mini|Ansicht des Walzwerks Finow Das Walzwerk Finow war ein stahlverarbeitender Betrieb im Eberswalder Ortsteil Finow.
Zum Produktionsprofil zählten Warmband, warmgewalzte Normal- und Sonderprofile, Spezial- und Leichtprofile sowie geschweißte Präzisionsrohre.Wienert, Helmut: Die Stahlindustrie in der DDR, Schriftenreihe des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung, No. 52 1992, ISBN 978-3-428-47341-0, S. 46, herunterladbar über econstor.eu (pdf, 20,7 MB)
Geschichte Der Betrieb wurde am 1. Januar 1951 als VEB Walzwerk Finow (WWF) gegründet und war Teil der VVB VESTA Leipzig. Das Walzwerk wurde auf dem Gelände des demontierten Messingwerks Finow eingerichtet.Gesellschaft zur Erforschung und Förderung der Märkischen Eiszeitstraße e.V.: VEB Walzwerk Finow (WWF) - Herausbildung des VEB Walzwerk Finow (WWF) (1945 – 1965), abgerufen am 26. Juli 2026. Die Reste des Messingwerks wurden dabei mit dem Eisenwalzwerk „Hoffmann und Motz“ vereinigt.Schröder, Marie: VEB Walzwerk Finow in: Industriegeschichte Brandenburgs, publiziert am 12. Oktober 2022, abgerufen am 26. Juli 2026.
Zusätzlich zu einer bereits vorhandenen Walzstraße für Stabstahl in Doppel-Duo-Konfiguration sowie einer Trio-Straße wurde zwischen 1952 und 1956 eine Warmbandstraße errichtet. Bis 1965 wurde zudem eine Rohrschweißanlage in Betrieb genommen. Ab Ende der 1960er Jahre war der Betrieb Teil des Bandstahlkombinats Eisenhüttenstadt.
Anfang der 1980er Jahre überschritt der Wert der Warenproduktion des Betriebs die Marke von einer Milliarde Mark.Gesellschaft zur Erforschung und Förderung der Märkischen Eiszeitstraße e.V.: VEB Walzwerk Finow (WWF) - VEB WWF als Betrieb der II. metallurgischen Verarbeitungsstufe (1966 – 1989), abgerufen am 26. Juli 2026.
Im Rahmen der staatlich verordneten Konsumgüterproduktion, die die Betriebe verpflichtete, einen bestimmten Prozentsatz der Warenproduktion in Konsumgütern zu realisieren, stellte der Betrieb Gartenschaukeln, Mehrzweckleitern und Regalsysteme her.Gesellschaft zur Erforschung und Förderung der Märkischen Eiszeitstraße e.V.: VEB Walzwerk Finow (WWF) - Die Produktion von Konsumgütern und Gütern des Massenbedarfs, abgerufen am 26. Juli 2026. Es wurden weiterhin Hufeisen, Federnägel und Bierkastengriffe produziert. Insgesamt wurden in der angeschlossenen Presserei rund 50 Millionen Hufeisen gefertigt, die insbesondere nach Mittel- und Südamerika exportiert wurden.
Im Zuge der Wende und der anschließenden Wiedervereinigung wurde der Betrieb 1990 privatisiert und in die Walzwerk Finow GmbH überführt, die zunächst Teil der EKO Stahl AG war.Friedrich-Ebert-Stiftung: Wir sind in den Kapitalismus gestoßen worden – Gespräch mit Betriebsräten der Walzwerk Finow GmbH über Lage und Aussichten ihres Betriebs, abgerufen am 28. Juli 2026. Im Jahr 1993 wurde das Walzwerk vom slowakischen Stahlunternehmen Východoslovenské železiarne übernommen.U.S. Steel Košice: Miliónta tona ocele od košických hutníkov, abgerufen am 26. Juli 2026. Dieses wurde seinerseits im Jahr 2000 Teil von US Steel. Im Jahr 2012 meldete die Walzwerk Finow GmbH Insolvenz an und der Betrieb wurde stillgelegt.moz.de: Schornstein vom ehemaligen Walzwerk wird abgerissen, abgerufen am 26. Juli 2026.
Einzelnachweise
Finow Kategorie:Produzierendes Unternehmen (DDR) Kategorie:Ehemaliges Unternehmen (Eberswalde) Kategorie:Produzierendes Unternehmen (Landkreis Barnim) Kategorie:Unternehmensgründung 1951 Kategorie:Aufgelöst 1990 Kategorie:Aufgelöst 2012