grundstückseigentümern verzögerten den Beginn der Bauarbeiten. Nachdem die Stadtverordnetenversammlung im März 1892 den Bau beschlossen hatte, wurden die Planungen der Öffentlichkeit vorgestellt.
Im Frühjahr 1893 waren die forstwirtschaftlichen Arbeiten weitgehend abgeschlossen und fünf Teiche fertiggestellt. Eine außergewöhnliche Trockenperiode im Sommer desselben Jahres gefährdete zunächst die Wasserversorgung der Anlage. Durch die Zuführung von Wasser aus dem Heiersgraben konnte die geplante Fischzucht jedoch fortgeführt werden. Gezüchtet wurden unter anderem Karpfen, Regenbogenforellen und Hechte.
1894 war die Teichanlage mit Buchten und Inseln im Wesentlichen vollendet. In den folgenden Jahren erfolgte der weitere Ausbau der Wege- und Straßenanbindung an die Stadt.
Weder Franckenberg noch Löffelmann erlebten die langfristige Entwicklung der Anlage. Franckenberg verunglückte 1894 bei Baumpflegearbeiten an den Fischteichen tödlich, Löffelmann starb zwei Jahre später, am 30. Oktober 1896.
Bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg galten die Fischteiche als bedeutendes Naherholungsgebiet. Die Westfalen-Zeitung empfahl sie im Juni 1946 angesichts der eingeschränkten Reisemöglichkeiten als Ziel für Spaziergänge und Erholung.
Anlage Die Fischteiche umfassen sechs künstlich angelegte Teiche, die sich über eine Fläche von rund acht Hektar erstrecken. Sie sind von altem Baumbestand umgeben und durch Wege miteinander verbunden.
Die Wasserversorgung erfolgt überwiegend über einen artesischen Brunnen in der Nähe des Spielplatzes. Das Wasser steigt aus einer etwa 100 Meter tiefen Rohrleitung im Kalkgestein ohne den Einsatz von Pumpen an die Oberfläche und fließt zunächst in den obersten Teich, bevor es die tiefer gelegenen Gewässer speist.
Nutzung Heute bilden die Fischteiche eines der wichtigsten Naherholungsgebiete Paderborns. Das Gelände verfügt über ein weit verzweigtes Netz an Spazierwegen sowie einen Waldsportpfad mit einer rund zwei Kilometer langen, beleuchteten Laufstrecke.
mini|Der Kahnteich mit Ruderbootvermietung (2026) Zum Freizeitangebot gehören außerdem ein Spielplatz, eine Ruderbootvermietung, ein Minigolfplatz, ein Kletterpark sowie ein Gastronomiebetrieb. Die Anlage wird ganzjährig für Spaziergänge, Laufsport und Erholung genutzt.
Wasserstände und Trockenperioden Seit mehreren Jahren kommt es insbesondere während niederschlagsarmer Sommermonate zu einem deutlichen Rückgang der Wasserstände in den Fischteichen. Zeitweise trocknen einzelne oder mehrere Teiche nahezu vollständig aus. Als Ursachen gelten anhaltende Trockenperioden infolge des Klimawandels, ein verringerter Zufluss über den Dubelohgraben sowie ein gesunkener Grundwasserspiegel, wodurch auch der artesische Brunnen weniger Wasser liefert. Darüber hinaus begünstigt der sandige Untergrund Wasserverluste durch Versickerung.
Die niedrigen Wasserstände beeinträchtigen die Tier- und Pflanzenwelt der Teiche. Um Fischbestände zu erhalten, werden größere Fische bei Bedarf in andere Gewässer umgesetzt.
Zur Stabilisierung des Wasserhaushalts leitete die Stadt Paderborn bauliche Maßnahmen ein. So wurde ein Abschnitt des Dubelohgrabens verfüllt, um Wasserverluste durch Versickerung zu verringern und den Wasserstand der Fischteiche langfristig zu sichern.
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