mini|Dame mit Fächer, ca. 1628, Anthonis van Dyck mini|Geschnürte Virago-Ärmel (Helene Fourment im Brautkleid, Peter Paul Rubens, um 1630/31, Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Alte Pinakothek München) Virago-Ärmel sind eine ehemalige Art von Ärmeln an Frauenkleidern, die ab den 1620er Jahren getragen wurden und doppelt gebauscht sowie geschlitzt waren, um darunterliegende kontrastfarbene Stoffe sichtbar zu machen und so den Wohlstand sowie den Status zur Schau zu stellen.

Beschreibung Randle Holme beschrieb in seinem 1688 veröffentlichten Werk Academy of Armory den Virago-Ärmel (oder „slashed sleeve“ / geschlitzten Ärmel) folgendermaßen: „Wenn der Ärmel von der Schulter bis zum Handgelenk in lange Streifen oder Bahnen geschnitten und am Ellbogen mit Bändern oder Ähnlichem zusammengebunden ist“, auch „Virago“-Band genannt.

Virago-Ärmel sind geschlitzt und liegen am Unterarm eng an, wo sie in lange, breite Ärmelaufschläge mit Spitzenbesatz münden. Seidenbänder in einem auf die Schärpe abgestimmten Farbton halten die einzelnen Stoffbahnen zusammen und unterstreichen den Stil. Eine Beschreibung der „Virago-Ärmel“ durch den puritanischen Phamphletisten Phillip Stubbs (ca. 1555 – ca. 1610, London) besagt, sie seien „gebunden mit Seidenbändern und zu Liebesknoten verknotet“.

Die weiten, mittig zu bauschigen Abschnitten zusammengebundenen Ärmel waren am Hof von Königin Elisabeth I. sowie unter Jakob I. und Karl II. in Mode. mini|David, Joanna and Abigail Mason (Porträt von 1670, Freake-Gibbs Painter zugeschrieben) Auch Kinder trugen Virago-Ärmel, auffallend ist in einigen Portraits jeweils nur ein Schlitz pro Ärmel.

Während die Virago-Ärmel der Frauen immer stärker ornamentalen Charakter annahmen und die Unterärmel (Engageantes) zunehmend von Frauen getragen wurden, nahmen die Ärmel der Männer eine andere Form an: Ihr langer Mantel besaß Ärmel, die nur zum Ellbogen reichten und mit breiten Aufschlägen versehen waren, darunter trug man gewaltige, gerüschte Unterärmel.

Ein Gericht im puritanischen Massachusetts gebot 1634 seinen Einwohnern, keine Kleidung mehr zu kaufen oder herstellen zu lassen mit Ärmeln mit mehr als je einem Schlitz vorne und je einem hinten.

Rezeption Im Westminster Abbey trägt die Statue der Jane Stotevill oder Anne Stotevill von 1631 die am Ellenbogen geschnürten Virago-Ärmel.

Virago-Ärmel – weit an Ellbogen und Schulter und in regelmäßigen Abständen durch schmale Bänder gerafft – sind auf den meisten Porträts des 17. Jahrhunderts zu sehen, wie zum Beispiel in Anthonis van Dycks' Gemälde Dame mit Fächer.

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Einzelnachweise

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